Posts mit dem Label Campus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Campus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 9. April 2010

Blüten gesichtet und Zirkel besucht

In dieser Woche stand fast alles im Zeichen der Kirschblüte und der Freshmanweek in der Sophia.

Am 03. April (Sa.) hat für man die Neuankömmlinge im DK Warabi (immerhin 50 Leute) ein Hanami unter den Bäumen hinter dem Wohnheim geplant. Diejenigen, welche schon etwas länger im Wohnheim waren, organisierten ebenfalls ein Zusammensein unter den Blüten und bereiteten eine Menge an Essen vor. Ich gesellte mich zur zweiten Gruppe und besorgte die alkoholfreien Getränke.

Die drei wichtigsten Bestandteile des Hanami: Blüten, Buffet und Bekannte. In Gesellschaft unter den Bäumen etwas zu essen macht eine menge Spaß. Es wurde viel geredet, gegessen und gealbert.

Das Wetter spielte an dem Tag auch einigermaßen mit, sodass wir bis zum Abend draußen sitzenbleiben konnten. Als es gegen 18 Uhr aber mit Regnen anfing, machten sich alle ins Wohnheim und ließen den Abend in der Lounge ausklingen.

Kirschblüten scheinen je nach Tageszeit und Beleuchtung eine besondere Atmosphäre zu versprühen.

Vom 06. April (Di.) bis 09. April (Fr.) war auf dem Campus der Sophia die Freshmanweek in vollem Gange. In dieser Zeit stellen sich die gesamten Universitätsclubs und -zirkel der Sophia mit kleinen Ständen und Schildern auf den Campus und präsentierten sich den neuen Studenten (Freshman). Denn wenn man schon als Neuling in die Uni kommt, sollte man auch einer Interessengruppe beitreten, viele Freunde machen und Vitamin B aufbauen. Einige der daraus resultierenden Bekanntschaften gehen sogar über den Abschluss hinaus.

Menschenmengen on mass. Auf dem Campus der Uni drängten sich Zirkel an Clubs und wieder an Zirkel. Die mobilen Einheiten liefen mit selbstgebastelten Schildern durch die Massen und drücken allen, welche für Frischlinge gehalten wurden, einen Flyer mit den wichtigsten Daten in die Hand. Ich hatte nach dem ersten Tag schon eine ganze Mappe zusammen.

Ich für meinen Teil wollte auch einem Zirkel beitreten, damit ich ein bisschen Sprachpraxis mit Japanern bekommen kann. In den engeren Kreis schafften es ein Männerchor (Glee-Club), ein Schwimmclub, ein Club für Werbung und Prospekte (sowas gab's auch) und der Comiczirkel der Uni. Einen Kochclub gab es leider nicht. Da die drei Clubs alle 5 bis 7 mal in der Woche Training hatten, und ich ja auch noch nebenbei studieren muss, entschied ich mich letztendlich für den Comiczirkel. Dieser hatte am 09. April ein Hanami unter den Bäumen neben der Uni geplant, wozu ich natürlich eingeladen wurde.
Neben mir war auch Nami, Susi, Liane, Marlene und Tina auf dem Campus dabei, welche ebenfalls nach einer passenden außeruniversitären Aktivität suchten oder einfach nur das bunte Treiben sehen wollten.

Am 09. April (Fr.) ging ich zusammen mit Susi, welche ebenfalls am Hanami des Comiczirkels teilnehmen wollte zur Uni. Wir sollten uns mit den anderen in der Hoffman-Hall (dort sind alle Räume der Clubs und Zirkel) treffen um dann gemeinsam zu den Kirschblüten zu gehen.
Es waren eine Menge an Leuten gekommen, sodass ich kaum Gelegenheit hatte mit allen zu reden. Das war aber nicht weiter schlimm, denn mit denen, die ich erwischt hatte, konnte ich ein paar nette Worte auf Japanisch austauschen. Die Gespräche über den neuesten Comic- und Videospiele-Tratsch machten Spaß und auch das gemeinsame Zeichnen war lustig. Hier wollte ich nun öfters hin.

Mit den drei Mädels hier habe ich am längsten zusammengesessen und ein bisschen geredet und gezeichnet. Alle drei sind schon länger im Zirkel. Das Mädel ganz rechts hat gemeint, ich sähe wie ein Videospielcharacter aus "Metal Gear Solid" namens Otacon (Bild) aus, und hat mich zum Cosplay genötigt. Ich hab' aber dankend abgelehnt.

Gegen halb sieben wurde zusammengepackt und man verabschiedete sich oder tauschte noch fix die Handynummern aus. Ich machte mich in der aufkommenden Rushhour auf den Nachhauseweg.


Nun bin ich in nem Zirkel... Soweit von mir.


Mittwoch, 10. Februar 2010

Neue Gesichter und alte Bekannte

Es ist wieder einiges passiert im Staate Japan. Daher ziehe ich den neuesten Blogeintrag mal zwei Tage weiter vor, damit es nicht zuviel Text auf einmal wird.

Am Freitag (05. Feb.) war zwar mein Muskelkater (aufgrund der exzessiven Aktivitäten im "Round 1") noch immer nicht ganz weg, aber das hielt mich nicht davon ab mit Leon, Kei und Alex [Norw.] eine letzte Runde Fußball auf einem nahegelegenen Bolzplatz zu spielen. Kei verließ das Wohnheim nämlich an diesem Tag für einen ganzen Monat, um in Amerika seine Kumpels zu sehen. Auch Alex musste am kommenden Montag nach einem halben Jahr Studium in Japan wieder zurück nach Norwegen. Für jemanden aus dem hohen Norden Europas hatte er immer recht heiße Samba- und Reggae-Musik auf seinem MP3-Player, welche er auf der Stereoanlage in der Lounge abspielte. Nun muss ich wieder mit meiner Musik für Stimmung sorgen.
Kei überließ mir für den Zeitraum seiner Abwesenheit seine Schildkröte ohne Namen. Aber um die Sache zu vereinfachen wird sie nun folgend einfach nur "Schildkröte" genannt. Ich habe Futter und Anweisungen von Kei bekommen, mit denen ich das mittelkleine Reptil bis zu seiner Rückkehr hoffentlich munter halten kann.

Am Samstag (06. Feb.) wehte ein starker Wind bei eisigen Minusgraden. Am Vormittag habe ich mir vorgenommen mal das Wasser in Schildkrötes Becken auszuwechseln. Leon sagte kurzerhand zu auf den kleinen Panzer aufzupassen, während ich mit Wasserwechseln beschäftigt war. Da die Sonne schien, wurde sie zum aufwärmen auf das warme Fensterbrett gesetzt, wo sie auch für ein kleines Fotoshooting bereit lag.

Darf ich vorstellen? Schildkröte beim Sonnenbad. Sie ist ungefähr so groß wie eine Hand und trotz Panzergepäck relativ flink auf den Pfötchen. Wenn man ihr Wasser nach einer Weile nicht wechselt, stinkt es bestialisch. Ich konnte in der Nacht kaum deswegen schlafen. Leider kenne ich nicht ihre Rasse, da mehrere Arten solche Muster am Kopf haben, und sich nur in anderen Details unterscheiden. Das Geschlecht scheint jedenfalls weiblich zu sein, wobei weder Kai noch ich uns da 100% sicher sind.

Nachmittags ging es zum Mita-Campus der Keio-Universität. Dort war ich von Kaisei eingeladen worden, um an der Vorbereitung des Anfang März stattfindenden Deutsch-Gasshuku teilzunehmen. Shu habe ich dort auch wieder seit langer Zeit mal getroffen, welche mit ihrer Freundin Jessi ebenfalls an dem Gasshuku teilnehmen will. Als wir uns gegenseitig gesehen haben, fielen uns zuerst die längeren Haare auf. War echt schon ne Ewigkeit her. Neben Shu waren auch alte Gesichter wie Mio, Ryuichi und Kousuke dabei, welche auch an dem Gasshuku im letzten März teilnahmen.
Die Vorbereitungen bestanden im Wesentlichen aus einer kleinen Selbstvorstellung und dem Finden eines Themas für das Gasshuku. Nach zwei Stunden Denkarbeit wurde ein Thema gefunden, welches sich grob um typische Rollenmuster in Japan und Deutschland dreht. Es wurden die Begriffe "rashisa" ("Scheinbarkeit"?) und "posa" ("Typischkeit"?) verwendet, welche sich eigentlich so gar nicht richtig ins Deutsche übersetzen lassen können.
Danach ging es noch in ein Restaurant, um auf das neue Gasshuku anzustoßen und ein paar Kleinigkeiten zu essen. Es wurde viel Gelacht und die Gasshuku Veteranen haben die Erfahrungen ihrer letzten Gasshuku an die Neulinge weitergetragen. Es war ein netter Abend.

Das ist ein Teil der Meute dieses Tages. Leider habe ich vergessen die andere Seite des Tisches zu knipsen, an der noch einige andere Leute saßen. Darunter auch die beiden Organisatoren des kommenden Gasshukus: Kaisei Ezura-san und Shinichi Sambe-san.

Gegen 22:00 Uhr ging es wieder mit der Bahn nach Hause, wo Schildkröte auf mich wartete. Als ich angekommen war, lag sie mit geschlossenen Augen in ihrem kleinen Tank und schien unter Wasser zu schlafen.

Am 08. Februar (Mo.) hatte mir Schildkröte für einen kurzen Moment am Morgen Sorgen bereitet. Als ich nämlich aufgewacht war und nach ihr sah, lag sie noch immer in der selben Position unter Wasser da, wie ich sie am Abend des Vortags gesehen habe. War sie tot? Hoffentlich nicht, denn das wäre nicht nur für Kei eine große Enttäuschung, sondern auch für mich. Schließlich wäre mir schon nach zwei Tagen eine kerngesunde Schildkröte weggestorben. Mir kamen sofort Gedanken, ob ich sie richtig gefüttert habe (ja) oder ob sie in der Zugluft stand (nein). Doch während ich mir den Kopf zerbrach, machte Schildkröte ihre Augen auf und kratzte müde an der Beckenwand mit ihren kleinen Händchen. Glück gehabt... Die Sorgen waren unbegründet.

Der Rest des Tages wurde im Wohnheim verbracht.

Am Dienstag (09. Februar) wollte ich noch einmal mein Glück in Takadanobaba ausprobieren und den Musikladen aufsuchen. Im Vergleich zu meinem letzten Besuch war das Wetter nun um einiges besser, und ich entschloss mich die Umgebung etwas auszukundschaften.
Als ich direkt aus dem JR-Bahnhof in Takadanobaba herauskam sah ich in der Ferne eine bunt bemalte Wand am Straßenrand. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass die gesamte Mauer mit Anime- und Mangacharakteren, welche alle aus der Feder vom "Gott des Manga" Osamu Tezuka stammen, bemalt war. Takadanobaba soll nämlich der Ort sein, an dem Osamu Tezukas berühmteste Figur Astro Boy "geboren" worden sein soll. Daher findet man überall das Gesicht dieses kleinen Roboters. Astro Boy wurde sogar als Logo für einen Kindergarten benutzt (leider kein Foto, da ich nur mit dem Bus vorbeigefahren bin).

Das ist Osamu Tezukas Wand. Er galt als einer der ersten Zeichner, welcher Manga und Anime in Japan populär machte. Man kann auch eine Selbstdarstellung von ihm auf der Wand sehen, auf der er sein Markenzeichen, eine Barett-Kappe, trägt. Astro Boy ist die Figur mit den Raketenfüßen in der rechten, oberen Ecke, links neben dem großen, gelben Phönix. Draufklicken macht das Bild größer.

In direkter Nachbarschaft zu Takadanobaba war auch Japans Nummer 1 unter den privaten Hochschulen: die Waseda-Universität. Das ließ ich mir natürlich nicht entgehen und wollte mir mal den Campus etwas anschauen. Da an diesem Tag aber die Aufnahmeprüfungen abgehalten wurden, war der Zugang zum Hauptcampus bis auf weiteres verwehrt gewesen. Das hat mich aber nicht weiter gestört, da ich mich sowieso lieber von jemand Ortskundigeren über das Gelände führen lassen möchte. Also hab ich nur ein paar Bilder der Umgebung und des Lageplans geknipst, und bin dann weitergegangen.

Links sieht man die Polizeistation an der mir bei meinem ersten Besuch in Takadanobaba ein netter Polizeibeamter den Weg erklärt hat. Direkt daneben ist ein Schrein, zu dem ich aber nichts genaues sagen kann, da ich ihn nicht betreten habe.


Unglücklicherweise war die Uni wegen Prüfungen bis zum 26. Februar geschlossen (steht auf dem Schild im rechten Bild). Geht man von der Kreuzung, an der das Polizeioffice steht, eine der Abzweigungen geradeaus weiter, so sieht man schon einen Uhrturm, welcher direkt neben der Uni steht. Man kann sie also kaum verfehlen.

Das ist der Lageplan der Waseda-Uni. Leider sind die Beschriftungen allesamt auf Japanisch, sodass man entweder diese Sprache gelernt haben sollte oder einen fachkundigen Dolmetscher an seiner Seite haben müsste, um ihn verstehen zu können. Für alle Auslandstudenten ist wahrscheinlich das Center für Austauschstudenten (Gebäude 22) recht wichtig. Auch hier einfach für eine größere Version des Bildes einfach draufklicken.

Nach meinem Spaziergang ging ich nun ein zweites Mal zu dem Musikladen für lateinamerikanische Musikinstrumente. Leider waren seltsamerweise die Rollläden schon wieder verschlossen gewesen, obwohl ich dieses Mal die Öffnungszeiten extra im Internet nachgeschaut habe, und der Laden eigentlich geöffnet haben sollte. Auch das Klopfen an diversen Türen im Erdgeschoss brachte keinen Erfolg. Daher ging ich ungekaufter Dinge wieder nach Hause.

Der Nachmittag verlief recht entspannt. Ich spielte noch ein letztes Mal "Space Hulk" mit Stefan, bevor er es nach Deutschland schickte. Es wurde auch noch eine fast schon routinemäßige Partie Tischtennis mit Leon gezockt, bevor ich mich ins Bett begeben habe.

Mittwochs (10. Feb.) habe ich mal Nami auf Schildkröte aufpassen lassen, während ich das Becken sauber gemacht habe. Beide haben sich auf Anhieb verstanden.
Für den Rest des grauen und verregneten Tages habe ich mir nichts weiter vorgenommen außer Blog schreiben und etwas herumgammeln.


Soweit mal wieder von mir.


Freitag, 6. November 2009

Ein (Geburts-)Tag an der Reitaku-Uni

Am 3. November (Di.) ging es mit Nami und Shu wieder einmal zu Reitaku-Uni. Auf dem Campusgelände fand seit dem ersten November ein Campusfest statt und viele japanische Freunde von uns stellten dort einige ihrer Arbeiten aus oder jobbten dort.

Ich fuhr mit Nami bis zum Bahnhof von Minami-kashiwa und wir warteten dort zusammen auf Shu. Währenddessen trafen wir auf Fukumi, welche zufälligerweise auch auf eine Freundin wartete. Als dann alle angekommen waren ging es mit dem Bus zum Campus.

Shu, Nami und Fukumi in der Sonne auf dem Campus der Reitaku-Uni. Es ist nicht so warm, denn der (Sonnen-)Schein trügt. Es wehte ständig ein kalter Wind, welcher einen zum Zittern brachte. Anscheinend wird’s hier auch endlich Herbst. Das gelbe Tier auf dem rechten Bild ist das Maskottchen der Uni und soll ein Rentier darstellen.

Als erste Amtshandlung besuchten wir Mariko (Shus Tandempartnerin), welche uns auch gleich begleitet hat. Sie musste aber später einen Vortrag halten, und konnte uns daher nur für eine kurze Zeit dabei sein. Wir haben auch Yuka (Namis ehemalige Tandempartnerin) gesehen, welche wir in einer Posterausstellung mit dem Thema japanische und deutsche Dienstleistungen fanden. Sie kam auch kurz mit uns mit.

Fukumi und Mariko flankieren die beiden Mädels, deren Namen ich leider nicht erfahren habe. Die beiden Tragen jedoch, teils zur Feier des Tages, teils aus Spaß ihre alten Schuluniformen aus der Oberstufe. Uniformen werden in Japan meistens nur während der Schulzeit getragen. Studenten tragen normalerweise keine mehr.

Plakatausstellungen. Das obere vergleicht das Finden von Freunden, Partnern und Arbeit in Taiwan und Deutschland. Die unteren zwei Poster zeigen Hinweise für Japaner, was sie in einer Interaktion mit einem Ladenverkäufer in Deutschland erwarten könnte. Die Handhabung von Kunden wird in den Geschäften beider Ländern unterschiedlich gehandhabt. Draufklicken vergrößert die Bilder, sodass man die Poster etwas besser lesen kann.

Nachdem wir etwas für die Bildung getan haben, kam der Magen dran. Und hier kam das Allerbeste an dem Tag: Nami und Shu wollten mir zur Feier meines Geburtstags alles Essbare spendieren. Ein schönes Geschenk und echt lieb von den beiden. Dazumal ich auch gerne esse und auf einem Campus war, auf dem an jeder Ecke etwas gekauft werden konnte. Wir besuchten als erstes das deutsche Café, in dem einige Japanerinnen im Dirndl Würstchen und Brezeln mit Bier servierten. Ich habe mir mit Shu jeweils ein Würstchen mit Ketchup und süßem Senf bestellt und Nami hat sich ein Bier bestellt. Mariko und Yuka haben Bratkartoffeln gekauft.

Diese Preisliste in dem deutschen Café hat es in sich. Der halbe Liter Bier für 700 Yen (ca. 5 Euro) und die Weißburgunder Auslese für 3200 Yen (ca. 23 Euro). Und nun mit den deutschen Preisen vergleichen...

Shu und ich beim Würstchenhakeln. Das kann man am besten als "Vermischung von Kulturen" bezeichnen. Die verbissenen Gesichtsausdrücke sprechen Bände. Soviel Mühe für das Bisschen an Wurst.

Leckereien aus der Heimat. Yuka hat sich ein Bierchen sowie Bratkartoffeln bestellt. Natürlich japanisch-traditionell mit Stäbchen gegessen. Rechts im Bild eine Bedienung im Dirndl. Sowohl in der Essweise der Bratkartoffeln, als auch in dem Dirndl steckt immer noch etwas japanisches.

Danach mussten sich Mariko und Yuka von uns trennen, und wir durchkämmten noch zu dritt die restlichen Stände auf dem Campus. Insgesamt haben wir noch Waffeln, Torinikku, Crepes, Nikkumanju und Mochidonuts gegessen. Alles lecker. Leider haben wir, bis auf eine kleine Spielshow mit Kindern, nicht allzu viel von dem Programm auf der Hauptbühne sehen können. Was uns aber im Vergleich zu den anderen Campusfesten auffällig war, war die Vielzahl an Kindern und älteren Leuten, welche sich auf dem Fest amüsierten. Auf den anderen Festen war größtenteils nur Studenten anwesend. Vielleicht lag es an dem Feiertag.

Nachdem wir uns die Bäuche vollgestopft haben, machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause. Als ich mit Nami wieder im Wohnheim angekommen war, schien bereits der Vollmond.

Der Vollmond in Japan. Sieht genauso aus wie bei uns? Nicht ganz! Etwas genauer betrachtet, bemerkt man eine leichte Neigung im Uhrzeigersinn. Übrigens lebt laut japanischem Volksglaube ein Hase auf dem Mond, welcher Mochi zubereitet. Also kein Mann auf dem Mond und Käse. Die Geschichte wie der Hase auf dem Mond kam ("Tsuki no Usagi"), ist sehr rührend und kann (und sollte) mal für alle Interessenten hier nachgelesen werden. Und wer kann den Hasen erkennen?


Soweit von mir.


Übrigens vielen lieben Dank an alle, welche mir an diesem Tag Geburtstagsglückwünsche per Mail oder per Post geschickt haben. Ich habe mich sehr darüber gefreut.


Montag, 2. November 2009

Ein (Feier-)Tag an der Sophia

Am Montag dem 2. November war der zweite Tag des dreitägigen Herbstfestes auf dem Yotsuya-Campus der Sophia. Und da ich schon ein Student dieser Uni bin, sollte ich auch mal an mindestens einem der Festtage dabei sein.

Ich bin also mit Liane gegen 09:15 Uhr auf dem Unigelände aufgeschlagen und war etwas zu früh dran. Wir wollten uns gegen 10:00 mit einigen Mitgliedern des Haribo-Zirkels treffen (Deutsch-Japanischer-Austausch). Bis es soweit war, liefen wir noch etwas durch die Uni und schauten den Studenten beim Aufbau ihrer Imbissbuden zu.


Die zwei größten Straßen auf dem Campus haben die Form eines Kreuzes (christliche Uni halt). Und auf dem Schnittpunkt dieser Straße stehe ich mit Liane und filme die Ruhe vor dem Sturm. Ton aus, wer keine Kommentare hören will. Übrigens ist es keine "zweite Kreuzung", sondern die "zweite Abzweigung". Kleiner Versprecher.

Pünktlich haben wir uns dann am Haupteingang mit Aoi und Ruri getroffen und sind dann erst einmal zur Hauptbühne gegangen. Die erste Aufführung gehörte dem „Kunstclub“, dessen abstrus maskierte Mitglieder mit wildem Kopf- und Körpergeschüttel zu Heavy Metal Musik weiße Leinwände schwarz anmalten. Kunst halt. Danach kam ein Zirkel, welcher seinen Liedtext in Zeichensprache übersetzte. Das Letzte was wir auf der Hauptbühne angesehen haben war ein Lied von einem ein Jazzzirkel.

Übrigens bestand die "Meute des Tages" dieses Mal aus Ruri, Liane und Aoi (v.l.n.r.).


Das Programm der Hauptbühne lag auf dem Campus aus. Wie man unschwer erkennen kann, war der Kunstclub (oder Club der schönen Künste) am zweiten Tag als erster dran. Leider kann man auf dem Bild nichts von deren rumgezappel erkennen.

Nachdem ich mir eine Frankfurter sowie eine Mochi Waffel genehmigt habe, verzogen wir uns aufgrund der frischen 17°C in eines der Gebäude. Innerhalb der Gebäude waren die anderen Zirkel und Clubs und hielten diverse Veranstaltungen ab, oder bauten Ausstellungen auf.

Wir besuchten beispielsweise die Ausstellung des schon oben erwähnten Kunstclubs, die genauso abstrus wie seine Aufführung auf der Hauptbühne war. Es gab auch eine Ausstellung über Eier und eine kleine Videovorführung des Videoclubs. Schon wieder „Kunst“…

Etwas längere Zeit blieben wir bei dem Musikclubs für brasilianische Musik, für Swing Jazz und Gospel. Die letzten beiden haben wir auf Bitten von Aoi besucht, da einige ihrer Freundinnen dort mitmachten. Folgend ein paar Eindrücke...

Swing Jazz is ne tolle Erfindung. Hier ist das "Sophia University Swing Jazz Orchestra" zu sehen und zu hören.




Eine sehr euphorische Truppe diese "Safro Family". Gospel macht viel Laune und schafft eine Superstimmung. Wie die auf der Bühne abgehen können. Für meinen Geschmack wiederholt sich der Text zu oft in einem Lied. "And higher, and higher...".

Nachdem wir dem Gospel gelauscht haben, mussten sich auch unsere Wege gegen 13:00 Uhr wieder trennen. Ruri und Aoi gingen arbeiten, Liane machte sich noch auf den Weg zum Fest der Reitaku-Uni. Ich fuhr nach Hause.


Soweit von mir.


Nebenbei bemerkt habe ich am folgenden Tag geplant auch zur Reitaku-Uni zu gehen. Somit habe ich dann innerhalb von einem Monat die Herbstfeste von drei unterschiedlichen japanischen Universitäten besucht.



Montag, 19. Oktober 2009

In "fremden" Gefilden - Herbstfest an der Keio-Uni

Wie schon im letzten Post angekündigt, habe ich mich am Sonntag dem 18. Oktober auf dem Weg zum SFC-Campus der Keio-Universität gemacht. Dort fand das alljährliche Herbstfest statt. Aufmerksam wurden wir (Shu, Nami, Annika und ich) durch Risa, welche eine japanische Austauschstudentin an der MLU war, und nun wieder in Japan lebt.

Die Meute des Tages. Heute von Rechts nach Links: Annika, Risa, Nami, Shu und meine Wenigkeit. Alle beim Futtern erwischt. Nur wer knipste das Bild???

Wir haben uns zur Mittagszeit an dem zum Campus nächstgelegenen Bahnhof (Shounandai) verabredet. Dieser war (trotz Expressbahn) circa eineinhalb Stunden von unserem Wohnheim entfernt. Danach gab es aber noch eine klein Busfahrt und ein Fußmarsch. Je näher wir dem Campus kamen, desto mehr Studenten kreuzten unsere Wege. Am Campus angekommen, waren es dann nur noch Studierende…

Ich war schon einmal im Februar an diesem Campus der Keio gewesen. Damals gab es dort eine kleine Führung und eine Willkommensparty für uns (Link zum alten Beitrag: hier). Im Vergleich zu damals war diese Mal das Campusgelände wesentlich lebhafter und bunter. Wo man nur hinsah gab es Imbissbuden, Bühnen – und vor allem – Japaner. Vor vielen Bühnen hatten sich solche Menschenmassen versammelt, dass die etwas kleineren Mädels in den hinteren Reihen nichts sehen konnten. So musste ich mit meiner Größe trumpfen, und fleißig Bilder und Videos sammeln. Hier eine „Bauchtanz“-Gruppe:

Links die Bühne, Rechts das Publikum. Es war voll, und nur ich konnte in den hinteren Reihen etwas sehen und filmen. Ich nehme im Video kurz die Kamera runter. So kann man die Perspektive von Risa, Shu, Nami und Annika erahnen. Übrigens stammt das "Ooooooohoooohoooou" in dem Video NICHT von mir! Neben mir war wohl jemand von dem lasziven Bewegunge der Mädels in den knappen Kostümchen überwältigt. Konnte ich ja auch nachvollziehen...

Einige der Japaner liefen zielsicher auf uns zu und versuchten uns an die Imbissbuden ihrer Uniklubs zu führen. Da wir noch nichts zum Mittag gegessen hatten, konnten sie sogar Erfolge verbuchen. So haben wir uns nacheinander viele kleine Snacks gegönnt.

Leckerste Delikatessen. Links ein Tamasen. Das ist ein Spiegelei mit diversen Soßen auf "Esspappe" serviert. Es wird zwischen zwei leckeren "Esspappscheiben" geklemmt, und wie ein Sandwich verzehrt. Rechts kann man einen Frankfurther mit Stock im Hintern bestaunen.

Süßkram vom feinsten: Shu hat sich ein paar Waffeln mit Erdbeer- und Schokosoße gegönnt, während ich mir mit Schokosße übergossene Teigbällchen einverleibt habe. Die waren übrigens noch mit Bananenstückchen gefüllt. Nicht zu sehen ist der Honigtoast, welcher mit einer Vanilleeiskugel und Erdbeersoße verkauft wurde. Nebenbei mussten wir das Eis mit Stäbchen essen. Sehr extravagant.

Während wir so herumstreiften trafen wir sogar auf viele alte Gesichter, welche uns damals im Februar und März auf unseren vielen Ausflügen begleitet haben. Es wurden natürlich auch schnell ein paar Erinnerungsfotos geknipst und ein paar kurze Worte gewechselt. Leider mussten sie aber wieder fix an ihre Posten zurück, weil sie halt verschiedene Arbeiten erledigen mussten. Trotzdem: dieses Wiedersehen hat Freude bereitet.

Insgesamt haben wir Rio, Shinobu (mit runtergeklappten Mundschutz im obersten Bild), Shunsuke, Narumi, Maki und Masaya getroffen. Alle waren über das unangekündigte Treffen überrascht und erfreut. Andere Freunde waren leider entweder nicht auf dem Fest, oder gerade im Ausland (mache sogar in Deutschland).

Gegen 18:30 Uhr gab es dann noch ein kurzes, aber nicht minder schönes Feuerwerk. Begleitet von „Ohhhhs“ und „Ahhhhs“ flogen bunte Lichter durch den nächtlichen Herbsthimmel.

Knallglitzerfunkel!!! Einige der schönsten Effekte begeneten uns in Formen von fliegenden Herzen und Sternchen, sowie einem Fächer aus Goldfunken. Alles aus nächster Nähe.

Danach war das Fest vorbei und die Uniklubs machten sich an die Aufräumarbeiten. Für uns und die restlichen Besucher des Festes hieß es nun nach Hause zu gehen, wobei alle das lokale Nahverkehrssystem kurzfristig überlasteten. Nami und ich verabschiedeten uns noch nacheinander von Annika, Shu und Risa, bevor es für uns beide gen Warabi ging.

Nach einer zweistündigen Fahrt und einer spontanen Rushhour mitten in der Nacht kamen wir wieder im DK Warabi an. Als ich das Foyer betreten habe, hat mich ein Paket mit meiner Zimmernummer angeschaut. Ich hab Post bekommen! Nun bin ich Kleidungstechnisch für alle kommenden Wetterbedingungen gerüstet. Auch von heimischen Süßigkeiten und Leckereien kann ich nun wieder etwas naschen. Aber gut rationieren!

Nachdem noch etwas gechattet und gelernt wurde, ging es auch in das heißersehnte Bettchen. Am nächsten Tag begann ja wieder der „Alltagstrott“.


Soweit von mir.


Vorschau: Vom 1. November (So.) bis 3. November (Di.) findet das Kulturfest an der Sophia statt. Der 2. November wird wahrscheinlich als Brückentag genutzt, weil der 3. November ein Feiertag ist (Tag der Kultur; Geburtstag des ehemaligen Meiji-Tenno* und mir). Mal sehen, was da so abgehen wird.

*Meiji-Tenno: Mit Eigennamen und zu Lebzeiten Mutsuhito (* 03.11.1852 in Kyōto; † 30.06.1912 in Tokyo) war der 122. Tenno von Japan (Wikipedia).