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Freitag, 4. Dezember 2009

Yotsuya - Was darf ich Ihnen empfehlen?

Zurzeit wollen die Lehrer wieder einiges von uns wissen. Und das am besten mit einem Stift auf Papier geschrieben und danach zur Korrektur abgegeben.

In dieser Woche stand am Montag (30. Nov.) ein weiterer Teil unserer Halbjahresprüfung an. Es war der Hörverständnistest, bei dem uns Nagasu-sensei die Aufgaben und ihre Antwortmöglichkeiten vorgelesen hat, bevor sie uns dann die jeweiligen Konversationen dazu von einer CD abgespielt hat.
Für mich war es das erste Mal, dass ich solch eine Prüfungsform gehabt habe. Und nun hat mein Anti-Freund (die Prüfung) eine weitere Facette des Grauens erhalten. Denn die Tücken dieser Tests liegen darin, dass wir unsere Antwortvorgaben (schnell) diktiert bekommen und daher nur flüchtige Notizen machen können. Aber wenn man nicht genau bei der Konversation hinhört, kann man die sich nur in Nuancen unterscheidenden Antworten nicht finden. Echt heimtückisch.
Aber davon abgesehen, muss man sonst nicht allzu viel schreiben. Der Rest des Tests bestand dann größtenteils aus Kreis- und/oder Kreuzemalen (Richtig oder Falsch).

An den nächsten Tagen haben sich die fast schon zur Routine gewordenen Tests und Quizzes fortgesetzt. Mittlerweile haben wir sehr viele Lesevokabeln, sodass wir zwei Quizzes (statt einem) darüber schreiben (als ob es nicht schon genug davon gäbe). Insgesamt werden in 9 von den 10 Unterrichtsstunden, welche wir in der nächsten Woche haben werden, irgendwelche Leistungen von uns abgefragt.

Aber anstatt mich nur über die Arbeit zu beschweren, kann man ihr auch (manchmal) ein paar positive Seiten abgewinnen. Für einen Gruppenvortrag über empfehlenswerte Orte für Austauschstudenten in Yotsuya haben Nami, Marlene (Jurastudentin aus Trier; wohnt auch im DK Warabi) und ich uns am Mittwoch dem 02. Dezember für eine Erkundungstour durch Yotsuya getroffen. Schließlich kennen wir bis auf die Uni auch nicht viel mehr von der Umgebung. Und das schien nicht nur uns so zu gehen, denn in Vorbereitung auf unseren Kurztrip habe ich einige japanische Studenten über ihre Empfehlungen für Yotsuya ausgefragt. Naja... Größtenteils habe ich fragende Gesichter und ein: "Hier gibt es eh nichts interessantes" erhalten. Na toll... Und worüber schreibt man nun?

Als ich Kazu gefragt habe, konnte er mir nach etwas Überlegen einen Ramen-Laden empfehlen, welcher für seine scharfen Gerichte berühmt sein soll. Somit hatten wir wenigstens eine heiße Spur. Und auch Marlene selbst kannte ein Kaffee in der Umgebung, was sie beitragen konnte. Und als ich das von Kazu vorgeschlagene Lokal im Internet suchen wollte, bin ich auf eine Seite gestoßen, welche verschieden Lokalitäten u.a. auch in Yotsuya vorstellt (Bingo!). Somit kamen wir auch schlussendlich auf eine kleine Anzahl an Orten, welche wir für unseren Vortrag verwenden konnten und nur noch abklappern mussten.
Da wir für unseren Vortrag auch ein bebildertes Faltblatt erstellen wollten, habe ich meine Kamera mitgenommen und fleißig drauf los geknipst. Ich habe die Bilder auch schon nachbearbeitet, sodass sie nur noch in das Faltblatt eingefügt werden müssen. Und das sind sie:




Das sind unsere Geschäfte, welche wir empfehlen: Am Anfang war die Bank. Für alle, welche ein japanisches Konto für ihr Stipendium brauchen, ist sie der wichtigste Ort. Danach kommt ein Buchladen, bei dem man seine Bücher erstehen kann, wenn der Universitätseigene Verkäufer keine mehr haben sollte. Als nächstes kommen zwei Restaurants von denen das linke die Empfehlung von Kazu war. Wem der Sinn nach Süßem steht, der kann die zwei folgenden Caffès besuchen. Wer aber lieber Entspannung sucht, der kann entweder in die Jazzbar gehen oder den nahegelegenen Park besuchen.

Jedenfalls habe ich aber nicht nur zum Zwecke der Arbeit geknipst. Ich habe auch zwei weitere Momentaufnahmen machen können, welche ich den geneigten Lesern nicht vorenthalten möchte.


Das ist ein Schnappschuss, den ich auf dem Weg zur Uni in der Bahn gemacht habe. Nachdem ich in einem älteren Beitrag schon etwas über die Rushhour verfasst habe, gibt es nochmal eine kleine Sicht der Dinge von innen. Ich möchte jetzt nicht untertreiben, aber so ganz voll war es noch nicht. Ich hatte nämlich noch die Möglichkeit meine Arme zu bewegen, und meine Kamera zu bedienen.

Ich finde es sinnvoll die Böden innerhalb eines Gebäudes sauber zu halten, aber das Straßenpflaster um das Gebäude herum zu wischen zeugt von dem speziell japanischen Sinn für Sauberkeit. Kein Tag vergeht, an dem ich nicht mindestens 10 Leute sehe, welche Gewege fegen, kehren, mit Wasser abspritzen - oder hier - wischen.

Und das war's leider auch schon vom spaßigen Teil. Der Vortrag ist am 07. November (Mo.) und bis dahin müssen noch ein paar Faltblätter gedruckt und ein Poster erstellt werden.

Am Donnerstag dem 03. Dezember war ein freier Tag, da die Uni zu Ehren des portugiesischen Missionars Francisco de Xavier einen Festtag veranstaltete. Dem Herren mit dem schwer auszusprechenden Namen (besonders für Japaner) verdankt die Sophia nämlich ihre Gründung. Denn der von den Japanern beeindruckte Xavier schlug im 16. Jh. in einem Brief an Rom die Gründung einer Universität in Tokyo vor.
Und ehe man sich versah, kamen im Jahre 1908 auch schon drei Jesuiten nach Tokyo, um eine Uni zu gründen. Und warum braucht man dafür knapp 400 Jahre? Ganz einfach: Die japanische Regierung entschied sich in den 30er Jahren des 17. Jh. unter anderem keine Missionare und Portugiesen mehr in das Land zu lassen (Sakoku: starke Einschränkung der außenpolitischen Handelsbeziehungen). Und das für ganze 200 Jahre. Und somit wurde der Fall erstmal zu den Akten gelegt. Und bis man sich wieder daran erinnert, kann auch wieder etwas Zeit vergehen.


Aber erstmal genug von der (extrem gekürzten) Geschichtsstunde. Ich hätte ja gerne an diesem Tag die Uni besucht, aber gewisse Dinge (wie Lernen) haben halt Vorrang. Und auch das regnerische Wetter lud nicht zum Herumspazieren ein.


Soweit von mir.


Montag, 2. November 2009

Ein (Feier-)Tag an der Sophia

Am Montag dem 2. November war der zweite Tag des dreitägigen Herbstfestes auf dem Yotsuya-Campus der Sophia. Und da ich schon ein Student dieser Uni bin, sollte ich auch mal an mindestens einem der Festtage dabei sein.

Ich bin also mit Liane gegen 09:15 Uhr auf dem Unigelände aufgeschlagen und war etwas zu früh dran. Wir wollten uns gegen 10:00 mit einigen Mitgliedern des Haribo-Zirkels treffen (Deutsch-Japanischer-Austausch). Bis es soweit war, liefen wir noch etwas durch die Uni und schauten den Studenten beim Aufbau ihrer Imbissbuden zu.


Die zwei größten Straßen auf dem Campus haben die Form eines Kreuzes (christliche Uni halt). Und auf dem Schnittpunkt dieser Straße stehe ich mit Liane und filme die Ruhe vor dem Sturm. Ton aus, wer keine Kommentare hören will. Übrigens ist es keine "zweite Kreuzung", sondern die "zweite Abzweigung". Kleiner Versprecher.

Pünktlich haben wir uns dann am Haupteingang mit Aoi und Ruri getroffen und sind dann erst einmal zur Hauptbühne gegangen. Die erste Aufführung gehörte dem „Kunstclub“, dessen abstrus maskierte Mitglieder mit wildem Kopf- und Körpergeschüttel zu Heavy Metal Musik weiße Leinwände schwarz anmalten. Kunst halt. Danach kam ein Zirkel, welcher seinen Liedtext in Zeichensprache übersetzte. Das Letzte was wir auf der Hauptbühne angesehen haben war ein Lied von einem ein Jazzzirkel.

Übrigens bestand die "Meute des Tages" dieses Mal aus Ruri, Liane und Aoi (v.l.n.r.).


Das Programm der Hauptbühne lag auf dem Campus aus. Wie man unschwer erkennen kann, war der Kunstclub (oder Club der schönen Künste) am zweiten Tag als erster dran. Leider kann man auf dem Bild nichts von deren rumgezappel erkennen.

Nachdem ich mir eine Frankfurter sowie eine Mochi Waffel genehmigt habe, verzogen wir uns aufgrund der frischen 17°C in eines der Gebäude. Innerhalb der Gebäude waren die anderen Zirkel und Clubs und hielten diverse Veranstaltungen ab, oder bauten Ausstellungen auf.

Wir besuchten beispielsweise die Ausstellung des schon oben erwähnten Kunstclubs, die genauso abstrus wie seine Aufführung auf der Hauptbühne war. Es gab auch eine Ausstellung über Eier und eine kleine Videovorführung des Videoclubs. Schon wieder „Kunst“…

Etwas längere Zeit blieben wir bei dem Musikclubs für brasilianische Musik, für Swing Jazz und Gospel. Die letzten beiden haben wir auf Bitten von Aoi besucht, da einige ihrer Freundinnen dort mitmachten. Folgend ein paar Eindrücke...

Swing Jazz is ne tolle Erfindung. Hier ist das "Sophia University Swing Jazz Orchestra" zu sehen und zu hören.




Eine sehr euphorische Truppe diese "Safro Family". Gospel macht viel Laune und schafft eine Superstimmung. Wie die auf der Bühne abgehen können. Für meinen Geschmack wiederholt sich der Text zu oft in einem Lied. "And higher, and higher...".

Nachdem wir dem Gospel gelauscht haben, mussten sich auch unsere Wege gegen 13:00 Uhr wieder trennen. Ruri und Aoi gingen arbeiten, Liane machte sich noch auf den Weg zum Fest der Reitaku-Uni. Ich fuhr nach Hause.


Soweit von mir.


Nebenbei bemerkt habe ich am folgenden Tag geplant auch zur Reitaku-Uni zu gehen. Somit habe ich dann innerhalb von einem Monat die Herbstfeste von drei unterschiedlichen japanischen Universitäten besucht.



Sonntag, 20. September 2009

Sonntags in der Uni

Etwas besser genächtig habe ich mich heute am 20. September aus dem Bett erhoben und zusammen mit Nami in der Wohnheimküche mein Frühstück gemümmelt und Fernsehen geschaut. Danach ging es zusammen mit Liane und Stefan die Gegend erkunden. Obwohl die Gegend um den Bahnhof nur so vor Spielhallen und Hostessenclubs strotzt, ist es in der Wohngegend recht wohnlich und ruhig. Leider hab ich die Kamera nicht dabei gehabt, und konnte so nicht den Supermarkt, die Post und die Golfanlage fotografieren, welche wir auf dem Weg gesehen haben.
Nachdem wir den Supermarkt unsicher gemacht haben, wollten wir uns von Stefan den Campus der Sophia-Uni zeigen lassen. Dazu sind wir nach einem kleinen Abstecher ins Wohnheim, bei dem ich auch meine Kamera geholt habe zum Bahnhof in Nishi-Kawaguchi gelaufen. Nebenbei hab ich auch ein paar Impressionen eingefangen.
Man sieht die Gr
undschule, in der auch Sonntags die Kinder herumwuseln, die unzähligen Spielplätze und die "belebtere" Bahnhofsgegend.

Als wir dann mit der Bahn nach Yotsuya gefahren sind und den dortigen Bahnhof verlassen hatten, sahen wir gleich die Universität, welche für die kommenden Monate unser Ort des Wissenserwerbs sein wird: Die Sophia-Universität. Das Gebäude ist aber mit dem japanischen Namen der Uni beschriftet: Jōchi Daigaku. Auf dem campus zeigte uns Stefan die einzelnen Gebäude und stellte uns die wichtigsten Plätze vor, mit denen wir es zukünftig zu tun haben werden. Wir sahen unter Anderen die Bibliothek von Außen und die Mensa mit schönem Ausblick.










Nach einer kleinen Spritztour in der Umgebung und einem Mittagessen (Ramen) fuhren wir nach Ochanomizu. Dort gibt es aufgrund einer nahegelegenen Musikschule viele Instrumentengeschäfte, in denen Nami nach einer günstigen Gitarre Ausschau gehalten hat.

Noch ohne Gitarre, aber mit schweren Füßen ging es jedoch wieder zurück...


Nun noch eine kleine Sache im Bezug auf meine Einträge: Künftig werden nun Sammeleinträge geschrieben in denen ich mehrere Tage zusammenfassen werde. Das mache ich daher, weil ich für einen Einstufungstest am kommenden Freitag lernen muss, und somit weniger Zeit haben werde etwas zu tippen. Auch an den Unitagen werde ich mehr lernen müssen.
Dennoch werde ich mir weiterhin Mühe geben etwas über meine Erlebnisse zu berichten. Wenn nun auch nicht mehr täglich...


Soweit von mir.

Donnerstag, 26. Februar 2009

Gaumenschmaus und Zukunftsvisionen...

(Donnerstag 26. Februar)

Heute war ein toller Tag. Zuerst fanden wir selbstständig in der großen, großen Stadt Tokyo den kleinen, kleinen Mita Campus der Keio Universität wieder. Dort sollten wir uns (eigentlich) vor der Bibliothek mit Prof. Dr. Oberländer treffen. Denkste! Zuerst wurden wir von einer japanischen Dozentin (Name entfallen) gefunden und wurden zu Frau Murata geführt, welche mit uns spontan ein kleines Gespräch anfing und uns auch über das Studium an der Keio informierte. Sie war nämlich diejenige, welche ab Herbst die Ausbildung von den zukünftigen Keiostudenten unter uns leiten wird. Sie sprach sehr verständliches Japanisch und war sehr nett zu uns. Hat Spaß gemacht.

Während des Gespräches wurden wir auch von unseren Professor gefunden, welcher uns danach zum Essen eingeladen hat.

Auf den Weg zum Restaurant fällt so eine Gruppe von 5 Gaikokujins (Ausländern) schon auf. Nicht nur, weil sich darin zwei (für Japaner) riesige Menschen befanden, sondern auch die Haarfarben aus der sonst schwarzen und dunkelbraunen Haarmonotonie herausstachen (3x Blond, 1x Braun, 1x Rot und 1x Vanille-Himbeere von Shu).

Am Restaurant angekommen warteten auch schon einige weitere Japaner sowie Hallestudenten auf uns. Es war ein italienisches Restaurant, der Tisch war reserviert und das Drei-Gänge-Menü war schon in den Startlöchern. Man konnte für jeden Gang aus einer kleinen Liste selber wählen, was es gab. Meine Wahl war Salat mit gegrillten Hühnchen, Pizza Margherita und etwas Wallnusseis als Dessert. Eine Extraportion war auch wieder mal drin...

Rekord: Die "Meute des Tages" umfasste dieses Mal stolze 14 Leute. Das ist das einzige Foto des Tages, welches ich von Shu bekommen habe, da ich meine Kamera vergessen habe.
(v.l.n.r. hinten: Shunsuke, Herr Prof. Dr. Oberländer, Ich, Oota-sensei. Mitte: Anne, Keishiro, Caro, Franzi, Annika, Toru . Vorne: Chihiro, Caro, Shu, Nami, Kanako)


Nach dem Essen wurde noch ein wenig geschwatzt, und dann trennten sich die Wege. Annika und Shu machten sich auf den Weg zum Yasukuni-Schrein; Nami und ich gingen zusammen mit Anne, Franzi, Shunsuke und Keishiro zum Yotsuya-Campus der Sophia-Universität. Schon von weiten erkennt man die christliche Tradition dieser Uni, da auf dem universitäteigenen Kapellengebäude ein großes Kreuz thront. Ja... Da soll ich nun nächstes Jahr eventuell studieren.

Das war auch schon wieder alles vom Tag. Er war kurz und billig...

...im Gegensatz zu Morgen.