Posts mit dem Label Video werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Video werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 19. Dezember 2010

Streifzug durch Tokyo

Einigen wird es vielleicht schon aufgefallen sein, dass meine Zahl an Blogeinträgen zurzeit unter das bisher gewohnte Limit von einem Beitrag pro Woche gesunken ist. Das liegt zum einen daran, dass ich zwar gerne etwas über japanbezogene Themen schreiben wollen würde, mir aber mittlerweile die eigenen Erfahrungen bzw. Materialien dazu fehlen, diesem Blog meinen Ansprüchen genügend, zu gestalten.

Da ich zu den Themen auch gerne selbst etwas über meine eigenen gemachten Erfahrungen schreiben möchte, wäre es im diesem Sinne einfach nur unangebracht, wenn ich alles nur aus dritter Hand recherchieren würde. Ich könnte zwar schon etwas über Kyoto oder den Fischmarkt in Tokyo berichten, aber da ich (leider) noch nie an einem dieser Orte war oder eigene Bilder gemacht habe, wären meine Quellen eben nicht aus erster Hand, und man könnte sie genauso gut woanders nachschlagen.

Deswegen fahre ich mit dem Betrieb solange etwas runter, bis ich auch wieder etwas spannendes über (oder in) Japan erfahren haben sollte, was ich auch selbst erlebt habe.


Beispielsweise das hier:

Durch Zufall stieß ich heute in Youtube auf den Videochannel von egauwauemon, welcher größtenteils selbstgemachte Stadtaufnahmen aus Japan auf seinen Channel geladen hat. Da diese Videos aus der Fußgänger-Perspektive und nur mit den originalen Straßengeräuschen aufgenommen wurden, fühlt man sich beim Betrachten dieser fast schon selber wie ein Passant, welcher gerade in Akihabara, Asakusa oder unter den Kirschblüten flanieren geht.

Speziell für mich boten sich viele Szenen vertraute Orte, an welchen ich schon einmal entlanggelaufen bin. Es fühlte sich schon fast so an, als sei ich wieder dort.

Wer also schon immer einmal die Atmosphäre einer tokyoter Fußgängerzone erleben wollte, der sollte unbedingt einmal in diesem Channel vorbeischauen (und dem Autor auch vielleicht auch ein kleines Kommentar schreiben). Diese Videos vermitteln wirklich eine spezielle Authentizität...


Für mich speziell sind einige Szenen pure Nostalgie.


Soweit von mir.


Mittwoch, 3. November 2010

Beliebt oder Blamabel? - Ausländer in Japan

Diese Frage habe ich mir zumindest schon oft in Japan gestellt, denn das Bild eines Ausländers in Japan wird nach Art und Typ (des Japaners und des Ausländers) unterschiedlich wahrgenommen.

Einerseits wären da zum Beispiel die Populärmedien. Nichtjapanische Models sind in den Straßen auf fast jedem zweiten Modeplakat abgebildet, und auch im Fernsehen kann man einige von ihnen in den Werbespots erblicken. Schöne, große Augen und hellere (nicht schwarze) Haare und Augen gelten auch im fernen Osten als derzeitiges Ideal für Schönheit, was "Westler" wiederum für diese Jobs geradezu prädestiniert. Und da muss es in Japan keine überteuerte Heidi oder Naomi sein. Hauptsache schön "westlich".


Brillenwerbung 1: Schön, mondän und westlich. Trage Brille und sei fremdländisch! Zumindest ist das die Aussage, welche ich aus diesem Spot ziehe.

Trifft ein Japaner aber im realen Leben auf einen (nicht japanisch aussehenden) Ausländer, so gibt es ebenfalls einige Dinge, welche man beachten sollte, um Missverständnisse zu meiden:

Zu allererst sollte man beispielsweise als Fremder davon ausgehen, dass einige Japaner eher ungern mit (noch fremden) Ausländern reden wollen. Das nun aber NICHT im Sinne von Fremdenfeindlichkeit, sondern eher aus der Befürchtung heraus, dass ihr Englisch nicht gut genug sein könnte (was ab und an auch zutrifft), und sie sich und ihren Gesprächspartner blamieren. Sollte man etwas Japanisch - sei es auch nur "sumimasen" (Entschuldigung) - sprechen können, so kann man zumindest schon einmal das Eis bei der Kontaktaufnahme etwas brechen.

Nebenbei bekommt man für ein banales "Guten Tag" auf japanisch auch schon einmal ein "Sie sind aber gut in Japanisch" als Kompliment erwidert. Unterschwellig steht nämlich noch immer die Devise, dass man als Ausländer wahrscheinlich schwer ist Japanisch zu sprechen, zu verstehen oder zu lernen, und dass der kleinste Fetzen an Japanisch schon lobenswert ist.
Wie es halt mit dieser Fremdsprache ist: DAS "perfekte"Japanisch ist nur SEHR SCHWER zu erlernen, und ein Japaner erkennt die Unterschiede zwischen "Muttersprache" und "gelernt" recht gut. Ein absolut perfekt Japanisch sprechender Ausländer ist sogar schon ein wenig suspekt.

Zusammen mit dem ersten Absatz habe ich folgenden Schluss gezogen: Die schönen Ausländer kommen zwar in die Modezeitschriften und ins Fernsehen. Kann man aber dazu noch perfektes Japanisch, so ist man gleich viel sympathischer. Ein schöner Mensch ist zwar erstrebenswert, aber solange man nicht mit ihnen kommunizieren kann, bleibt man lieber auf Distanz.
Daher sind auch viele Halbjapaner in den Riegen der japanischen Promis zu finden, welche neben den westlichen Zügen auch noch die japanische Muttersprache beherrschen.


Brillenwerbung 02: Die Dame im Spot heißt Becky (bekkii) und ist eine Halbjapanerin mit einem britischen Vater.

Geht es allerdings um auslandsbezogene Themen (etwa: internationale Wochen bei Bürgerkette "XY"), so werden auch einmal gerne die Fremdländer vor die Kamera geschoben und zum Sprechen gebracht. Natürlich nicht auf japanisch und nach Bedarf auch mit Klischees.
In einem Land wo man eher Wert auf Zurückhaltung legt, kann man als lockerer Ausländer schon einmal hervorstechen. Das spiegelt sich auch in einigen Spots wieder:


Wem das Verhalten des Mannes ein wenig suspekt vorkommen sollte, der ist nicht allein. Ob nun die japanischen Werbestrategien an einem Ausländer etwas komisch wirken, oder ob es ein Ausländerbild von Japanern ist, sei als Frage für alle in den Raum gestellt.

Bei allen vorhandenen Hemmungen von Japanern, gibt es aber auch noch die andere Seite. Denn viele Japaner interessieren sich auch für das Ausland und würden beispielsweise gerne einmal nach Deutschland oder in andere europäische Länder reisen. Und wenn sie dann Erfahrungen mit anderen Kulturen sammeln konnten, so sind sie auch etwas aufgeschlossener gegenüber Fremden.
So kann es nämlich auch einmal vorkommen, dass man in der Bahn urplötzlich von jemandem auf englisch oder deutsch angesprochen wird, und aus heiterem Himmel über sein Heimatland ausgefragt wird.


Soweit von mir.


Mittwoch, 27. Oktober 2010

Gut informiert - Bahnbildschirme

Will man in der Riesenmetropole Tokyo keine langen Fußmärsche in Kauf nehmen, so wird man zwangsläufig auch nicht um das Bahnfahren herumkommen. Und wer es einmal schaffen sollte, in bestimmten JR Linien mitzufahren, der wird im Waggon über der Tür eine interessante Entdeckung machen.

Dort sind in einigen Linien jeweils zwei LCD-Monitore angebracht, welche allerlei nützliche und unnütze Informationen vermitteln:


Diesen Bildschirm habe ich oft gesehen, wenn ich von der Uni zum Wohnheim zurückgefahren bin. Ochanomizu kommt gleich nach Yotsuya, wenn man den Rapid der Chuo-Linie in Richtung Tokyo Bahnhof nimmt.

Meistens im Doppelpack hängen diese Monitore beispielsweise an den Ausgängen der JR Keihin-Touhoku-Linine oder der JR Chuo-Linie. Der rechte Bildschirm zeigt Informationen über den aktuellen Bahnverkehr, wie etwas die nächste und die folgenden Haltestellen und auch dortige Umsteigemöglichkeiten. Ebenfalls werden auch beispielsweise die anderen Linien angeführt, welche derzeit wegen irgendwelchen Gründen ausgefallen oder verspätet sind, und auch die Positionen der Rolltreppen am nächsten Bahnhof werden dargestellt, damit man schnell vom Bahnsteig wegkommt (Praktisch in der Rushhour).

Neue Informationen wegen verspäteten Linien werden immer mit einem kleinen Tonsignal kenntlich gemacht, und dann sollte besser nachschauen, ob nicht die eigene Umsteigebahn betroffen sein könnte. Sollte einmal starker Wind oder Regen sein, dann sind diese Listen meistens sehr lang.

Diese Anzeigen sind noch in älteren Bahnen zu finden, welche zwar nicht so viele Infos, wie die neueren Modelle anzeigen, aber sind immer noch eine große Hilfe darstellen, wenn man die genuschelten Ansagen des Bahnbeamten nicht verstanden haben sollte.

Der linke Bildschirm ist nun für alle Leute, denen die Nachrichten über andauende Verspätungen schon zu viel geworden sind. Dieser zeigt nämlich Werbung in Dauerschleife. Auf längeren Fahrten ohne Buch oder Gesprächspartner, schaut man dann automatisch in die Richtung der bunten und bewegten Bilder.

Doch nicht nur Werbung wird dem wehrlosen Bahnfahrer entgegengestrahlt. Es werden auch einige interessante, kleine Spots eingespielt, bei denen man eine Wissensfrage beantworten muss, oder in denen man eine kleine Trivia lernt. Ständige Begleiter vieler meiner Fahrten waren unter anderem eine kleine Schaumflocke mit Hirntrainingsfragen, ein (naja... etwas schmieriger) Ausländer mit englischen Sprachfragen und ein arg aufgehübschtes Mädel mit Schönheitstipps. Auch Nintendo hat vor seinem Werbespot eine kleine Trivia erklärt.

Am meisten Spaß machte es übrigens, wenn neue Rätsel kamen, und man mit seinem jeweiligen Begleitern in der Bahn um die Wette raten konnte. Kannte man das Ergebnis schon vorher, so konnte ich den anderen die Ergebnisse hämischerweise vorsäuseln.

Einziger Schwachpunkt an dem "BahnTV" ist, dass man das Programm nicht selber wechseln kann.


Soweit von mir.


Dienstag, 19. Oktober 2010

Jahreszeiten - Gefühlssache

Die Idee für diesen Beitrag kam mir, als ich eines Tages auf einen Begriff namens fuubutsushi stieß, welcher Objekte beschreibt, die Gefühle von Jahreszeiten hervorrufen können. Und solche Objekte gibt es in einem Land, welches sich noch sehr mit den Jahreszeiten verbunden fühlt, reichlich.

Neben den auch hierzulande bekannten Klassikern wie rotes Herbstlaub oder Weihnachtsbeleuchtung, gibt es auch einige japantypische Reize, bei denen der Japaner in Gedanken der dazugehörigen Zeiten verfällt. Viele dieser Dinge werden auch in Geschichten oder Filmen verwendet, um ein besseres Gefühl für die gerade vorherrschende Zeit hervorzurufen. Gehen wir mal einige Dinge anhand von beispielhaften Situationen durch.

Einige der Begriffe im Text wurden übrigens verlinkt. Meistens sind es Videos oder Bilder zur besseren Anschaulichkeit. Sind die Wörter also unterstrichen, kann man draufklicken.

Frühling

Stellt euch einmal einen japanischen Mittel- oder Oberstufenschüler vor, welcher an seinem ersten Tag im neuen Schuljahr zu seiner Schule geht, während überall blassrosa Kirschblüten herabfallen. Wer diese Bild schon einmal in seiner Lieblingsserie gesehen hat, der merkt es sofort: Dort herrscht gerade Frühling!
Kirschblüten und das gemeinsame Essen unter den Bäumen sind der Schlüsselreiz dieser Jahreszeit, und haben sogar ein eigenes Vokabular. Nebenbei gibt es sogar für jeden Monat eine charakteristische Blume, Blüte oder Pflanze. Wer schon einmal das Kartenspiel hanafuda gespielt hat, der weiß, was ich meine.
Ebenso beginnt für die Schüler und Studenten am 1. April ein neues Schuljahr beziehungsweise Semester, und auch für die arbeitende Bevölkerung geht es wieder in ein neues Arbeitsjahr. Der Frühling ist also auch die Zeit des (unbeliebten) Neuanfangs.

Unzertrennlich: Der Japaner und die Kirschblüten im Frühling.

Hina matsuri und kodomo no hi liegen genauso im Frühling, wie die Golden Week.

Sommer

Wenn die Regenzeit endlich vorbei ist, kann man bei schwüler Hitze auf der Terrasse sitzen, während in der Ferne die Zikaden kreischen und im offenen Fenster ein Windspiel klingelt. Abends geht es dann im yukata (Sommerkimono) auf ein kleines, lokales matsuri (Fest) und man schaut sich später am Flussufer noch ein großes Feuerwerk an, während man in eine Wassermelonenscheibe beißt und das dazugehörige „Ahh...! Natsu da ne!“ jauchzt. Zu Deutsch: „Ahh...! Es ist Sommer!“

In Japan knallts nicht zum Neujahr, sondern im Sommer.

Ebenfalls der Sommer: Große Wolken und Mädels im yukata.



Die Windspiele verschaffen mit ihrem klaren Klang ein Gefühl von Frische.

Da es zu dieser Zeit sehr heiß und unangenehm werden kann, haben sich viele Tricks zum Kühlen in den Sommermonaten entwickelt, welche auch zu fuubutsushi geworden sind. Runde oder Faltbare Fächer gehören ebenso zur „Sommerfrische“ (hisho), wie das Versprengen von Wasser (uchimizu) oder (etwas unromantischer) der Ventilator und die Klimaanlage.

Auch eine tolle Erfrischung: kakikoori. Geraspeltes Wassereis mit Sirup.


Das Versprenkeln von Wasser soll durch die Verdunstungswirkung auf dem Boden kühlen. Im Video sieht man das alljährliche uchimizu der Maids in Akihabara. Nebenbei kann man auch kurze Blicke auf die Fächer und die yukata erhaschen.


Herbst

So langsam nähert sich der Herbst mit kühlen Winden und blutrot verwelkenden Ahornblättern, und man kann schon kleine rote Libellen umherschwirren sehen. An Schulen und Universitäten ist man mancherorts mit Sport- oder Kulturfesten beschäftigt und in der Nacht kann man zusammen mit Freunden den großen Herbstmond am Himmel betrachten, während die Grillen im Gras zirpen.

Roter Ahorn: Man sollte im Herbst auf den Berg Takao klettern. Die Herbstfarben sind atemberaubend.

Winter

Während der kalten Jahreszeit kann man besonders in der Vorweihnachtszeit glitzernde und funkelnde Dekorationen an Bäumen und Häusern finden. Wenn es draußen sehr kalt ist, kann man es sich in der Wohnung unter dem kotatsu (Tisch mit Heizung) bequem machen und fernsehen.

Holzpyramide versus Illumination: Vergleichsweise mal die etwas mehr "deutsche" und die "japanische" Dezemberstimmung.

Altes Bild. Beim Deutsch-Gasshuku 2009 hatte ich einen kotatsu im Zimmer. Da es im Raum recht kalt war, kann man der dicken Decke und dem Heizstrahler darunter die Heizarbeit machen lassen. Direkt in der Nähe davon stand übrigens der Fernseher.

Zur Jahreswende strömen viele Menschen zu den Tempeln und Schreinen und beten für ein glückliches Jahr. Die Menschenmassen an den ersten drei Tagen im neuen Jahr sind dann unglaublich groß.

Am Schrein von Warabi ging es noch verhältnismäßig gediegen vonstatten. Jedoch war der Meiji-Schrein im Neujahr 2010 (wie immer) total überlaufen.


Die oben erwähnten fuubutsushi sind bei weitem nicht alles, was man erleben kann! darüber hinaus gibt es noch in der traditionell japanschen haiku-Dichtung bestimmte Begriffe, welche ihre eigene Zuordnung zu bestimmten Jahreszeiten haben. Die Japaner scheinen sich im Laufe der Zeit ein Händchen für solche Dinge entwickelt zu haben.

Mit einem solchen Vokabular kann man sich die Besonderheiten einzelner Jahreszeiten viel besser bewusst machen und lernt diese auch mehr zu schätzen. Man kann sich noch auf die Feuerwerke und Feste im Sommer oder Illuminationen im Winter freuen.
Man stelle sich nur einmal vor, hier würden schon die Lebkuchen im Sommer verkauft werden. Das würde doch die Vorfreude ruinieren, oder?


Soweit von mir.


Mittwoch, 13. Oktober 2010

Passt, Wackelt und hat Luft - Autos und Parken

Im modernen Lande Japan (und speziell Tokyo) leben viele, viele Menschen. Und wie es sich für das Leben in so einer fortschrittlichen Kultur gehört, ist auch das Auto ein unverzichtbarer Bestandteil des kleinen Mannes und der kleinen Frau.
Da es nun aber aufgrund der Masse an Menschen, und auch zwangläufig der Autos, zum Platzmangel kommt, haben sich dort einige Tricks und Kniffe zum Zwecke des platzsparenden Autoverstauens entwickelt.

Lebt man nun in dicht bebauten Gebieten mit engeren Straßen, so kann man sich von vornherein kein großes Gefährt leisten, da man in den schmalen Gässchen jäh stecken bleiben würde. Zwar möchte man sich gerne auch einen größeren Untersatz leisten wollen, aber dazu sollte auch der Platz da sein.
Aber auch wenn die Straßen mal nicht so eng sein sollten, so müsste man immer noch eine angemessene Autogröße finden, die einen eventuellen Hausparkplatz nicht die Hälfte des sonst so knapp bemessenen Grundstücks in Anspruch nehmen lassen würde.

Im Netz fand ich das Video eines in Japan lebenden Amerikaners, welcher über sein kleines Auto berichtet. Man beachte die Größenverhältnisse Auto - Mann, sowie Auto - Straßenbreite.



Lebt man beispielsweise in einem Apartment und kann sich keinen eigene Garage leisten, so muss man auf bereitgestellte Parkplätze ausweichen. Damit jeder auch einen Stellplatz für sein Auto finden kann, werden auch für die Bewohner des Wohnblocks bereitgestellt. Aber auch hier wurde platzsparend taktiert, und man parkt ökonomischer.

Stellplatz für Hochstapler. Dieses Konstrukt stand in der Nähe eines Apartmentblocks hinter dem DK House und nutzte das bereitgestellte Grundstück zum Parken um das Dreifache aus. Es hat auch ziemlich gerattert, wenn jemand seinen Wagen aus diesem Stahlmonster geholt oder verstaut hat.

Das hier sind im Boden eingelassene Drehscheiben, um wichtigen Platz für Wendemanöver einzusparen. Rückwärts einparken war noch nie einfacher. Bei einigen Tiefgaragen wird das Auto auf einer Gondel geparkt, auf welcher dann der Brummi neben anderen Vehikeln zur Seite gehängt wird.

Wenn es also ums Platzsparen geht, kann man wieder den japanischen Erfindungsgeist in seiner vollen Blüte erleben.

Und egal, ob man einen dicken BMW oder einen kleinen Suzuki sein Eigen nennt: Auch der Japaner liebt sein Auto.


Soweit von mir.


Dienstag, 5. Oktober 2010

Unterhaltung pur - Fernsehen in Japan

Wenn man in Japan einmal die Gelegenheit hat, es sich am Abend auf einer Couch bequem machen zu können und den Fernseher einzuschalten, wird man in eine etwas andere Unterhaltungswelt eintauchen, als man es wahrscheinlich in Deutschland gewohnt ist. Die Eigenheiten der japanischer Fernsehkultur, denen man beim gemütlichen Stündchen vor der Glotze begegnen könnte, sind sowohl interessant, als auch so umfangreich, dass man sogar eine Abschlussarbeit darüber schreiben könnte.

Erwähnt sei hier noch, dass ich mich insbesondere den japanischen Unterhaltungsshows widmen werde, da diese sich am stärksten von unseren Formaten unterscheiden. Nun aber Füße hoch, bitte nicht umschalten und bleiben Sie dran!

Die "Prime-Time" (also die Zeit, in der rein statistisch gesehen die meisten Menschen fernsehen sollten) wird in Japan als "Golden-Hour" bezeichnet und liegt ungefähr zwischen 20 und 21 Uhr. Dort strahlen die Sender ihre besten Formate ins Land und hoffen auf gute Einschaltquoten.

In dieser Zeit kann man auch viele Spezialsendungen sehen, die sich oftmals um ein oder mehrere spezielle Themen drehen, und in denen ein bekannter Moderator mit seiner Co-Moderatorin auftritt. Dieser begrüßt nun seine vielen, vielen Gäste, welche aufgrund ihrer Vielzahl platzsparend auf einer treppenartigen Tribüne platziert werden. Es gibt nämlich kein großes Gästesofa der Marke „Wetten Dass?“. Für den Fall, dass auch Spezialisten in der Show auftreten, sitzen diese dann auf der anderen Seite des Bühnenbildes, und dürfen von dort ihre hochgeschätzte Expertenmeinung abgeben.

Schön gestapelt: Bei oftmals mehr als zehn Gästen in der Show müssen diese platzsparend arrangiert werden.

Was einem übrigens an der Dekoration im Studio auffällt, ist die starke Dominanz knallbunter und ausladender Beschmückung. Ohne Rücksicht auf Verluste werden knallige Farben mit blinkenden Lichtern kombiniert und diese überall im Studio verteilt, damit dem Zuschauer bloß nicht langweilig werden könnte. Oftmals sieht man auch aufwändig zusammengestellte Blumensträuße, hinter denen sich auch schon ab und an ein Kameramann verstecken kann.

Nur ein kleiner Ausschnitt, aber man sieht, wie es im Hintergrund funkelt und strahlt.

Und es bleibt nicht nur bei dem Bühnenbild, wenn es um aufwändig gebastelte Dinge geht. Alles, was man genauer erklären oder zeigen möchte, wird entweder zusammen mit einem bunten Bild dargestellt, oder sogar im Studio, anhand von Puppen oder Schautafeln, erläutert. Manchmal hält der Moderator zum Beispiel auch nur ein einfaches Pappschild hoch, von dem er dann nach und nach Sticker entfernt, welche Rangplätze etc. verdeckt haben. So etwas an einem Bildschirm zu zeigen, wäre ja wahrscheinlich auch weniger (be-)greifbar, oder?
Oftmals werden im Studio sogar die Nahrungsmittel aufgefahren, welche im Beitrag zuvor gezeigt, damit sich auch die Treppenprominenz ein Bild vom Geschmack machen kann (reichlich gegessen wird im Studio übrigens nicht nur zu Kochsendungen).



Schön anschaulich: Egal ob mit Bild oder sogar gebastelter Tafel. Anschaulich kann man nachvollziehen, wie es aussieht, wenn man beispielsweise oft an andere Leute rempelt, oder wie die Nerven im Körper verlaufen.

Wenn während der Show etwas gesagt wird, das einer Betonung bedarf, oder einfach nur lustig sein soll, so wird der Sprecher unverzüglich mit einer passend formatierten - manchmals sogar auch animierten - Schrift unterlegt, um es noch mehr zu betonen. Und diese Untertitel sind nicht wegen den Hörgeschädigten entstanden! Die Texte für Hörgeschädigte kann man sich nämlich auch separat einblenden lassen, was bei den digitalen Programmen auch fast immer machbar ist.

Zur Festigung des bisher Gelernten, habe ich nun ein kleines Video hier hereingepackt, in dem man einige der bisher genannten Dinge wiederfinden kann. In dieser Show namens "Himitsu no Kenmin Show" (grob: "Die Show der geheimnisvollen Präfekurbewohner") werden japanische Präfekturen erklärt, und einige ihrer Spezialitäten und Attraktionen vorgestellt. Hier ist es Fukushima.



Nun aber weiter im Text.

Kommen nun Beiträge in der Show, so fallen einem in den Bildschirmecken oftmals die Promis in den kleinen Kästchen auf, die sich gerade in irgendeiner Reaktion offen über das gerade Gezeigte äußern. Und diese Reaktionen sind bei Japanern häufig und offen heraus. Denn während Unsereins dem Beitrag still zuhört, wird unter Japanern alles kommentiert und merklich zur Kenntnis genommen. Ausdrücke des Erstaunens gehören dabei sogar schon genauso zum Stammrepertoire, wie das ausdrucksvolle Verstehen. Ab und an, hört man sogar das Publikum im Hintergrund in schierer Verwunderung mit „Ohhh!“ und „Ahhh!“ aufschreien. Das sind keine Überreaktionen! Das ist ein Zeichen, dass man dem Gezeigten seine vollste Aufmerksamkeit schenkt. (Dieses Phänomen lässt sich übrigens sogar in Alltagsgesprächen wiederfinden, was während Unterhaltungen mit ihnen den Eindruck erwecken könnte, dass Japaner etwas „euphorische“ oder „überaktive“ Zuhörer sein könnten.)

Auch im japanischen Fernsehen kommt man nicht um Werbung herum. Doch es lohnt sich erst gar nicht die Fernbedienung zum Zappen in die Hand zu nehmen, denn nach ein oder zwei Minuten geht das Programm auch schon wieder weiter. Für den an ewig lange Werbepausen gewohnten Deutschen ist dies wahrhaftig nur ein kurzer Augenblick, doch der Schein von Blitzwerbung im japanischen Fernsehen hat einen bitteren Nachgeschmack: Die Pausen kommen häufiger. Kaum ist ein Werbeblock vorbei, ist nach 15 Minuten Sendung schon wieder der Nächste dran.
Und das Timing scheint perfekt. Kurz bevor die Webung startet, gibt es eine kleine Vorschau. Damit in ihr aber nicht alles verraten wird, werden die wichtigen Bilder verpixelt, und die Sätze übertönt. Wenn also während der Sendung jemand plötzlich eine verschwommene Pixelmasse mit Stäbchen hochhebt, dann ist die nächste Werbepause auch nicht Fern.

Ja was könnte denn das sein? Jedenfalls ist hier wahrscheinlich nichts obszönes Zensiert worden. Sobald man diesen, mit "Geheimnis" markierten Pixelhaufen sieht, kann man schon mal zur Toilette gehen, denn die nächste Werbepause ist nicht fern.

Nach der Werbung sieht man dann, dass die Pixelmasse ein Stück saftiges Rindfleisch, Gemüse oder anderes Nahrungsmittel gewesen ist. In vielen Sendungen drehen sich die Themen um regionale Besonderheiten. Und dazu gehören bei Japanern neben lokalen Attraktionen auch Nahrungsmittel, welche in der Region am leckersten Schmecken sollen. Am Ende des ersten Videos wurde beispielsweise über eine besondere Zugabe für Sojasoße geredet, die nur in der japanischen Präfektur Fukushima bekannt sein soll. (Allgemein kennt ein Japaner die Ecken Japans größtenteils anhand der dort vorkommenden Spezialitäten.)
Es können sich sogar ganze Sendereihen um die leckersten Restaurants für Reis oder die besten Anbaugebiete für japanischen Rettich drehen. Jede Spezialität wird dann auch dementsprechend mit einer Nahaufnahme ins Bild gefasst.



Leckerschmecker: Alles, was essbar ist, bekommet eine Nahaufnahme. Japaner wissen nun mal das Essen zu schätzen. Aber wenn man Hunger haben sollte, dann drücken solche Bilder noch mehr auf den Magen.

Das war nun mein Mammuteintrag, und falls noch etwas Energie übrig sein sollte, der kann sich bei einem weiteren Video entspannen. Thema: Die Top 5 der Präfekturen Japans mit den ungeduldigsten Menschen.

Die Präfektur mit den ungeduldigsten Leuten ist übrigens Osaka, in der die Leute sogar bei Rot über die Ampel laufen, und niemand auf der Rolltreppe stehen bleibt.


Soweit von mir.

Mittwoch, 1. September 2010

Sing mir ein Lied - Vokaloids

Während meiner Zeit in Japan sah ich viele merkwürdige Dinge und Erscheinungen der japanischen Popkultur. Eine davon drehte sich um ein fiktives, blauhaariges Mädel im Manga-Stil, welche bei Kennern der Szene unter den Namen Hatsune Miku bekannt ist.

Hatsune Miku (初音ミク) (Quelle: Crypton)

Konfrontiert wurde ich in Japan viel mit der Manga-Kultur, aber diese Miku begann durch ihre Eigenarten mein Interesse zu wecken, und ich recherchierte ein bisschen. Das, was ich gefunden habe, war ein Phänomen, von der Miku nur die populäre Spitze des Eisberges war: Vokaloids.

Dieses Thema nun in seiner Gänze zu erfassen zu wollen, würde die Ausmaße eines für mich normalen Eintrages sprengen. Außerdem haben auch schon andere über diese Thematik ausführlich berichtet, sodass mein Ziel nur eine kleine Vorstellung von diesem Teil der Popkultur Japans ist, welcher langsam sogar schon außerhalb Japans sichtbarer wird und im Netz schon längst präsent.

Aber zuerst gibt es zur Einstimmung in die Thematik zwei Musik-Videos. Das erste Video ist von Miku; das zweite von Luka Megurine.


Der Titel "Yukkuri shiteite ne!" kann sehr grob mit "Geh's locker an!" übersetzt werden.


Und? Wie klingt der Gesang?

Zuerst fallen einem diese merkwürdigen Stimmen der Sängerinnen auf, welche schon fast mit Computeransagen am Telefon vergleichbar sind. Und das sind sie auch, denn hinter den Stimmen stecken keine Menschen, sondern mit dem PC erzeugte, synthetische Stimmen. Sie wurden mit Stimmen-Synthesizern erzeugt, welche besser unter dem Namen Vokaloid bekannt sind.

Diese Software wurde 2003 von Yamaha entwickelt und kann mithilfe des Musiktextes, der Melodie und den Stimmeigenschaften (Vibrato, Lautleise, etc.) eine künstliche Gesangsstimme erzeugen. Beispielsweise wird die silbe "de" auf der Tonspur im Ton C wiedergegeben. Danach kommt "su" im Ton D und so weiter, bis der PC mit Singen anfängt.

Die Software hat verschiedene Versionen, welche immer mit anderen Grundstimmen besetzt sind. Viele von ihnen werden sogar nach echten Vorbildern erzeugt. So basieren Luka beispielsweise auf Yu Asakawa, Miku auf Fujita Saki und Gackpoid auf Gackt. Diesen Stimmen werden dann Namen und charmante Idole zugeordnet, um sie etwas "identifizierbarer" zu machen.

Die Vokaloid-Software ist frei verkäuflich und jeder kann mit dem Programm wie mit einem normalen Synthesizer seine Musik erzeugen. Ganz ambitionierte Leute kreiern sogar animierte Musikvideos mit den Charakteren und veröffentlichen diese in Videoportalen im Netz. Diese von Fans produzierten Stücke können dann auch sogar schon unter Plattenverträge kommen und im Laden als Album verkauft werden. Beispiele hierfür sind Supercell (feat. Hatsune Miku) oder Livetune. Weiterhin tauchen von einigen Liedern ebenfalls Remixe auf, und somit verbreitet sich das Phänomen.

Somit steckt hinter einer Stimme nicht eine einzelne Person, sondern eine Vielzahl unabhängiger Interpreten, welche nur dasselbe "Instrument" verwenden. In etwas so, als würde ein Castingshow-Gewinner gleichzeitig mit Liedern von Bohlen, Raab, Siegel und ebenfalls einer weiteren Reihe von unbekannteren Musikern produziert werden. Die Popularität bleibt aber zum Großteil bei den fiktiven Vokaloids.
Auch die Merchandise-Wirtschaft mit den Idolen der jeweiligen Vokaloid Serien rollt unaufhaltsam. Sie tauchen in Videospielen und Zeichentrick auf, und man kann Bildbände und Figuren von ihnen in den Fanshops Akihabaras finden.

Diese Thematik hat an vielen Orten ihre eigene kleine Welt geschaffen, welche sich im Netz und in Fankreisen einen festen Platz gesichert hat. Solange man aber als 08/15 Mensch nicht gezielt danach sucht, oder mit solchen Kreisen Kontakt hat, wird man auch nicht sehr von den türkisblauen Zöpfen mitbekommen. Ich wurde beispielsweise damals durch meinen Manga-Zirkel an der Uni darauf aufmerksam, als jemand ein Videospiel mit Miku gespielt hat.

Soweit von mir. Was haltet ihr von synthetischen Stimmen?


Quellen (mit Links):
Wikipedia (Standardinfos)
Know your Meme (Englisch, aber sehr ausführlich mit allen Idolen)
Youtube (Video 1, Video 2)
Crypton Future Media ("Erzeuger" von Miku,Luka und weiteren Vokaloids)


Montag, 16. August 2010

Abschied und Geburtstag - Feier im Doppelpack

Vor einer nicht allzu langen Weile, fragten mich einige Japaner aus dem DK House, wann ich eigentlich wieder nach Deutschland zurückkehren müsse. Basierend auf meiner Antwort wurde kurze Zeit später ein Datum arrangiert, an dem wir noch einmal zusammensitzen und eine Kleinigkeit essen konnten. Zufälligerweise hatte Leon auch am Folgetag Geburtstag, sodass wir eine Geburtstags-/ Abschiedsparty feierten.

Am 15. August (So.) trafen sich also gegen 17:30 Uhr einige von uns in der Lounge und gingen Zutaten für Okonomiyaki, Yakisoba und Waffeln einkaufen. Einige Snacks und Getränke fanden ebenfalls ihren Weg in den Einkaufswagen.

Nachdem das Shoppen erledigt war, ging es an das Schnippeln von Kohl und Co., sowie dem Backen der Waffeln. Alle packten mit an, und die Vorbereitungen waren schnell erledigt. Einige von uns knipsten mit der Kamera Beweisbilder.

Alle Packen mit an und haben beim Zubereiten der Mahlzeiten und beim Tischdecken geholfen. Das Tagesmenü bestand aus Okonomiyaki, Yakisoba, Macha- und Blaubeer-Waffeln mit Vanilleeis, Pudding sowie Milch-Honig Eiswürfeln. Das rundum-sattmach-Menü.

Wir saßen in einer geselligen Runde zusammen und haben einen tollen Abend verbracht. Gegessen wurde reichlich, und einige von uns konnten sich danach kaum noch bewegen. Ab und an kamen einige Leute hinzu und gingen wieder, sodass es nie langweilig am Tisch wurde.



Die Waffeln (oben links) waren in der Form des US-Staates Texas. Das Waffeleisen hatte wahrscheinlich jemand aus Amerika zur freien Benutzung für alle im Wohnheim dagelassen. Im Video sieht man die Bonito-Flocken, welche auf dem Okonomiyaki tanzen. Irgendwie gespenstisch, wenn die sich so zur Musik im Hintergrund krümmen.

Die Meute des Tages beim Schlemmen.

Gegen Mitternacht wurde noch darauf angestoßen, dass Leon nun ein Jährchen mehr zählt und dann machten sich alle langsam daran wieder alles aufzuräumen. Es war ein netter Abend und wahrscheinlich der letzte seiner Art in Japan für mich. Bald ging es nach Deutschland zurück.

Soweit von mir.

Sonntag, 8. August 2010

Big Bang in Saitama - Feuerwerk ganz nah

Am Samstag dem 07. August war ein großes Feuerwerk am Arakawa geplant, welches ca. 30 Minuten Fußweg von Wohnheim entfernt stattfinden sollte. Das wollten ich und ein Großteil der Japaner im Wohnheim sich natürlich nicht entgehen lassen und wir machten Pläne für einen gemeinsamen Ausflug.

Am frühen Nachmittag wurden Maiskolben gekocht, Brötchen mit gebratenen Nudeln gefüllt (yakisoba-pan) und Getränke kalt gestellt, damit wir nicht während des langen Feuerwerks verhungern sollten. Da insgesamt an die 15 Leute eingeplant waren, wurde auch eine dementsprechend große Menge vorbereitet und in Tüten verstaut.

Gegen 17 Uhr trafen sich dann alle im Eingangsbereich des DK House, und wir machten uns mit einem kleinen Zwischenstopp im Supermarkt zum Arakawa auf.

Die Meute des Tages auf dem Weg zum Arakawa. Größtenteils Leute, welche zurzeit im DK House wohnen beziehungsweise mal gewohnt haben.

Je Näher wir unserem Ziel kamen, desto stärker und dichter wurde der Menschenstrom. Direkt am Fluss konnte man vor lauter Menschen und Picknickdecken nicht einmal mehr den Boden sehen. Auch für uns wurde schon vorher eine kleine Plane ausgebreitet (Masako hat vorgesorgt) und somit konnten wir in aller Ruhe essen und beim Sonnenuntergang dem Feuerwerk entgegenfiebern.

Menschenmassen soweit das Auge reicht. Sobald irgendwo ein Großereignis geplant ist, kann man schon damit rechnen, dass mindestens 50.000 Japaner das selbe sehen wollen.


Nachdem wir etwas von unserem Proviant verzehrt haben, und es langsam dämmerte, wurden auch schon die ersten Raketen hochgeschossen. Der erste große Knall hat uns im wahrsten Sinne des Wortes den Atem genommen, denn das Feuerwerk war so nah, dass es unser gesamtes Sichtfeld einnahm. Jeden Knall haben wir mit dem Körper gefühlt.

Das Feuerwerk dauerte insgesamt eineinhalb Stunden. Folgend einige Impressionen in einer kleinen Bilder- und Videosammlung:


Die ersten Knaller des Abends.

Herumexperimentieren mit Hochkant.

Leider kann man auf Videos die Atmosphäre solcher Spektakel nur schlecht einfangen. Und auch der eigenwillige Fokus meiner Kamera machte dieses Feuerwerk etwas "spezieller". im negativen Sinne. Dennoch möchte ich keine bewegten Bilder vorenthalten.

Eigentlich waren es Leon und ich, welche die Raketen steuerten. Aber nicht weitersagen!

Ein bisschen mit der Kamera wackeln und schon kommt so was zustande.

Das große Finale!

Nach der letzten Kaskade von Feuerbällen verhallte das Dröhnen in der Ferne, verblieb aber noch etwas länger in Ohren und Knochen. Die Masse an Mensch, welche dem Spektakel beiwohnte, machte sich langsam auf den Heimweg und wir folgten ihrem Strom nach einer kurzen Wartezeit, welche wir mit mitgebrachtem Feuerwerk füllten.

Als auch wir dann aufbrachen, klangen aus den Lautsprechern mit Musik begleitete Durchsagen, welche zum zügigen Verlassen des Geländes und Vorsicht aufriefen.



Im Wohnheim angekommen wurde noch eine Wassermelone gegessen, bis sich dann alle wieder auf ihren Heimweg bzw. in ihre Zimmer begaben.

Dieses Feuerwerk war bisher das überwältigendste, da ich es aus einer relativen Nähe bestaunen konnte. Wundervoll und doch auch ein wenig ehrfürchtig zugleich.


Soweit von mir.