Donnerstag, 12. August 2010

Der Berg ruft - Takao

Am Mittwoch dem 11. August bin ich in aller frühe (gegen 8:00 Uhr) zusammen mit Susi, Kazu und Leon zum Berg Takao gefahren um diesen ca. 599 Meter hohen Giganten zu besteigen. Der Takao liegt ca. 50 Bahnminuten westlich vom Stadtgebiet Tokyo entfernt und ist leicht mit der Chuo Linie zu erreichen. Schon auf der Fahrt dorthin verändert sich die Landschaft, und man sieht mehr und mehr Natur, welche ich schon fast verloren geglaubt hatte.

So wenige Häuser. Ein doch ungewohnter Anblick für Tokyo.

Da Leon seine Kamera vergessen hatte, habe ich ihn öfters auch mal mit meiner knipsen lassen. Hier die Meute des Tages à la Leon.

Am Fuße des Berges angekommen mussten wir uns für eine der vielen möglichen Routen zum Gipfel entscheiden. Da auf einer von diesen ein besonderer Schrein lag, welcher wegen bestimmten Wesen berühmt ist, fiel uns die Wahl nicht allzu schwer und wir stiefelten los. Folgend die bebilderte Dokumentation des Auf- und Abstiegs:

Unberührte Natur, schwülwarme Luft und gröhlende Zikaden begleiteten uns auf dem steilen Weg nach Oben. Weitere Wegbegleiter waren unzählige buddhistische Jizo-Statuen, welche unseren Weg säumten und Wanderer beschützen sollen.

Warnungen wegen eventuellen Feuern und Affen, welche man nicht füttern darf. Aber auch wenn wir gewollt hätten; es waren keine Affen zu finden. Wer treibt sich denn auch schon bei der Hitze auf nem Berg rum?

An einem Rastplatz konnte man dieses Panorama sehen. Ein bisschen diesig zwar, aber man konnte schon einiges erkennen.

Rotkäppchen im Wald? Nein, noch ein kleiner Jizo.

Schmetterlinge, manche so groß wie Handlächen, flogen zwischen den Bäumen umher. Und im Geäst fand ich einen Glücksbringer.

Selbst auf den höchsten Bergen und vielleicht auch in den tiefsten Meeren braucht man als Japaner zumindest nicht die Getränkeautomaten und Souvenirshops missen. Die gibt es scheinbar überall.

Mitunter sahen wir auch einen "Tintenfisch-Ball", welcher bei Berührung Glück bringen sollte und eine buddhistisch-religiöse Stätte. Man erkennt immer wieder die starke Verbindung von Kultur und Natur in Japan.


Für die hungrigen Bergsteiger gab es auch einige Snacks für den Aufstieg. Die Figuren auf dem Bild links sollen tengu (jap.: "Himmelshunde") darstellen, welche angeblich in den Wäldern des Berges hausen. Es gibt welche mit Schnäbeln und welche mit riesigen Zinken.

Übrigens Tengu: Der Schrein auf unserer Route war eben diesen Wesen gewidmet. So ehrfürchtig, wie die auch dargestellt werden, gab es wahrscheinlich einen guten Grund. Und man kann sie wirklich an jeder Ecke finden. Aber ich mag sie irgendwie. Leider hab ich keinen live gesehen.

Wären wir im Herbst auf den Berg gestiegen, wäre diese Blatt blutrot gewesen. In den Herbstmonaten ist der Berg von Besuchern überfüllt, welche das Rot des Laubes sehen wollen. Leon war zu dieser Zeit da, und kann nur positives davon berichten. Von der Natur - nicht von den Besuchermassen.

Als wir schweißgebadet am Gipfel ankamen, fanden wir (neben den obligatorischen Getränkeautomaten) eine relativ gute Aussicht vor. Irgendwie war fast alles mit Büschen und Bäumen umgeben, sodass man nur durch bestimmte Nischen die Aussicht genießen konnte.


Da wir vom Aufstieg auch einen großen Hunger entwickelt haben, ging es auch gleich für ein paar Reisbällchen, Nudelsuppe und einem kühlen Wässerchen in ein kleines Restaurant.

Mit gefüllten Mägen machten wir uns dann auch wieder an den Abstieg. Diese Mal wählten wir eine Route, welche an einem kleinen Gebirgsbächlein entlangführt. Man fühlte sich auch gleich viel mehr in der Natur.

Leider kann man auf dem Bild nicht so gut erkennen, wie steil es manchmal an dem Flusslauf Bergab ging. Der Weg war relativ schmal und man befand sich immer inmitten von Grün und Natur.

Huch! Ein Männlein steht im Walde...

Scheinbar knipste das Männlein auch eine Menge an Bildern...

Und noch ein paar Rotkäppchen, weil es so schön war.

Nach gut 90 Minuten Abstieg kamen wir mit klapprigen Beinen wieder am Bahnhof an und fuhren, dem Muskelkater am nächsten Tag entgegenbangend, nach Hause.


Soweit von mir.


Kommentare:

  1. Waaah, ihr wart auf dem Takao! O_o Cool!

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  2. Tolle Beschreibung der Wanderung, man war richtig mit dabei! Schöne Route und lecker Essen habt ihr da! Ich finde das Japan abseits der Großstädte ja noch richtig schön, auch das alte Japan mit den kleinen Hütten, eben so klassisch, gefällt mir sehr. Ganz anders als die laute, enge Großstadt Tokyo.

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