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Sonntag, 18. Juli 2010

Der Endspurt aller Endspurte

Zurzeit sitze ich hier in meinem Zimmer mit (gottseidank) laufender Klimaanlage und habe mal die Bücher zur Seite gelegt, um wenigstens ein kleines Lebenszeichen von mir zu geben.

Nächste Woche beginnen die Endjahresprüfungen. Am 23. und 26. Juni will Japanisch abgefragt werden und am 27. muss ich für einen Soziologiekurs schwitzen. Im anderen Kurs gibt es nur ein Essay, aber da es relativ lang ist, muss ich es schon im Vorraus schreiben. Damit habe ich mich auch schon den Großteil des Wochenendes herumgeschlagen...

Da es nun auch bald wieder in die Heimat geht, stehen schon die ersten Abreisevorbereitungen an. In diesem Sinne: Wo bekomme ich ein Paket her? Was sollte/kann/darf rein? Was soll draufstehen und wie viel soll es kosten? Nur einige der Fragen, welche mich bei dieser Thematik beschäftigen. Von diversen Dingen, welche ab- oder umgemeldet werden müssen ganz zu schweigen.

Nach den Prüfungen stehen übrigens noch einige Unternehmungen auf meiner Liste, um die letzten Tage in Japan noch einmal etwas abzurunden. Darüber werde ich natürlich auch schreiben, aber bis dahin muss erst einmal dieser kleine Eintrag reichen.


Soweit von mir.


Samstag, 10. Juli 2010

JLPT und Sommerdusche

Am Sonntag dem 04. Juli war für mich schon das Wochenende vorbei. Vor einer Weile habe ich mich nämlich für den Japanese Language Profiency Test (kurz: JLPT) angemeldet und nun stand der große Tag bevor.

Der JLPT ist ein Test, um sich sein Sprachlevel in Sachen Japanisch bescheinigen zu lassen. Sollte man diesen nämlich bestehen, so erhält man eine lebenslang gültige Bescheinigung seiner Sprachfähigkeiten. Man wird also nach Bestehen einer der fünf Niveaus ironischerweise nie wieder schlechter oder vergisst etwas.
Ich hatte mir den N2 vorgenommen, welcher nach dem N1 der zweitschwierigste Test sein soll. N2 bescheinigt quasi das Verstehen und das Verstehenwerden in Alltagssituationen ohne Wörterbuch. Je nach Japaner klappt das bei mir auch manchmal.
Getestet wurden Kanji, Grammatik, Leseverständnis und Hörverständnis, was alles im Multiple Choice Format abgehakt werden muss. Wenn also man nichts weiß, oder wegen der sehr knappen Zeit nicht zu lange raten möchte, kann man also Lotto spielen.
Ich gab mein Bestes und auch Nami und Marlene, welche ebenfalls den Test absolvierten, rätselten sich durch die knapp 100 Fragen. Wie es ausgehen wird, erfahren wir aber erst im September, wenn die Ergebnisse vorliegen.

Nach dem Test regnete es auf dem Nachhauseweg in Strömen und wir hatten keine Schirme dabei. Glücklicherweise kühlt sich die Luft nicht so sehr in der Regenzweit auch bei einem Schauer nicht allzu sehr ab, sodass wir einen warmen Sommerregen erleben durften. Klitschnass habe ich dann im Wohnheim meine Sachen und Schuhe trocknen müssen und konnte danach noch meinen restlich Sonntag mit Ausruhen und dem Lernen für das Quiz am nächsten Tag verbringen.

Nach so viel Text zwei kleine Bilder:

Das ist das Tanabata-Fest! Naja... Nicht so, wie ich es erlebt habe, aber so wie man es hierzulande an einigen Orten feiert. (Copyright: links ©Yasufumi Nishi/© JNTO; rechts: © Y.Shimizu/© JNTO)

Tanabata ("der siebte Abend") beginnt normalerweise am 07. Juli (2010: Sa.) jeden Jahres, kann aber auch erst einen Monat später stattfinden. An diesem Tag treffen sich die zwei Sterne Wega und Altair am Himmel, welche nach alter chinesischer Überlieferung ein Liebespaar darstellen, das das ganze restliche Jahr über durch die Milchstraße getrennt ist.
Das linke Bild ist die typische Tanabata-Dekoration von einem Fest in Sendai in der Präfektur Miyagi. Dort soll das Tanabata am größten sein.
Zu dem Fest hängt man seine auf Zettel geschriebenen Wünsche an einem bunt geschmückten Bambuszweig (rechtes Bild), und hofft, dass sie in Erfüllung gehen.

Der Grund dafür, dass ich wieder andere Bilder verwenden musste, war folgender: Am besagten Tag regnete es in Strömen und anscheinend wird das Fest eh nicht so im großen Rahmen in meiner Umgebung gefeiert. Ebenso kannten die Japaner in unserem Wohnheim keinen Ort, wo ich Tanabata bestaunen konnte ohne in Schulen einbrechen zu müssen. Ich konnte also keine eigenen Erfahrungen sammeln.

Bald beginnen die Prüfungen und ich bin auch schon fleißig dabei, diverse Essays und Reaction Papers für die beiden Soziologiekurse zu schreiben. Am 30 Juli schreibe ich übrigens meine letzte Prüfung in diesem Semester...

Das Wetter ist weiterhin sommerlich heiß und schwül.


Soweit von mir.


Donnerstag, 28. Januar 2010

Getestet - Abschlussprüfungen an der Sophia

Nun sind die Prüfungen vorbei..! Das lasse ich mal so stehen... Jetzt habe ich wieder Zeit für die anderen Dinge im Leben.

Am
Montag (25. Jan.) ist nichts Großartiges passiert. In den beiden Stunden hatten wir uns jeweils auf die kommenden Prüfungen vorbereitet. Es wurden auch noch ein paar Übungsblätter ausgeteilt und Ablaufpläne der Prüfungen verkündet und dann konnten wir auch schon wieder gehen. So konnten wir auch etwas früher mit Lernen anfangen.

Am
Dienstag (26. Jan.) gab's dann die erste Endjahresprüfung. An diesem Tag war es Grammatik und Lesen. Zusammengefasst mussten wir Ausdrücke in Sätze einfügen, Partikel einsetzen sowie einen Text lesen und Fragen dazu beantworten. Eine typische Prüfung halt. Eher untypisch war aber die Aktion unseres Lehrers vor dem Beginn des Tests. Er hat alle Teilnehmer des JLP270B Kurses aufgefordert sich für ein kleines "Klassenfoto" zusammenzufinden. Quasi als kleine Erinnerung. So gingen wir auch alle, nach kurzer Verwunderung, wie aufgefordert in den vorderen Bereich des Prüfungsraumes und ließen uns zusammen mit Noguchi-Sensei ablichten. Glücklicherweise hat Stefan schnell geschaltet, und seine Kamera auch gleich gezückt. Somit konnte ich von ihm diesen kleinen Schnappschuss bekommen.

Das ist der Kurs 270B des intensiv Japanese 2 Programms der Sophia-Uni. Ganz rechts steht unserer "Klassenlehrer" Noguchi-sensei, welcher die Idee mit dem Foto vorgeschlagen hatte. Seine markantesten Aussagen waren "Jikan ga nai; megasupiido de" ("keine Zeit; nun schnell machen") oder "Kurisutaru kureearu desu ne" ("ist doch kristallklar, oder?").

Nach circa. 2 Stunden grübeln war für mich der Terz vorbei und ich bin dann zusammen mit Nami, welche kurz vor mir mit dem Test fertig war, in die Mensa runtergegangen. Dort hab ich mir zur Feier des Tages ein kleines Steak mit süßem Senf auf Salat mit Reis und Zwiebelringen für 450 Yen gegönnt. Danach ging es wieder nach Hause, um für den bevorstehenden Kanjitest zu büffeln.

Am Nachmittag klopfte jedoch spontan ein netter Polizeibeamter an meine Zimmertür und bat mich um das Ausfüllen eines kleinen Formulars. Seit Weihnachten schneit nämlich ab und an mal die Polizei im Wohnheim vorbei und befragt nach und nach einige Bewohner des DK nach Namen, derzeitiger Adresse (Anm: die Befragung findet VOR dem Zimmer statt in welchem ich wohne...), den Geburtstag und anderen Daten zum Aufenthalt in Japan etc... Brav befolgte ich die Anweisungen und schrieb die geforderten Dinge auf das dünne Blatt Papier. Das war sozusagen meine zweite Befragung an diesem Tag, aber die musste halt sein.

Nach dieser kleinen Razzia ist aber nichts mehr weiter spannendes passiert, und ich konnte mich wieder dem Pauken für den nächsten Tag widmen.

Da ich relativ früh ins Bett gegangen bin, konnte ich den
Mittwoch relativ ausgeschlafen beginnen. Doch je näher ich der Uni kam, desto träger wurde ich und wollte am liebsten wieder heimkehren. Leider siegte der kleine Engel über den Teufel auf meiner Schulter, und ich setzte mich in den Prüfungsraum. Gleiche Zeit und selber Sitzplatz wie am Vortag.

Als unsere Kanjilehrerin Komine-Sensei ankam, fragte ich sie kurzerhand nach einem kleinen Klassenfoto zur Erinnerung. Sie sagte zu, und ich konnte meine Sammlung mit Klassenfotos erweitern. Unglücklicherweise hatte Stefan dieses Mal seine Kamera nicht dabei gehabt, und ich musste daher mein Handy verwenden. Daher ist die Qualität auch nicht allzu sehr berauschend.

Selber Kurs - andere Lehrerin. Komine-sensei gestaltete ihren Unterricht immer wieder mir lustigen Beispielen für verschiedene Kanji. Sie band uns auch immer in einige ihrer Erklärungen mit ein. Wir waren ihre letzte Klasse vor ihrem Ruhestand.

Im Test begegneten uns die diversesten Aufgabentypen, um auch die kleinsten Details im Bezug auf Lesungen, Schreibungen und Kombinationen von Kanji herauszufinden. Nach 2 Stunden und 7 Seiten war auch diese Hürde überstanden.
Da unsere Kanjilehrerin nach unserem Kurs in Rente ging, habe ich mich noch einmal bei ihr für den schönen und lustigen Unterricht bedankt und habe auch (wie die anderen im Kurs) noch ein kleines Geschenk (Kalender) und einen Brief bekommen. War schon schön...

Danach ging ich mit Nami, Marlene und Christian in die Mensa, um sich die vom Denken geleerten Bäuche wieder zu füllen. Anschliessend machten wir uns auf den Nachhauseweg, damit wir uns für den letzten Tag des Prüfungsmarathons vorbereiten konnten.

Als Nami am Morgen des
27. Januar (Do.) mit ihrem Glücksring kurz an einer Schuhfachtür hängen blieb, scherzten wir darüber noch auf dem Weg zum Bahnhof mit ironischen Kommentaren , dass dies wahrscheinlich ein böses Omen war. Wie recht wir erst damit hatten, merken wir, als wir am Aufgang zum Bahnhof eine unglaubliche Masse an Leuten sahen, welche ungeduldig auf etwas zu warten schienen. Schnell kamen uns Erinnerungen von den Bahn- und Unterrichtsausfällen aufgrund des Taifun vom 08. Oktober und wir bangten um unsere pünktliche Ankunft zur Prüfung. Wir kämpften uns bis zu den Bahnhofschranken vor uns stellten uns mit den Massen an. Glücklicherweise begann sich kurze Zeit später das Problem zu lösen, und wir konnten unsere Bahn doch noch erwischen.

Viele genervte Gesichter blickten in Richtung der versperrten Bahnhofschranken am Bahnhof in Nishi-Kawaguchi. Kurze Zeit nach dem Foto wurden wieder nach und nach einige Leute hereingelassen.

Als unsere Bahn in Akabane einfuhr, entschied ich mich spontanerweise die Route über Shinjuku zu nehmen. Liane, Marlene und Nami blieben in der Keihin-Tojoku-Linie und entschieden sich über Akihabara zu fahren. Ich machte also einen Solotrip.
Da ich also allein unterwegs war, und somit auch recht flexibel unterwegs sein konnte, habe ich sogar einen Sitzplatz zwischen zwei Japanern in der Saikyo-Linie ergattern können. Plötzlich begann mich jedoch einer meiner japanischen Sitznachbarn mit einem "Guten Tag" anzusprechen. Das ließ mich schon etwas stutzen.
Es stellte sich in dem darauffolgenden Gespräch heraus, dass der nette Herr schon drei Mal in Deutschland war (Frankfurt, München und Neuschwanstein) und dort auch schon etwas Deutsch gelernt hatte. Dass er mich zielgenau als Deutschen einordnen konnte, verdankte ich der regelmäßigen Nutzung der Saikyo-Linie zusammen mit Liane, Nami und Marlene. Er hatte uns dadurch öfters gesehen und auch unsere Gespräche mitbekommen. Da ich dieses Mal alleine war, traute er sich mich einmal anzusprechen.
Somit redeten wir die ganze Strecke von Akabane bis Shinjuku über seine Rundreisen in Europa und über mein Japanischstudium an der Sophia. Eine nette Gelegenheit mal das Japanisch auszutesten.

In der Uni begannen wir den Tag mit einer halbstündigen Hörverständnisübung, gefolgt von einem zweistündigen Aufsatzschreiben mit eingebundenem Interview. Unser Thema des Aufsatzes konnten wir aus drei Vorgaben wählen. Für das mündliche Interview mussten wir zuerst über ein selbst erlebtes Ereignis in Japan reden (hab die Begegnung am Morgen genommen), sowie über "Wahlfleischessen: Ja oder Nein?" diskutieren.

Als die Prüfung vorbei war, entschied sich ein Teil des Kurses (11 Leute) Essen zu gehen. Nach kurzem Herumrätseln entschieden wir uns für ein koreanisches Restaurant in der Nähe des Campus.

Koreanisches Essen besteht meines Empfindens nach zu 70 Prozent aus scharf eingelegtem Kohl (kimchi; im rechten Bild ganz vorne). Den Rest konnte ich nicht identifizieren. Es war mal eine interessante Abwechslung etwas (fast) nicht-japanisches zu essen. Die Nudeln waren nämlich noch japanischen Ursprungs. Glücklicherweise bekamen wir kostenlos Tee nachgeschenkt, um das brennende Prickeln auf der Zunge zu bändigen.

Nachdem wir uns also zur Feier des Tages die Bäuche mit scharfem Zeug voll gehauen haben, ging es wieder nach Hause, wo ich nun meinen Blog schreibe... So weit - so gut.

Am Abend gab es noch eine kleine Abschiedsparty von einigen Leuten, welche in den kommenden Tagen wieder heimkehren müssen. Als ich herumgefragt habe, wer denn nun alles seine Koffer gepackt hat, musste ich feststellen, dass sich fast das halbe Wohnheim verabschiedet. Darunter waren auch einige Leute, mit denen ich auch schon das ein oder andere erlebt habe. Da kommen auch schon ein paar Gedanken über die eigene Abreise... Aber die ist noch etwas hin.

Ich weiß noch nicht, was mich alles im ersten Monat meiner Ferien erwartet. Wahrscheinlich werde ich noch einige Orte in Tokyo und Umgebung bereisen, dazumal ich nun auch einen Reiseführer habe, welchen ich mir damals im Rathaus mitgenommen habe.

Soweit mal wieder von mir.


Wer gerne möchte, der kann auch mal ein paar Kommentare dalassen.


Freitag, 22. Januar 2010

Fragen über Fragen...

Diese Woche war wahrscheinlich die letzte Woche, in der es noch den letzten anständigen Unterricht des Semesters gegeben hat. Denn die Endjahresprüfungen nahen, und alles dreht sich nun langsam um die Vorbereitungen dafür.

Wie ich noch am Ende des letzten Beitrags erwähnt habe, gab es für mich noch ein kleines Referat zu halten. Mein Termin wurde damals per Losverfahren (Karten ziehen) auf den 19. Januar (Di.) gelegt, womit ich relativ zufrieden war. Mein Vortrag bestand an sich nur aus einer Auswertung der Ergebnisse meines Interviews auf japanisch. Soweit nichts spannendes. Die anderen mussten zuhören und auf einen kleinen Zettel ihre Kommentare zu meiner Rede aufschreiben. Die bekomme ich dann auch irgendwann zum Lesen.

Am Mittwoch (20. Jan.) hab ich den ersten "take home" Test meines Lebens bekommen. An sich beinhaltete dieser Kanjitest die gleichen Aufgabenstellungen, wie ein normaler Test. Jedoch konnten wir das Blatt mit nach Hause nehmen und ganz bequem und ohne Zeitdruck ausfüllen. Ich habe mir am Nachmittag eine gute Musik ausgesucht, ein Stück Schokolade angebrochen und das Blatt in aller Ruhe ausgefüllt. Meiner Meinung nach könnten die Lehrer so etwas ruhig öfter machen.

Am Freitag (22. Jan.) haben wir ebenfalls einen take home Test im Grammatikunterricht bekommen. So können wir uns auch besser auf das Lernen für die Endjahresprüfungen konzentrieren, als für einen Lektionstest büffeln zu müssen.

Am Nachmittag des selben Tages war noch eine kleine Befragung unter einigen deutschsprachigen Studenten angesetzt, von der mir Stefan zwei Tage zuvor erzählt hatte. Es wurden mindestens 10 deutsche Muttersprachler gesucht, welche die Aussprache von 30 Japanern bewerten sollten. Gekommen waren neben mir auch Nami, Liane, Sven, Marlene, Christian, Leon sowie noch zwei Bekannte von Sven, welche alle durch Mundpropaganda von der Befragung erfahren haben. Das bewies auch einmal wieder, dass wir uns ja schon ein relativ gutes Informationsnetzwerk in der Sophia aufgebaut haben, oder?
Die Befragung bestand an sich aus dem Anhören von Sätzen am Computer (Bsp.: "Soll ich etwas zur Party mitbringen" oder "Ich fahre am Samstag in die Berge") und der anschließenden Bewertung hinsichtlich der Aussprache, Intonation, Sprachmelodie sowie anderen Dingen.
Dass die leitende Professorin deutsche Phonetik unterrichtet, merkte man an einigen Antwortkategorien. Beispielsweise sollten wir anmerken, ob wir eher die "plosiven" oder die "frikativen" Abweichungen im Bereich der Aussprache der Konsonanten als besonders störend empfanden. Deutsch ist eben auch nur eine Fremdsprache...
Jedenfalls gab es am Ende auch eine kleine Belohung für's Mitmachen, welche wir alle freudig entgegengenommen haben.

Nun steht mir ein Wochenende voller Lernarbeit bevor. Wenn alles gut läuft, und ich noch in sieben Tagen am Leben sein sollte, dann schreibe ich über die Prüfungshöll... äh... woche.


Soweit von mir.


Ach ja... Wer bei "plosiv" und "frikativ" auch nur "Bockwurst mit Fritten" versteht, dem wird noch fix geholfen: Plosiv sind (Explosiv-)Laute wie "t", "k" oder "q"; Frikativ sind Beispielsweise Laute wie "s", "ß", "w" oder "z". Damit hab ich nun auch meine didaktische Pflicht erfüllt. Viel Spaß beim Weitertragen und Angeben.


Freitag, 18. Dezember 2009

Teuflische Geschichten...

Diese Woche fühlte sich fast wie ein Endspurt vor den Winterferien an, welche am 23. Dezember beginnen werden. Es waren sogar einige interessante - wenn auch anstrengende - Tests dabei. Aber erstmal von Anfang an.

Am Sonntag dem 13. Dezember habe ich mit einigen Asiaten (und Leon) aus dem Wohnheim zu Abend gegessen. Das Wohnheimmanagement hat wahrscheinlich auf Wünsche einiger Gäste eine große Kochplatte besorgt, mit der man direkt auf dem Esstisch seine Mahlzeiten zubereiten kann. Es wurden Tintenfischbällchen, Yakisoba (gebratene Nudeln mit Kohl), sowie eine Mischung aus Okonomiyaki und Monjayaki (nichts Festes und nichts Weiches) zubereitet.
Alle mussten beim Vorbereiten der Zutaten mit anpacken. Mein Teil bestand im Zerkleinern von Kohl und Lauch, sowie dem (unbedachten) Ansäbeln eines Fingernagels meinerseits.

Im Unterricht haben wir von Montag bis Donnerstag (immer in der 2. Stunde) japanische Märchen gelesen. In allen Geschichten haben japanische Teufel (oni) eine mehr oder minder große Rolle gespielt.
In der ersten Geschichte wurden böse Oni mit Bohnen beworfen (schmerzten in den Augen), und somit aus einem Dorf auf die Bergspitzen vertrieben. Als sie dann auch noch von Samurais in den Himmel vertrieben wurden und sogar dort noch mit Flugzeugen verfolgt wurden, fragten sie die japanischen Götter (kami), wo sie denn hingehen könnten, ohne von den Menschen gesehen zu werden. Den oni wurde daraufhin geraten in den Herzen der Menschen zu wohnen, weil sie dort niemand finden kann. Und das taten sie auch.
In der zweiten Geschichte waren verkleidete oni von den gefüllten Teigbällchen in Teufelsform (oni-manju) eines alten Ehepärchens entzückt, welche in der Freizeit gemacht wurden. Das Ehepaar besaß eine Herberge, in die die oni eincheckten und es sich gut gehen ließen. Doch als die Oma zufällig Bohnen hereinbrachte, wurde die Identität der Teufel bekannt. Doch die Oma hat die oni nicht vertrieben, sondern mit ihnen zusammen gefeiert.
Es gab noch weitere Märchen, aber diese Zwei sollten hier genügen.
Am letzten Tag (Do.) sollten wir dann für unseren nächsten Aufsatz eine eigene Geschichte in der Gruppenarbeit entwickeln und dann abgeben. Wir änderten die Geschichte mit der Ameise und der Grille etwas ab, und ließen in ihr einen japanischen Fuchs (kitsune) und einen Waschbären (tanuki) spielen. Die Arbeit ist zurzeit in der Bewertungsphase.

Am 15. Dezember (Di.) habe ich von Lars erfahren, dass eine der beiden Deutsch-Abteilungen der Sophia eine kleine Weihnachtsfeier veranstaltete. Also ging ich, wie auch Nami, Lars, Stefan, Marlene und Christian, zu dem kleinen Feierchen hin.
Es war eine sehr kleine Runde von insgesamt 30 Leuten inklusive den zwei Lehrern. Es wurden die schmalen Schultische zu einer improvisierten Tafel zusammengestellt und mit echten Dresdner und Nürnberger Stollen, sowie Lebkuchen und Gummibären bestückt (Dresdner Stollen war am besten). Um die Tafel herum wurden die Stühle gestellt und jeder nahm Platz.
Ich habe auch einige bekannte Gesichter wiedergesehen. Am meisten war ich überrascht, als ich Kumi traf, welche auch damals auf dem Gasshuku im Februar dabei war. Wir erkannte uns sofort wieder und haben auch gleich etwas geschwätzelt.
War ein sehr netter Nachmittag.

Tja... Am Donnerstag (17.12.) hatte ich mündliche Prüfung und musste den Lehrer bitten, dass er mich aufgrund diverser Schmerzen nach Hause schicken sollte. Danach beschrieb ich noch fix eine Reise, welche ich im Februar 2009 gemacht habe. Welche war es denn wohl...?

Am Freitag (18. Dez.) hab ich mich auf's Wochenende gefreut. Aber wirklich berichtenswert war eine eine Kleinigkeit, welche am frühen am Morgen geschah: Gegen 05:41 Uhr wurde ich wachgerüttelt. Etwas irritiert lag ich in meinem Halbschlaf im Bett und ließ mich zum ersten Mal ca. 10 Sekunden von einem Erdbeben durchschütteln.
Das war nun mein erstes aktiv erlebtes Beben. Im Vergleich zum 22. Okt. (Fr.) war es nun ein wirklich echtes. Am Epizentrum betrug seine Stärke knapp 5 und bei mir im Bett ca. 3 auf der Skala. Trotzdem ist nichts eingestürzt oder umgefallen. Aber das will ich nun auch nicht wirklich.


Soweit von mir.


Ach ja! Übrigens hat das Wohnheimmanagment auch einen kleinen Herd besorgt und in die Küche gestellt. Er wurde auch schon von Nami und Marlene beim Plätzchenbacken eingeweiht.

Freitag, 4. Dezember 2009

Yotsuya - Was darf ich Ihnen empfehlen?

Zurzeit wollen die Lehrer wieder einiges von uns wissen. Und das am besten mit einem Stift auf Papier geschrieben und danach zur Korrektur abgegeben.

In dieser Woche stand am Montag (30. Nov.) ein weiterer Teil unserer Halbjahresprüfung an. Es war der Hörverständnistest, bei dem uns Nagasu-sensei die Aufgaben und ihre Antwortmöglichkeiten vorgelesen hat, bevor sie uns dann die jeweiligen Konversationen dazu von einer CD abgespielt hat.
Für mich war es das erste Mal, dass ich solch eine Prüfungsform gehabt habe. Und nun hat mein Anti-Freund (die Prüfung) eine weitere Facette des Grauens erhalten. Denn die Tücken dieser Tests liegen darin, dass wir unsere Antwortvorgaben (schnell) diktiert bekommen und daher nur flüchtige Notizen machen können. Aber wenn man nicht genau bei der Konversation hinhört, kann man die sich nur in Nuancen unterscheidenden Antworten nicht finden. Echt heimtückisch.
Aber davon abgesehen, muss man sonst nicht allzu viel schreiben. Der Rest des Tests bestand dann größtenteils aus Kreis- und/oder Kreuzemalen (Richtig oder Falsch).

An den nächsten Tagen haben sich die fast schon zur Routine gewordenen Tests und Quizzes fortgesetzt. Mittlerweile haben wir sehr viele Lesevokabeln, sodass wir zwei Quizzes (statt einem) darüber schreiben (als ob es nicht schon genug davon gäbe). Insgesamt werden in 9 von den 10 Unterrichtsstunden, welche wir in der nächsten Woche haben werden, irgendwelche Leistungen von uns abgefragt.

Aber anstatt mich nur über die Arbeit zu beschweren, kann man ihr auch (manchmal) ein paar positive Seiten abgewinnen. Für einen Gruppenvortrag über empfehlenswerte Orte für Austauschstudenten in Yotsuya haben Nami, Marlene (Jurastudentin aus Trier; wohnt auch im DK Warabi) und ich uns am Mittwoch dem 02. Dezember für eine Erkundungstour durch Yotsuya getroffen. Schließlich kennen wir bis auf die Uni auch nicht viel mehr von der Umgebung. Und das schien nicht nur uns so zu gehen, denn in Vorbereitung auf unseren Kurztrip habe ich einige japanische Studenten über ihre Empfehlungen für Yotsuya ausgefragt. Naja... Größtenteils habe ich fragende Gesichter und ein: "Hier gibt es eh nichts interessantes" erhalten. Na toll... Und worüber schreibt man nun?

Als ich Kazu gefragt habe, konnte er mir nach etwas Überlegen einen Ramen-Laden empfehlen, welcher für seine scharfen Gerichte berühmt sein soll. Somit hatten wir wenigstens eine heiße Spur. Und auch Marlene selbst kannte ein Kaffee in der Umgebung, was sie beitragen konnte. Und als ich das von Kazu vorgeschlagene Lokal im Internet suchen wollte, bin ich auf eine Seite gestoßen, welche verschieden Lokalitäten u.a. auch in Yotsuya vorstellt (Bingo!). Somit kamen wir auch schlussendlich auf eine kleine Anzahl an Orten, welche wir für unseren Vortrag verwenden konnten und nur noch abklappern mussten.
Da wir für unseren Vortrag auch ein bebildertes Faltblatt erstellen wollten, habe ich meine Kamera mitgenommen und fleißig drauf los geknipst. Ich habe die Bilder auch schon nachbearbeitet, sodass sie nur noch in das Faltblatt eingefügt werden müssen. Und das sind sie:




Das sind unsere Geschäfte, welche wir empfehlen: Am Anfang war die Bank. Für alle, welche ein japanisches Konto für ihr Stipendium brauchen, ist sie der wichtigste Ort. Danach kommt ein Buchladen, bei dem man seine Bücher erstehen kann, wenn der Universitätseigene Verkäufer keine mehr haben sollte. Als nächstes kommen zwei Restaurants von denen das linke die Empfehlung von Kazu war. Wem der Sinn nach Süßem steht, der kann die zwei folgenden Caffès besuchen. Wer aber lieber Entspannung sucht, der kann entweder in die Jazzbar gehen oder den nahegelegenen Park besuchen.

Jedenfalls habe ich aber nicht nur zum Zwecke der Arbeit geknipst. Ich habe auch zwei weitere Momentaufnahmen machen können, welche ich den geneigten Lesern nicht vorenthalten möchte.


Das ist ein Schnappschuss, den ich auf dem Weg zur Uni in der Bahn gemacht habe. Nachdem ich in einem älteren Beitrag schon etwas über die Rushhour verfasst habe, gibt es nochmal eine kleine Sicht der Dinge von innen. Ich möchte jetzt nicht untertreiben, aber so ganz voll war es noch nicht. Ich hatte nämlich noch die Möglichkeit meine Arme zu bewegen, und meine Kamera zu bedienen.

Ich finde es sinnvoll die Böden innerhalb eines Gebäudes sauber zu halten, aber das Straßenpflaster um das Gebäude herum zu wischen zeugt von dem speziell japanischen Sinn für Sauberkeit. Kein Tag vergeht, an dem ich nicht mindestens 10 Leute sehe, welche Gewege fegen, kehren, mit Wasser abspritzen - oder hier - wischen.

Und das war's leider auch schon vom spaßigen Teil. Der Vortrag ist am 07. November (Mo.) und bis dahin müssen noch ein paar Faltblätter gedruckt und ein Poster erstellt werden.

Am Donnerstag dem 03. Dezember war ein freier Tag, da die Uni zu Ehren des portugiesischen Missionars Francisco de Xavier einen Festtag veranstaltete. Dem Herren mit dem schwer auszusprechenden Namen (besonders für Japaner) verdankt die Sophia nämlich ihre Gründung. Denn der von den Japanern beeindruckte Xavier schlug im 16. Jh. in einem Brief an Rom die Gründung einer Universität in Tokyo vor.
Und ehe man sich versah, kamen im Jahre 1908 auch schon drei Jesuiten nach Tokyo, um eine Uni zu gründen. Und warum braucht man dafür knapp 400 Jahre? Ganz einfach: Die japanische Regierung entschied sich in den 30er Jahren des 17. Jh. unter anderem keine Missionare und Portugiesen mehr in das Land zu lassen (Sakoku: starke Einschränkung der außenpolitischen Handelsbeziehungen). Und das für ganze 200 Jahre. Und somit wurde der Fall erstmal zu den Akten gelegt. Und bis man sich wieder daran erinnert, kann auch wieder etwas Zeit vergehen.


Aber erstmal genug von der (extrem gekürzten) Geschichtsstunde. Ich hätte ja gerne an diesem Tag die Uni besucht, aber gewisse Dinge (wie Lernen) haben halt Vorrang. Und auch das regnerische Wetter lud nicht zum Herumspazieren ein.


Soweit von mir.


Freitag, 27. November 2009

Fühlt sich wie das Ende an...


...ist aber nur Halbzeit.

Etwas anders formuliert standen in dieser und der letzten Woche die Mid-Term-Examen an. Also Prüfungen, welche in der Hälfte des Unisemesters stattfinden und in denen der gesamte Unterrichtsstoff zusammengefasst wird, welchen wir bis zu dieser Zeit gehabt haben. Und demzufolge wiegen die Ergebnisse von diesen Examen wesentlich mehr, als die eigentlich quantitativ überlegenen Qizzes.

Doch bevor ich zu den Mid-Terms komme, gehen wir ein kleines bisschen weiter in die Vergangenheit zurück...

Am 19. November (Do.) hatten wir japanische Besucher in unserem Sprachkurs. An diesem Tag war nämlich eine Visitor-Session (zu dt.: eine Unterrichtsstunde mit Besuchern) geplant. Gekommen waren sieben Japaner (2 männlich; 5 weiblich), welche zu Gruppen zugeteilt wurden und in kurzen Abständen wechseln mussten. So konnten wir mit insgesamt 4 Japanern kleine Gesprächs- und Fragerunden durchführen.
Zu Beginn sollten wir in einer fiktiven Videothek den Inhalt eines Films beschreiben, dessen Titel wir vergessen haben. Und der Ladenbesitzer (Japaner) sollte dann den Titel herausfinden. Ich konnte "Lost in Translation" erfolgreich erklären.
Danach unterhielten wir uns frei über das Thema Hochzeit und Familienplanung. Wen und wie will man später heiraten? Wie soll der oder die PartnerIn idealerweise aussehen? Wie lebt die eigene Familie, und will man so auch mit seinem Parter leben? Am interessantesten fand ich, dass die Mädels größtenteils Kerle haben wollten, die nicht wie ihre Väter nur am Wochenende zu sehen sind und sich daher nicht in ihren Häusern auskennen. In einem Beispiel wurde der Vater am Wochenende das dritte Kind in der Familie und ging der Mutter auf die Nerven. Bei der Geschichte mussten alle etwas schmunzeln, aber ich kann nun die Wünsche der Damen nachvollziehen.

Diese und noch einige andere Fragen waren zwar sehr interessant, aber für meinen Geschmack auch etwas zu privat.
Am Ende haben wir noch ein Blatt bekommen, auf den wir dann bis zum nächsten Mal die Zusammenfassung der Stunde schreiben mussten.

Ab dem 22. November (So.) habe ich dann bis Donnerstag (26. Nov.) jeweils für das Quiz (oder den Test) am Folgetag gelernt. Und bis auf den Donnerstag ist auch nichts weiter Spannendes passiert. Es sei denn, jemand hat Interesse an Inhalten von japanischen Vokabel- und Grammatiktests.

Am Donnerstag standen jedenfalls in der zweiten Stunde die mündliche Prüfung und das Schreiben eines Aufsatzes auf dem Prüfungsplan. Wir mussten im Unterrichtsraum an unseren Aufsätzen über sehenswerte "Geheimtipps" in unseren Heimatstädten schreiben, während wir dann nacheinander in einem Nebenraum die mündliche Prüfung hatten.
Mein Aufsatz handelte von der Peissnitzinsel in Halle und dem auf ihr stattfindenden Laternenfest. In der mündlichen Prüfung musste ich die Zubereitung eines Gerichts aus meinem Land erläutern (Milchreis; einfach und lecker) und etwas über meine Familie erzählen.

Abends war dann ein gemeinsames Essengehen mit sechs Deutschen (darunter Stefan, Nami und Liane) und sechs Japanern (größtenteils Mitglieder des Haribo-Zirkels) geplant. Gespeist wurde günstig in einem mexikanischen Restaurant für Tacos, Nachos und sonstigen mexikanischen Speisen. Es wurde bestellt, gegessen und gequasselt, aber Fotos schießen konnte ich leider nicht, weil meine Kamera lieber im Wohnheim liegen bleiben wollte.
Nach dem Essen teilte sich die Meute in eine "wir-singen-jetzt-Karaoke-Gruppe" (Stefan, Christian, Yuuko) und eine "wir-machen-lieber-Purikura-Gruppe" (Nami, Liane, Natsumi, Hitomi und ich) auf.
Für alle, die jetzt vergessen haben sollten, was "Purikura" sein sollte, gibt es eine kleine Auffrischung: Purikura kann man am besten als aufgemotzte Gruppenfotos im Passbildformat (und kleiner) beschreiben. Man geht in dafür überdimensionierte "Passbildautomaten" und lässt sich ablichten. Im Anschluss kann man die geschossenen Bilder nachbearbeiten, indem man sie beispielsweise beschriftet oder mit bunten Bildchen verziert.
Im Endeffekt sieht ein Bild dann ungefähr so aus...


Für alle, die des Lesens japanischer Zeichen nicht mächtig sind, übersetze ich mal die Namen: Ich heiße "Erikku", rechts daneben: "Nami", darunter: "Ri"/"Li" (Liane), unten rechts: Natsu-chan (Natsumi) und links unten: "Hitomi". Ich stehe übrigens nicht aufrecht, da sonst mein Kopf nicht mehr sichtbar gewesen wäre.

Die Fotos kann man sich nach dem Shooting auf das Handy laden. Nebenbei bemerkt ist das Phänomen "Purikura" eine von Mädchen dominierte Freizeitbeschäftigung. Demzufolge sind auch die Gestaltungsmöglichkeiten der Bilder auch nur auf "glitzernd", "zuckersüß" und "knallbunt" beschränkt. Jungs dürfen übrigens nur in Begleitung von mindestens einem weiblichen Wesen diese Fotokabinen betreten.
Naja... Das würde man(n) auch von sich aus nicht alleine machen wollen...

Danach ging es wieder nach Hause.

Am Freitag dem 27. November habe ich mir zum ersten Mal seit meiner Ankunft im September die Haare schneiden lassen. Dazu bin ich zu dem Herrenfrisör auf dem Campus der Sophia-Uni gegangen. Dieser befindet sich im ersten Untergeschoss vom Gebäude 2 und ein normaler Herrenschnitt kostet bei ihm an die 1600 Yen (ca. 12 Euro). Der Schnitt ging recht fix, und ist auch recht ansehnlich. Nun liegen meine Haare nicht mehr so herum, wie man sie noch einen Tag zuvor auf dem Purikura-Bild sehen kann.

Nächste Woche stehen noch ein Referat über die Umgebung der Universität, sowie die Hörverständnisprüfung an. Aber wie die ausgehen, werde ich wahrscheinlich in einem der nächsten Beiträge schreiben können.


Soweit von mir.



Nebenbei bemerkt: Hab' mir ein paar Kakis besorgt. Und nun hab ich eine neue Lieblings-Obstsorte.


Dienstag, 29. September 2009

Behördengang und Testergebnisse

Eines Montags im September (der 28. um genau zu sein) machten sich drei hallenser Studenten namens Liane, Nami und Erik zusammen mit ihren Kommilitonen Stefan auf den Weg zur Einwohnermeldebehörde in ihrer Stadt mit dem Namen „Warabi“. Dies taten sie, damit sie offiziell in ihrem Wohnsitz registriert werden können und auch um später Handys zu kaufen und Bankkonten zu eröffnen.

Soweit zum Prolog…

Da Stefan die schon einmal dort war, führte er uns zielsicher mit einem Plan in der Hand zu dem erwähnten Gebäude, wo wir auch schon einige andere Bewohner vom DK Warabi antrafen. Wir wurden gleich zu einem Schalter geführt, an den wir Formulare ausfüllen, und komische Zettel in unsere Reispässe tackern lassen mussten. Nach ungefähr einer halben Stunde war alles erledigt und wir konnten wieder nach Hause. War schneller vorbei, als gedacht. Nun müssen wir eine kleine Weile warten, und dann können wir den Zettel im Pass gegen eine kleine Karte austauschen lassen. Unser Ausweis quasi.

Das besagte Gebäude. Es ist ein recht langer Fußmarsch dahin, aber er musste halt sein.

Übrigens hat dieser Ausweis einen recht merkwürdigen Namen, der schon oft Kommentiert wurde: Alien Registration Card. Sie ist für Ausländer, welche für eine längere Zeit (länger als 90 Tage) in Japan sind. Um Missverständnisse zu vermeiden solle hier gesagt sein, dass „Aliens“ nicht nur Untertassen fliegende Wesen mit Wasserköpfen und grüner Haut sind. Das Wort kann auch einfach nur „Ausländer“ bedeuten.

Auf dem Rückweg haben wir noch einen Schrein gefunden, den sich Liane und Nami genauer ansehen wollten. Ich habe nur aus der Distanz (und Makro) ein paar Bilder geknipst. Stefan musste rechtzeitig zurückkommen, weil er noch ein Spiel mit seinem Basketballzirkel hatte, also haben wir uns nicht lange aufhalten lassen.










Der Zeichen auf der Säule bedeuten von Oben nach Unten "Friede", "Freude", "Vorbereitung", "Götter" und "Gesellschaft". Also: Ein Schrein ("Götter" und "Gesellschaft") für die Vorbereitung zu friedlichen Amüsements ("Friede" und "Freude"). Was man sich aus den einzelnen Zeichen für eine Bedeutung zusammenreimt ist relativ frei. Hab ich auch nur gemacht.

Am Folgetag (Dienstag, 29. September) stand auch nicht so viel an…

An diesem Tag konnten wir uns die Ergebnisse von dem Placementtest vom 25. September abholen. Nami und Ich können in den Japanese Intensiv 2 Kurs rein. Damit bin ich auch in demselben Kurs wie Stefan, welcher letztes Semester den ersten gemacht hatte, und nun automatisch in den zweiten wechselt. Danach haben wir noch Mittag gegessen und gingen wieder nach Hause.

Übrigens war es den ganzen Tag über bewölkt und es hat öfters leicht geregnet. Auch die Luft war sehr drückend und schwül.

Soweit von mir.

Freitag, 25. September 2009

Orientation, Placement und Welcome Party - Papierkrieg

Am Donnerstag den 24. September begann für uns der erste offizielle Gang zur Universität. Aber da der richtige Unterricht erst am 1. Oktober startet, mussten wir vorläufig nur zu der Einführungsveranstaltung kurz: Orientation.

Da wir (Liane, Nami und Ich) aber etwas früher da waren, durchstreiften wir noch den Campus und besichtigten die Orte, welche wir damals mit Stefan nur im verschlossenen Zustand erlebt haben. Wir haben den Shop der Universität gesehen, in dem es, angefangen bei Büchern über Schreibkram, Klamotten und Snacks alles gab, was das Studentenherz begehrt. Wir besuchten die Mensa und genossen die (für japanische Verhältnisse) günstigen Nudelsuppen. Außerdem gingen wir in das Overseas Liaison Center und übergaben unsere kleinen Mitbringsel aus Deutschland (Haribo und Hallorenkugeln). Dies sollte eine kleine Geste dafür sein, dass wir quasi „auf gute Zusammenarbeit“ aus sind und in „friedlicher Absicht“ kommen. Das Liaison Center ist sozusagen unsere erste Anlaufstelle in fast allen Dingen und Fragen.

Gegen 14:00 Uhr begann nun die zweistündige Orientation, in der uns etwas über die Uni, die Fakultät, die wichtigsten Büros und Orte, sowie über den katholischen Dienst und dem GL.Net (treffen von Studenten aus dem In-und Ausland an der Sophia) gesagt wurde. Auch über die wichtigsten Termine und Anmeldeprozeduren wurde berichtet.

Überladen mit Informationen in Papierform, welche wir alle in einen Beutel mit Sophia-Motiv stopften, wurden dann alle noch in Dreier- und Vierergruppen zu den Monitorstudenten zugewiesen, welche uns helfen sollten uns auf den Campus, und in einigen anderen Dingen zurechtzufinden. Ich kam zusammen mit Liane und einer Spanierin an eine Studentin namens Sayuri. Nami bekam einen anderen Monitor zugeteilt. Sie kam dann aber nach 5 Minuten zu uns, weil sich ihre Gruppe schon voneinander getrennt hat. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten entschieden wir uns am nahegelegenen Bahnhof das Monatsticket für die Bahn zu holen. Mit dieser Karte kann man seinen täglichen Pendelweg vom Wohnheim zur Uni und zurück für 6 Monate vergünstigt nutzen. So oft man will. Da wir nun unseren Studentenausweis hatten, war dies kein Problem mehr. Nach einer kurzen Weile waren Nami und ich stolze Besitzer einer Monatskarte und fuhren, nachdem wir uns von Sayuri verabschiedet haben, zusammen mit Liane wieder zum Wohnheim. Da lernten wir noch etwas für den Placementtest am 25. September, welcher darüber entscheiden sollte, welche Kurse wir besuchen dürfen (für mich: Japanisch Intensiv 1,2 oder 3).

Nach einer (für mich) zu kurzen Nacht von 6 Stunden ging es wieder Richtung Campus. Wir machten uns auch etwas früher los, damit wir nicht zu spät kommen, wenn sich jemand ausgerechnet an diesem Tag vor die Gleise werfen sollte. Ist aber nichts passiert. Jedoch kamen wir zum ersten Mal in die berüchtigte Rushhour in Tokyo. Diese ist ihren eigenen Bericht wert und soll hier später berichtet werden.

Wir drei vor dem Test. Die Palette an Emotione reichte von Gelassenheit bis zu Verzweifelung und Panik.

Etwas zerknittert kamen wir also in der Uni an, und warteten auf den Beginn des Tests um 10:00 Uhr. Es wurde geschrieben, wie bestimmte Schriftzeichen gelesen werden. Die richtige Grammatik musste gefunden und angewendet werden. Und es musste ein japanischer Text jeweils gelesen und geschrieben werden. Alles mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad. Nach zweieinhalb Stunden konnte auch ich den Prüfungsraum verlassen und warte zusammen mit Li(ane) und Nami auf die Welcome Party für die Studenten aus dem Ausland.




Leider sind dies die einzigen Bilder des Abends, da meine Kameraakkus verhungert waren. Nun laden sie in der Steckdose, um solche Fauxpas nicht noch mal zu machen.

Diese begann 14:30 Uhr und es wurde viel gequasselt und gegessen (war kostenlos). Drei Leute aus dem Karateclub sind ein bisschen herumgehüpft und haben ihr Können zur Schau gestellt und es wurde ein Spiel gespielt, bei dem man sein Gegenüber dazu bringen musste ein bestimmtes Wort zu sagen, was man am Beginn der Feier bekommen hat. Hat man es geschafft, so musste er sich wie bei einer Polonaise hinter einen selbst einreihen. So wurden lange Schlangen gebildet.

Ich habe auch Sayuri und weitere Japaner getroffen, mit denen ich auf Englisch, Japanisch und sogar auf Deutsch reden konnte. Viele Namen sind mir aber entfallen und Fotos konnte ich leider auch nicht mehr machen, da nach 2 Aufnahmen meine Akkus alle waren, und auch Namis Kamera nicht mehr lebte.

Nach zweieinhalb Stunden war die Party vorbei und mit einigen Bekanntschaften mehr ging es wieder gen Saitama.

Soweit von mir.

Samstag, 28. Februar 2009

Freier Tag? Von wegen!!!

(Samstag 28. Februar)

Er war da! Der Tag, der mir schon seit meiner Ankunft in Japan immer wieder Nacken saß und mich piesackte. Der Tag des TOEFL-Tests. Für alle, die wissen wollen, was TOEFL ist, und was ich damit zu tun habe, erläutere ich mal kurz.

Aaaaaalso: Da ich eventuell im September dieses Jahres wieder nach Japan fliegen werde (für ein Jahr), muss ich mich an der Sophia Universität, an der ich dann studiere, einschreiben. Damit ich an dieser japanischen Uni auch Japanisch lernen darf, muss ich beweisen, dass ich gut in Englisch bin (fragt mich nicht warum). Und hier kommt der TOEFL ins Spiel. Als international anerkannter Test, ist er ideal dazu geeignet sich im Idealfall eine Bescheinigung für gutes Englisch zu besorgen. Im schlechtesten Fall (quasi: Durchfall), hat man umsonst die Gebühr von 170 Dollar bezahlt und geht mit schlechter Laune nach Hause.

Den Test musste ich in Japan machen, weil damals der nächstbeste Termin in Deutschland am Tag meiner Abreise nach Japan gewesen wäre. Und nach Japan konnte ich ihn nicht machen, da dann die Anmeldefrist schon fast abgelaufen wäre. Also musste ich in Japan zur "Yokohama National University" fahren.

Ich bin dann also gegen 6:00 Uhr aufgestanden, und habe meine Cornflakes geknuspert, während ich dem Wetterbericht zuschaute. Zumindest wird es nicht regnen. Gegen 7:00 machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof in Hiyoshi. Für den Test durfte ich nichts weiter mitnehmen, als meine wichtigsten Papiere (laut der Hinweismail vom TOEFL). Nicht einmal Stift, Papier und Wörterbuch oder Kamera. Gegen 7:45 kam ich dann am Bahnhof in Yokohama an und setzte mich in die Buslinie 202.

Da mir schon vor einer Weile erklärt wurde, wie ich zum Ort des Geschehens gelangen konnte, habe ich auch wenig bedenken gehabt... Aber da war ein Haken: Die Bushaltestellen waren auf Japanisch ausgewiesen. Dummerweise konnte ich mir nur die Umschrift und die Aussprache der Haltestelle merken, an der ich raus musste. Also habe ich während der ganzen Fahrt gelauscht, dass die besagte Haltestelle ausgerufen wurde. Leider machte der Bus recht viel Krach und dann war ich auch schon wieder am Bahnhof von Yokohama (Haltestelle verpasst). Damit mir so eine Extrarunde nicht noch einmal passiert, habe ich eine Passantin nach dem Weg gefragt. Und Glücklicherweise musste sich auch den TOEFL Test machen! Sie hieß Yukari (Japanerin) und machte den Test, weil sie an einer Universität in den USA studieren wollte.

Gemeinsam fuhren wir los und dieses Mal klappte es auch mit dem Aussteigen. Dann gingen wir gefühlte drei Kilometer durch das Gelände der Uni, bis wir endlich den Prüfungsort erreichten. Yukari musste in ein anderes Gebäude als ich, daher trennten sich unsere Wege.

Am Eingang des Hauses musste ich erst einmal meine Schuhe gegen Latschen eintauschen, welche mir mindestens fünf Nummern zu klein waren. Dann nahm ich ein Klemmbrett mit der Nummer "A-5" und unterschrieb die Einverständniserklärung. Dann musste ich kurz warten bis meine Nummer (5) aufgerufen wurde und dann begann der Test... Leider hatte ich keine Zeit, mehr um noch einmal die Keramikabteilung zu besuchen. Ich wurde in einen Raum mit ca. 40 Computern geführt. Dann wurden die Dokumente geprüft und mit der Kamera ein kleines Bild geknipst. Danach hat man mich vor einen der PCs gesetzt, an dem ich so schnell nicht mehr wegkommen konnte.

Der Test war in vier Teile gegliedert: Lesen, Hören, Sprechen und Schreiben. Am meisten machte der Hörteil Spaß, da sich die Themen um Biologie, Psychologie, usw... drehten, bei denen ich fast vergaß, dass das immerhin noch eine Prüfungsaufgabe und keine Dokumentation ist, die ich da hörte. Die Situation im Raum erinnerte mich zwangsläufig an "Massenabfertigung". Alle schrieben den Test im selben Raum. Es gab einige merkwürdige Augenblicke, in denen plötzlich jemand vor seinem Rechner Selbstgespräche führte, da er beim mündlichen Teil angelangt war. Auch ich musste etwas ins Mikro quasseln. Komisches Gefühl mit seinem Test zu sprechen...

Nach vier Stunden war ich sowohl physisch, als auch psychisch fertig. Dann kam aber zusammen mit der Sonne die Erleichterung, dass dieser Test nun hinter mir liegt. Diese wurde auch dann nicht getrübt, als ich mich auf dem riesigen Gelände der Universität kurz verlaufen habe (das war aber auch ein Gehege!). Da die Leute vom TOEFL scheinbar geiziger, als die vom IELTS*, hatte ich auch Hunger bekommen und gönnte mir, als ich wieder in Hiyoshi angekommen bin, ein Omlet-Reis-Dingens aus der Schüssel mit Hähnchenfleisch (lecker und günstig). Danach hieß es ab nach Hause und den Rest des Tages entspannen.
* IELTS ist auch ein Test, welchen Nami für die Sophia gemacht hat. Dort bekam sie wenigstens Traubenzucker.

...In 13 Tagen sollen die Ergebnisse des Tests bekannt gegeben werden.