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Mittwoch, 18. August 2010

Eine gaanz lange Nacht - Heimflug nach Deutschland

Am Dienstag dem 17. August war es soweit. Ich musste Japan wieder verlassen und in die alte Heimat zurückkehren. Gegen 15:00 Uhr war alles im Wohnheim erledigt und ich konnte bei den Managern auschecken und zum Narita-Flughafen fahren. Leon begleitete mich noch mit zum Bahnhof in Nishi-Kawaguchi und dann hieß es ade.

Mein Flug steht ganz unten in der Liste und war der letzte des Tages.

Nach einer einstündigen Bahnfahrt bin ich dann auch gegen 17:00 Uhr dort angekommen und musste nur noch bis 21:55 Uhr auf meinen Flieger warten. In dieser großzügigen Wartezeit wollte ich nacheinander erstmal mein Gepäck abgeben, Geld einwechseln und dann noch ein bisschen durch die Geschäfte bummeln.

Leider hatte Air France seine Schalter erst spät geöffnet, sodass ich nach dem Abgeben und Wechseln größtenteils verschlossene Kaufläden vorfand. Wer hätte denn gedacht, dass die schon um 21:00 Uhr schließen? Als Alternative habe ich mich einfach auf die Beobachter-Area begeben und Flugzeuge beobachtet.


Nach dem Video ist es mir dann doch zu warm geworden und ich bin zum Boarding gegangen.

Im Flieger war ich recht schnell drin und habe mich dann auch in meinen kleinen Economy-Platz gezwängt, welchen ich nun für die nächsten 12 Stunden beanspruchen würde. Zum Totschlagen dieser gewaltigen Menge an Zeit, habe ich mir aus dem Filmangebot des Fliegers einen langen Kinoabend zusammengestellt. Von "Kick-Ass" über "Drachenzähmen leicht gemacht", bis hin zu "Avatar" reihte sich ein Blockbuster an den anderen. Jedoch begann in der Mitte von "Avatar" mein Bildschirm zu spinnen und frierte fest. Mein Nachbar hatte auch dieselben Probleme, aber die anderen Leute schauten weiter ihre Filme. Nach einem kleinen Schadensbericht bei der Flugbegleiterin mussten unsere Bildschirmsysteme (übrigens Windows) neu gestartet werden. Leider klappte das auch nicht, und ich habe nie erfahren, wie "Avatar" ausging.
Ansonsten war der Flug recht angenehm und das Essen hat satt gemacht und sogar etwas geschmeckt.

Als der Flieger gegen 04:30 Uhr in Paris ankam, musste ich mit dem Bus von Terminal 2E zum Terminal 2G fahren. Leider hat der Bus aber erst eine Stunde später seinen Dienst aufgenommen, sodass es ein bisschen verwirrend wurde. Charles de Gaule (oder so ähnlich) ist nicht unbedingt einer meiner Lieblinge in Sachen Flughäfen.

Gleich nachdem man aus dem Flieger stolpert sieht man in Paris die Monitore mit den Anschlussflügen. Wer findet meinen?

Glücklicherweise beginnt das Leben im "Charly" schon recht früh zu erwachen, sodass ich mir in einem gerade geöffneten Kiosk einen kleinen Snack holen konnte. Voller nostalgischer Gefühle durfte ich wieder mit buntem Eurogeld bezahlen. Den Snack gönnte ich mir dann in einer der Ruhezonen, welche superbequeme Stühle mit Aussicht hatten.

Füße hoch und in den Morgenhimmel geschaut. Nuja... Aussicht kann man das zwar nicht nennen, aber bequem war es allemal. Aber ich hatte Angst auf den Dingern meinen Flug zu verschlafen, daher bin ich dann wieder aufgestanden.

Das Boarding ging beim zweiten Mal ebenfalls reibungslos. Das letzte Stück wurde in einer relativ kleinen Maschine zurückgelegt, in der ich nicht mal Platz zum stehen hatte. Sitzen ging aber relativ gut, weil ich sogar ein bisschen schlafen konnte...

Regenzeit in Paris und daher irgendwie keine schöne Ankunft in Europa. Als der Flieger aber durch die Wolkendecke brach, war schönster Sonnenschein.

Ein bisschen früher als geplant in Leipzig angekommen, wurde ich auch gleich nach dem Kofferholen abgeholt, und konnte mich auf dem Rückweg wieder langsam an die "Deutschheit" zurückgewöhnen.


Soweit von mir.


Übrigens: Liebe Grüße an die in Japan Gebliebenen. Das Wetter hier ist bisher kühl und nass. Freut euch daher des Sonnenscheins und der Wärme.


Montag, 16. August 2010

Abschied und Geburtstag - Feier im Doppelpack

Vor einer nicht allzu langen Weile, fragten mich einige Japaner aus dem DK House, wann ich eigentlich wieder nach Deutschland zurückkehren müsse. Basierend auf meiner Antwort wurde kurze Zeit später ein Datum arrangiert, an dem wir noch einmal zusammensitzen und eine Kleinigkeit essen konnten. Zufälligerweise hatte Leon auch am Folgetag Geburtstag, sodass wir eine Geburtstags-/ Abschiedsparty feierten.

Am 15. August (So.) trafen sich also gegen 17:30 Uhr einige von uns in der Lounge und gingen Zutaten für Okonomiyaki, Yakisoba und Waffeln einkaufen. Einige Snacks und Getränke fanden ebenfalls ihren Weg in den Einkaufswagen.

Nachdem das Shoppen erledigt war, ging es an das Schnippeln von Kohl und Co., sowie dem Backen der Waffeln. Alle packten mit an, und die Vorbereitungen waren schnell erledigt. Einige von uns knipsten mit der Kamera Beweisbilder.

Alle Packen mit an und haben beim Zubereiten der Mahlzeiten und beim Tischdecken geholfen. Das Tagesmenü bestand aus Okonomiyaki, Yakisoba, Macha- und Blaubeer-Waffeln mit Vanilleeis, Pudding sowie Milch-Honig Eiswürfeln. Das rundum-sattmach-Menü.

Wir saßen in einer geselligen Runde zusammen und haben einen tollen Abend verbracht. Gegessen wurde reichlich, und einige von uns konnten sich danach kaum noch bewegen. Ab und an kamen einige Leute hinzu und gingen wieder, sodass es nie langweilig am Tisch wurde.



Die Waffeln (oben links) waren in der Form des US-Staates Texas. Das Waffeleisen hatte wahrscheinlich jemand aus Amerika zur freien Benutzung für alle im Wohnheim dagelassen. Im Video sieht man die Bonito-Flocken, welche auf dem Okonomiyaki tanzen. Irgendwie gespenstisch, wenn die sich so zur Musik im Hintergrund krümmen.

Die Meute des Tages beim Schlemmen.

Gegen Mitternacht wurde noch darauf angestoßen, dass Leon nun ein Jährchen mehr zählt und dann machten sich alle langsam daran wieder alles aufzuräumen. Es war ein netter Abend und wahrscheinlich der letzte seiner Art in Japan für mich. Bald ging es nach Deutschland zurück.

Soweit von mir.

Donnerstag, 12. August 2010

Der Berg ruft - Takao

Am Mittwoch dem 11. August bin ich in aller frühe (gegen 8:00 Uhr) zusammen mit Susi, Kazu und Leon zum Berg Takao gefahren um diesen ca. 599 Meter hohen Giganten zu besteigen. Der Takao liegt ca. 50 Bahnminuten westlich vom Stadtgebiet Tokyo entfernt und ist leicht mit der Chuo Linie zu erreichen. Schon auf der Fahrt dorthin verändert sich die Landschaft, und man sieht mehr und mehr Natur, welche ich schon fast verloren geglaubt hatte.

So wenige Häuser. Ein doch ungewohnter Anblick für Tokyo.

Da Leon seine Kamera vergessen hatte, habe ich ihn öfters auch mal mit meiner knipsen lassen. Hier die Meute des Tages à la Leon.

Am Fuße des Berges angekommen mussten wir uns für eine der vielen möglichen Routen zum Gipfel entscheiden. Da auf einer von diesen ein besonderer Schrein lag, welcher wegen bestimmten Wesen berühmt ist, fiel uns die Wahl nicht allzu schwer und wir stiefelten los. Folgend die bebilderte Dokumentation des Auf- und Abstiegs:

Unberührte Natur, schwülwarme Luft und gröhlende Zikaden begleiteten uns auf dem steilen Weg nach Oben. Weitere Wegbegleiter waren unzählige buddhistische Jizo-Statuen, welche unseren Weg säumten und Wanderer beschützen sollen.

Warnungen wegen eventuellen Feuern und Affen, welche man nicht füttern darf. Aber auch wenn wir gewollt hätten; es waren keine Affen zu finden. Wer treibt sich denn auch schon bei der Hitze auf nem Berg rum?

An einem Rastplatz konnte man dieses Panorama sehen. Ein bisschen diesig zwar, aber man konnte schon einiges erkennen.

Rotkäppchen im Wald? Nein, noch ein kleiner Jizo.

Schmetterlinge, manche so groß wie Handlächen, flogen zwischen den Bäumen umher. Und im Geäst fand ich einen Glücksbringer.

Selbst auf den höchsten Bergen und vielleicht auch in den tiefsten Meeren braucht man als Japaner zumindest nicht die Getränkeautomaten und Souvenirshops missen. Die gibt es scheinbar überall.

Mitunter sahen wir auch einen "Tintenfisch-Ball", welcher bei Berührung Glück bringen sollte und eine buddhistisch-religiöse Stätte. Man erkennt immer wieder die starke Verbindung von Kultur und Natur in Japan.


Für die hungrigen Bergsteiger gab es auch einige Snacks für den Aufstieg. Die Figuren auf dem Bild links sollen tengu (jap.: "Himmelshunde") darstellen, welche angeblich in den Wäldern des Berges hausen. Es gibt welche mit Schnäbeln und welche mit riesigen Zinken.

Übrigens Tengu: Der Schrein auf unserer Route war eben diesen Wesen gewidmet. So ehrfürchtig, wie die auch dargestellt werden, gab es wahrscheinlich einen guten Grund. Und man kann sie wirklich an jeder Ecke finden. Aber ich mag sie irgendwie. Leider hab ich keinen live gesehen.

Wären wir im Herbst auf den Berg gestiegen, wäre diese Blatt blutrot gewesen. In den Herbstmonaten ist der Berg von Besuchern überfüllt, welche das Rot des Laubes sehen wollen. Leon war zu dieser Zeit da, und kann nur positives davon berichten. Von der Natur - nicht von den Besuchermassen.

Als wir schweißgebadet am Gipfel ankamen, fanden wir (neben den obligatorischen Getränkeautomaten) eine relativ gute Aussicht vor. Irgendwie war fast alles mit Büschen und Bäumen umgeben, sodass man nur durch bestimmte Nischen die Aussicht genießen konnte.


Da wir vom Aufstieg auch einen großen Hunger entwickelt haben, ging es auch gleich für ein paar Reisbällchen, Nudelsuppe und einem kühlen Wässerchen in ein kleines Restaurant.

Mit gefüllten Mägen machten wir uns dann auch wieder an den Abstieg. Diese Mal wählten wir eine Route, welche an einem kleinen Gebirgsbächlein entlangführt. Man fühlte sich auch gleich viel mehr in der Natur.

Leider kann man auf dem Bild nicht so gut erkennen, wie steil es manchmal an dem Flusslauf Bergab ging. Der Weg war relativ schmal und man befand sich immer inmitten von Grün und Natur.

Huch! Ein Männlein steht im Walde...

Scheinbar knipste das Männlein auch eine Menge an Bildern...

Und noch ein paar Rotkäppchen, weil es so schön war.

Nach gut 90 Minuten Abstieg kamen wir mit klapprigen Beinen wieder am Bahnhof an und fuhren, dem Muskelkater am nächsten Tag entgegenbangend, nach Hause.


Soweit von mir.