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Freitag, 2. Juli 2010

Schulexkursion zum Yasukuni

Die Woche war heiß! Und schwül! Und noch heißer!!! Aber anscheinend war (beziehungsweise wird) das nicht nur in Japan so sein. Andere Fleckchen auf der großen Erde scheinen auch einen heißen Sommer zu erleben.

Das berichtenswerte Highlight der letzten Woche war eine Gruppenexkursion zum Yasukuni Schrein in Idabashi am 30. Juni (Mi.) im Rahmen eines meiner Soziologiekurse der Sophia. Der Schrein wurde zum Verehren der in diversen Kriegen gefallenen Krieger und Soldaten erbaut (ebenso auch Pferde, Hunde und Brieftauben) und gerät oftmals in Kritik ausländischer Medien, da in ihm ebenfalls auch ehemalige, zum Tode verurteilte Kriegsverbrecher verzeichnet sind.
Trotz der Brisanz der Anlage ist das Gelände um und im Schrein sehenswert. Als ich dort war, hingen überall Gerüste mit Glühbirnen für Laternen. Wahrscheinlich Vorbereitungen für das kommende Mitama-Fest, welches in einigen Tagen beginnt.
Wer etwas mehr über den Schrein erfahren will, der kann sich ja hier (Link) erkundigen.

Leider hatte ich keine Kamera dabei. Daher ein kleines Bild der Japan Photo Library. Vor dem Schrein stehen drei große toorii (Torbögen), von dem das kleinste auch im Bild zu sehen ist. Die beiden anderen sind jeweils das allergrößte von Japan, sowie das größte toorii Japans aus Bronze. Bild: ©Yasufumi Nishi/© JNTO

Das eigentliche Ziel der Exkursion war jedoch das Yushukan-Museum auf dem Schreingelände, in dem man etwas über die Kriegsgeschichte Japans (aus mehr oder minder konservativ-nationalistischer Sicht) erfahren konnte. Im Museum wurde auch ein Film mit dem Titel "Mitama wo tsugu mono" ("Nachfolger der heiligen Seelen") gespielt. Zu sehen gab es die verschiedensten Relikte aus Kriegen und Kämpfen. Darunter auch ein Suisei Bomber, wie er bei den Kamikazeeinsätzen im 2. Weltkrieg verwendet wurde. Weitere Kommentare über die Inhalte des Museums lasse ich hier mal sein. Was man mal bei einem Besuch jedenfalls beachten sollte, wäre die Wortwahl einiger Erklärungen oder die Darstellungen einiger Ereignisse. Jeder sollte sich aber sein eigenes Bild machen.

Nach ungefähr 4 bis 5 Stunden waren wir auch wieder fertig, und machten uns in der Schwüle des Tages wieder auf dem Nachhauseweg. Nun muss ein dreiseitiger Bericht über das Erlebte abgefasst werden, was nicht mehr ganz so interessant ist.


Soweit von mir.


Sonntag, 27. Juni 2010

Vorträge und Gespenstergeschichten

Am 24., 25. und 28. Juni musste jeder aus unserem Japanischkurs einen Vortrag über ein von dem Referenten selbst gewähltes Thema halten. Unter anderen waren interessante Themen, wie "Japan und Roboter", "Katzen in Japan", "Shamisen (japanisches 'Banjo')"oder aber auch "Tattoos in Japan und China" dabei. Ich habe mich für meinen Vortrag an das Thema "Youkai" (japanische Gruselwesen) gewagt.

Youkai sind Japans Monster und Geister, deren Existenz im alten Volksglauben überliefert wurde. Die schiere Artenvielfalt lässt die Monster des Okzidents wie einen Streichelzoo aussehen. Das liegt wahrscheinlich auch zum Teil daran, dass im alten Japan fast alles zum Monster gemacht werden konnte: Pflanzen, Tiere, Alltagsgegenstände, Menschen und natürlich auch die unerklärlichen und unsichtbaren Dinge. Aber nicht alle Youkai sind dem Durschnittsjapaner geläufig und es gibt nur einige, welche alle kennen müssten. Darunter zählen Kappa, Tengu, Kuchizake Onna, Toire no Hanako oder aber auch Kizune und Tanuki.
Ein Großteil der Youkai-Geschichten entstand vor ca. 200 bis 300 Jahren. In dieser Zeit haben viele Schriftsteller und Künstler diverse Geschichten und auch eigene Ideen für die Erschaffung von Monstern herangezogen. Aber auch im moderneren Japan kamen einige Gruselgestalten hinzu.

Kappa

Kitsune (Fuchs)

Toire no Hanako-san (Hanako aus der Toilette)

Kuchisake Onna (Schlitzmund Frau)

Tanuki (japanischer Waschbär)

Tengu

Den Vortrag hab ich mehr oder minder souverän gemeistert und nun harre ich der Ergebnisse aus. Mal sehen, was dabei rauskommt.

Nächste Woche geht es im Rahmen einer meiner Soziologiekurse zum Yasukuni-Schrein, in dem die Angehörigen des japanischen Militärs, die in verschiedenen japanischen Kriegen ihr Leben ließen und nun als kami und Heldenseelen verehrt werden. Darunter auch als Kriegsverbrecher verurteilte Offiziere, weswegen der Schrein oftmals das Thema diverser Debatten wird. Unser "Guide" wird unsere Dozentin sein, welche uns auch gleichzeitig ein paar Sachen übersetzen und erklären wird. Bin schon gespannt.


Soweit von mir.


Samstag, 24. April 2010

Organisatorisches und Deadlines

Wo fang ich denn heute an..?

Also am Samstag (17. April) wurde noch die Geburtstagfeier von Nami im DK nachgefeiert. Für einen kurzen Zeitraum schienen die Deutschen die Mehrheit in der Lounge zu repräsentieren und ließen es sich mit selbstgemachten Buttercremetorten und Snacks gut gehen. Danach ging es noch für einige ins Karaoke. Ich blieb aber wegen Lernkram zu Hause...

Der Leckerbissen des Tages: Namis selbstfabrizierte Buttercremetorte wird aufgeteilt.

In der Woche war wieder gewohnter Unterricht angesagt, wobei man das "gewohnt" vielleicht noch etwas mit Argwohn betrachten sollte. Denn es wurden für meine Soziologiekurse so viele Raumänderungen vorgenommen, dass man an einem Tag mehrere Änderungen für eine einzige Vorlesung hatte. Es müssen sich halt noch alle irgendwie arrangieren. Aber hinsichtlich der Abgeschlossenen Kursregistrierungen werden sich die Teilnehmerzahlen wohl nun nicht mehr ändern und man braucht nicht mehr nach passend großen Räumen suchen.

Apropos "registrieren". Zurzeit laufen die Anmeldungen für den sogenannten "Japanese Language Profiency Test", mit dem man sein Japanisch testen und sein Sprachlevel bestätigen lassen kann. Die Anmeldeformulare muss man für 500Yen in einem größeren Buchladen kaufen, ausfüllen und bis zum 30. April abgeschickt und die Gebühren bezahlt haben.
Ich habe mich für den N2 Test entschieden, welcher vom Schwierigkeitsgrad her den zweithöchsten hat (N1 ist der schwerste). Sollte ich in diesem Test die erforderliche Punktzahl zum Bestehen erreichen, so erhält man ein lebenslänglich gültiges Zeugnis seines Sprachlevels in Japanisch. Dolles Ding.

Am Freitag (23. April) fand wieder eine Konferenz des Comiczirkels statt. Dieses Mal stand die Finanzierung eines neuen Fernsehers für den Klubraum (der alte ist kaputt und man will wieder Videospiele spielen) sowie die Bezahlung des Semesterbeitrags auf der Liste.
Direkt im Anschluss war die Party für die neuen Mitglieder des Zirkels geplant, welche in einem italienischen Restaurant namens "Alberto" abgehalten wurde. Das Lokal war zwar für die circa 60 Leute etwas zu klein, aber so konnte man immer wieder Leuten über den Weg (oder auf die Füße) laufen und Gespräche anfangen. An diesem Abend hab ich festgestellt, wie unterschiedlich eigentlich die Leute in diesem Zirkel sind. Bunte Mischung halt.
Dummerweise habe ich (und auch Susi) die Kamera lieber im Wohnheim gelassen, als sie auf Fotosafari zu schicken. Daher entschuldige ich mich für die Armut an Illustrationen in diesem Beitrag.

Nächste Woche werde ich in meiner Freizeit zwischen den Stunden mal den Klubraum auskundschaften. Und die Kamera wird auch dabei sein!


Soweit von mir.


Samstag, 17. April 2010

Die erste "week" im neuen "term"

Seit 12. April (Mo.) hat für mich die Sophia-Uni und der Unterricht wieder angefangen. Organisatorisch war ich in den letzten Tagen also sehr beansprucht.

Im Vergleich zum letzten Semester habe ich nun nicht den "Intensiv-Japanese-Kurs" gewählt, sondern den "normaleren" Japanischkurs. Unterscheiden tun sich beide hauptsächlich in der Anzahl der Unterrichtsstunden pro Woche (10 Std. im Intensiv gegen 4 Std. im Reglar Kurs), sowie der Menge des unterrichteten Stoffes (in meinem Kurs werden einzelne Kapitel im Buch übersprungen). Somit hat sich das Arbeitspensum für Japanisch etwas verringert.

Da ich jedoch insgesamt auf eine gewisse Stundenzahl (10 Std.) pro Semester kommen MUSS, schrieb ich mich noch für zwei weitere Kurse ein, welche an der Fakultät angeboten wurden. Damit ich sozusagen auch mal wieder etwas für mein "Hauptfach" an der MLU in Halle mache entschied ich mich für zwei Soziologiekurse, welche jeweils zwei Mal in der Woche sind.
Ein Seminar heißt "Introduction to Sociology" (Einführung in die Soziologie) und wird von Prof. Wank geführt. In der ersten Stunde baute er seinen Vortrag auf einem Becher Kaffee auf, welchen er nebenbei trank. Anhand des Bechers zeigte er uns auf, wie man in vermeintlich "stinknormalen" Gegenständen, durch eine "soziologische Betrachtungsweise", weitaus mehr interessante Dinge sehen kann, als man anzunehmen scheint.
Das andere Seminar heißt "Contemporary Japanese Society" (gegenwärtige Gesellschaft Japans). Die leitende Professorin namens Oishi begann seit 1. April ihre Arbeit an der Sophia-Uni. Davor hat sie auch schon in Amerika und Kanada unterrichtet und sogar schon für einen finnischen Präsidenten gearbeitet. Der Gliederung ihres Unterrichts ähnelt grob dem Inhalt einer Vorlesung, welche ich auch in Halle besucht habe. Nur ist dieser Inhalt gänzlich an der Gesellschaft Japans ausgerichtet und nicht an denen in Europa.
Beide Kurse sind äußerst interessant und eine tolle Abwechslung nach dem letzten Semester intensivsten Japanischlernens. Die Leidenschaft für Soziologie ist in mir auch wieder entfacht.
Beide Kurse werden in Englisch abgehalten. Wenn ich nebenbei meine Notizen also auf Deutsch schreibe, schleicht sich ab und an halt auch mal ein englisches in den Satz. "Kontextspezifisches knowledge der Gesellschaft" beispielsweise.

Am 17. April (Fr.) fand das erste Treffen des Comic-Zirkels statt. Alle Neulinge und auch die älteren Hasen versammelten sich in einem kleinen Unterrichtsraum, wobei es dann auch schnell sehr eng und stickig wurde.
Besprochen wurden organisatorische Dinge wie die Clubgebühr, das Gasshuku Anfang Mai und die Finanzierung eines neuen Fernsehers für den Clubraum. Weiterhin haben sich sowohl die Alten als auch Neuen in einer kurzen Selbstvorstellung bekannt gemacht und es gab auch schon die ersten "Hausaufgaben" an die neuen (Anfertigen eines Selbstvorstellungsblattes für ein internes Zirkelbuch).

Nach dem Organisatorischen folgte die Fete. Die sempai (die älteren im Zirkel) luden die kohai (die Jüngeren) zum Essen ein. Es wurden kleinere Gruppen von 5-8 Leuten zusammengestellt, wo immer mindestens zwei bis drei sempai dabei waren. In meiner Gruppe waren neben Susi und mir auch Kato und Shouko, welche ich schon auf dem Hanami des Zirkels kennengelernt habe. Neue Gesichter waren Yuriko und ein Mädel, dessen Name mir vorerst noch entfallen ist (wird aber noch nachgetragen). Wir haben viel geredet (das Thema kann man sich ja vielleicht schon denken) und das Essen war lecker. Nachdem Dessert ging es mit vollem Bauch, und dem guten Gefühl etwas für sein japanische Hör- und Sprachverständnis getan zu haben, wieder nach Hause.


Soweit von mir.


Mittwoch, 10. März 2010

Scheinbar und typisch - Gasshuku in Toi

Es ist nun ein ganzes Jahr seit dem letzten Gasshuku vergangen. Da wird es doch allerhöchste Zeit für ein neues! Und hier ist es:

Ich war vom 05. März (Fr.) bis zum 09. März (Di.) auf der Izu-Halbinsel und habe wie auch letztes Jahr an dem dortigen Deutsch-Gasshuku teilgenommen. Organisiert wurde es von den Deutschlehrern Shinichi und Kaisei. Gasshuku kann man quasi als "Trainingslager /-camp" übersetzen und in diesem Falle war es für japanische Deutschlernende (ca. 18 Leute), 2 deutschen Muttersprachlern (Shu und ich), sowie den Tutoren und Lehrern. Insgesamt eine bunte Truppe.

Das ist die Meute des Gasshukus. Leider fehlen auf dem Bild ein paar Leute, da sie entweder die Kameras bedienen mussten, gerade im Onsen waren oder schon wieder gegangen waren, als das Bild gemacht wurde.

Soviel zum Wo, Wann und Wer; nun das Was:

Am 05. März (Fr.) war der Anreisetag. Wie es vorher mit Kaisei abgemacht wurde, wollten wir uns alle in Mishima treffen, um den Rest der Strecke zusammen weiter zu fahren. Ich machte mich gegen 08:45 Uhr in Nishikawaguchi los und fuhr mit der Keihin-Tohoku-Linie bis nach Shinaga und dann mit der Tokaido-Linie über Yokohama und Atami nach Mishima. Dort traf ich dann auch nach einigem Warten auf die anderen Leute, welche mit der Bahn anstelle des Autos oder der Fähre nach Toi kommen wollten. Ab Mishima fuhren wir noch mit einer weiteren Bahn und einem Bus, bis wir schließlich gegen 12-13 Uhr Toi erreichten.

Hier die einzelnen Stationen nach Toi... Draufklicken macht's wie immer größer.

Im Gasthaus wurde die Zeit bis zum Abendessen damit verbracht sich zu entpacken und den Plan für die folgenden Tage zu erstellen. Danach folgte eine Selbstvorstellungsrunde. Jeder schrieb auch seine Ziele für das Gasshuku auf einen Zettel, welcher dann als Erinnerung und Motivationsstütze gut sichtbar im Arbeitszimmer aufgehängt wurde.




Während Kaisei und Shinichi den Plan erstellten und sie die Japaner ihren Sprachleveln in Deutsch zuordneten, schrieben die anderen ihre Ziele auf. Größtenteils wollten die japanischen Teilnehmer ihr Deutsch verbessern und Spaß haben. Ich für meinen Teil konnte schon Deutsch und habe mich daher für "viel Japanisch sprechen" motiviert. Rechts erklärt Kaisei den Plan. Die Arbeits- und Essenszeiten haben sich im Vergleich zum letzten Jahr nicht geändert. Wer also den Arbeitsplan des alten Blogeintrags kennt, der kennt auch den neuen.

Nach dem organisatorischem Trah gab es dann auch endlich das heiß ersehnte Abendessen. Es gab (wie auch im letzten Jahr) Sashimi und viele viele kleine Beilagen. Danach ging es in den Onsen und es wurde noch etwas gefeiert. Gegen 02:00 Uhr machten sich die ersten Leute ins Bett.

Viele kleine Dinge. Das Bild stammt zwar vom letzten Jahr, aber das Essen hat sich nicht geändert. Reis, Fisch und regionales Gemüse gab es morgens, mittags und abends.


Abends kamen dann noch Shuhei, Yasu und Tekkan (die alten Gasshuku-Veteranen) an und brachten leckeren Kuchen für die März-Geburtstagskinder. Leider hatte kein Teilnehmer Geburtstag und der Kuchen wurde für alle aufgeteilt. Aber Geburtstagskuchen schmecken auch ohne ihren eigentlichen Anlass noch sehr lecker.

Es wurde bis spät in die Nacht gefeiert. Und das nicht nur am ersten Tag. Ich machte mich zwar schon oftmals als erster ins Bett (02~03 Uhr), aber andere machten noch munter weiter. Einige hielten wahrscheinlich so lange durch, weil sie zwischendurch ein paar Nickerchen auf den Tatamimatten eingeschoben haben.

Am Samstag (06. März) wurde ich vom Klappern der Fenster und meiner Zähne wach, denn das sonnige Wetter vom Vortag hatte sich nun in eine regnerisch-kalte und stürmisch-graue Wetterlage gewandelt. Aber wir mussten ja nichts draußen unternehmen, denn dieser Tag stand ganz im Zeichen des Unterrichts.



Kein Ausgehwetter. Da das Gasthaus schon einige Jahre auf dem Buckel hat, zog der Wind durch alle Ritzen an den Fenstern. Wenn man also nicht die Klimaanlage aufgedreht hätte, wäre die Nacht sehr kalt geworden. Diese Lektion haben alle gelernt, weil niemand so ein Wetter erwartet hatte.

Es gab drei Lehrer (Shinichi, Kaisei und Jessi), drei Gruppen (Mittelstufe 1 und 2, sowie die Fortgeschrittenen) und drei Unterrichtsstunden. Die Gruppen hatten jeweils immer eine Stunde bei einem Lehrer und Shu und ich mussten im Rotationsprinzip bei allen Lehrer und Gruppen mit dabei sein und unterstützen. Jeder Lehrer hatte seine eigenen Methoden. Shinichi eher klassisch mit Lesetext, Kaisei eher spielerisch und Jessica größtenteils Grammatisch/Theoretisch aber nicht minder spaßig.

Nach dem Unterricht begannen alle mit der Planung ihrer Videoaufführung. Der deutsche Titel des Gasshukus lautete "Die Sache mit der Scheinbarkeit" und daher sollte das Video auch etwas mit "rasshisa und 'possa" ("typisch und scheinbar") zu tun haben.

Abends war dann Spiel und Spaß. Wir sangen deutsche Kinderlieder wie "Hänsel und Gretel" oder "Bruder Jakob" und spielten danach "Wer bin ich". Dann wurde der Projektor angeworfen und wir schauten noch "Chihiros Reise ins Wunderland" und noch ein paar Loriot-Sketche.

Am Sonntag (07. März) war Freizeit angesagt und ein Ausflug mit dem Bus geplant. Leider spielte das Wetter depressiv und es regnete und windete immer noch. Daher ging es für alle, die gehen wollten in eine nahegelegene Goldmine, welche stillgelegt wurde und nun in ein Museum umfunktioniert wurde.


Innerhalb der Mine war die Decke so niedrig, dass sich selbst die Japaner etwas beugen mussten. Für mich war es umso anstrengender mir nicht den Kopf zu stoßen. Überall waren Puppen aufgestellt, welche die damalige Arbeit unter Tage besser darstellen sollten. Auch ein Onsen und ein kleiner Schrein war zu sehen. Die Dinger gibt es wirklich überall.

Nach der Mine gab es auch noch eine Ausstellung rund um das Gold in Japan und man konnte sogar einen echten Goldbarren anheben. Mit einer Kantenlänge von ca. 20cm x 10cm x 5 cm war so ein Teils stolze 12,5 Kilo schwer. Man konnte auch etwas Gold in vorbereiteten Becken gegen eine kleine Gebühr für den Schürfteller (600Yen) selber schürfen, wovon Shuhei und Tekkan auch fleißig Gebrauch gemacht haben.

Goldrausch macht sich breit. In den vorbereiteten Becken konnte man mit etwas Glück ein paar Goldflöckchen ergattern. Leider waren die so schwer zu finden, dass man für drei 1 mm² Flöckchen eine Ewigkeit brauchte. Im folgenden Souvenirladen konnte man übrigens auch etwas mehr Blattgold sogar für weniger Geld kaufen. Das wusste man vorher aber nicht.

Nach dem Abendbrot wurde wieder etwas an den Aufführungen gearbeitet. Danach gab es den obligatorischen Feierabend, wo "Mensch ärgere dich nicht" und "Holzkopf" gespielt wurde. Wer Holzkopf nicht kennen sollte: es ist ein Kartenspiel, bei dem der Verlierer bestraft/bemalt wird. Am Ende sahen die Teilnehmer so aus.


Am Montag (08. März) haben alle in Gruppen an ihrem Aufführungen und Videosketchen gearbeitet. Die Planung und der Dreh haben unerwartet lange gebraucht. Aber es hat sich gelohnt, denn Shinichi schraubte in jeder freien Minute an den Videos und Clips, welche ab und an von Kaisei aufgenommen wurden, um für den Abend eine Oscar-reife Präsentation zu zaubern.


Künstlerisch aktiv war jeder: Kaisei und Shinichi filmten und die anderen standen vor der Kamera und machten ihre Show. In meiner Gruppe waren Kaoru, Tatsuhito und Ryuichi. Der gelbe Stitch war Gastsschauspieler. Da wir lange warten mussten, bis wir dran waren, haben wir eine Menge faxen gemacht.

Hier saß und werkte der Regisseur und Kameramann. Im digitalen Zeitalter wurden die Videos natürlich sofort hochgeladen und nachbearbeitet.

Am Abend schauten wir uns unsere fertigen Werke an und starteten die Abschlussparty. Diese unterschied sich zu den anderen Partys, dass sie noch länger dauerte und einige nur eine Stunde Schlaf ergattern konnte. Andere verschliefen sogar das Frühstück am folgenden Tag.



Party pur. Es wurde gegessen und getrunken, als gäbe es keinen Morgen mehr. Was dann auch wirklich so war, denn fast alle haben ihn verschlafen. Das Video stammt von Kaisei und stammt nicht vom letzten Tag. Soweit ich mich erinnern kann, müsste das der erste Abend gewesen sein.

Als schließlich alle am Abreisetag (Di., 09. März) aufgewacht waren und einigermaßen munter wurden, gab es noch eine Schlussbesprechung über das Gasshuku. Dann wurden noch einige Bilder zur Erinnerung geschossen und man packte seine sieben Sachen für den Aufbruch.



Dann ging es auch schon wieder nach dem Mittagessen nach Hause, wo ich gegen 18:00 Uhr auch schon angekommen war. Am Bahnhof in Nishikawaguchi war es eiskalt und es fiel Schnee. Eine wirklich kalte Begrüßung...

Das Gasshuku wird mir als eines der besten Erlebnisse in Japan in Erinnerung bleiben. Ich habe viele neue und alte Gesichter gesehen und auch neue Freundschaften geschlossen. Im April soll ein kleines Treffen einiger Teilnehmer geplant sein. Ich freue mich schon darauf.


Soweit von mir. Kommentare sind erwünscht.



Freitag, 22. Januar 2010

Fragen über Fragen...

Diese Woche war wahrscheinlich die letzte Woche, in der es noch den letzten anständigen Unterricht des Semesters gegeben hat. Denn die Endjahresprüfungen nahen, und alles dreht sich nun langsam um die Vorbereitungen dafür.

Wie ich noch am Ende des letzten Beitrags erwähnt habe, gab es für mich noch ein kleines Referat zu halten. Mein Termin wurde damals per Losverfahren (Karten ziehen) auf den 19. Januar (Di.) gelegt, womit ich relativ zufrieden war. Mein Vortrag bestand an sich nur aus einer Auswertung der Ergebnisse meines Interviews auf japanisch. Soweit nichts spannendes. Die anderen mussten zuhören und auf einen kleinen Zettel ihre Kommentare zu meiner Rede aufschreiben. Die bekomme ich dann auch irgendwann zum Lesen.

Am Mittwoch (20. Jan.) hab ich den ersten "take home" Test meines Lebens bekommen. An sich beinhaltete dieser Kanjitest die gleichen Aufgabenstellungen, wie ein normaler Test. Jedoch konnten wir das Blatt mit nach Hause nehmen und ganz bequem und ohne Zeitdruck ausfüllen. Ich habe mir am Nachmittag eine gute Musik ausgesucht, ein Stück Schokolade angebrochen und das Blatt in aller Ruhe ausgefüllt. Meiner Meinung nach könnten die Lehrer so etwas ruhig öfter machen.

Am Freitag (22. Jan.) haben wir ebenfalls einen take home Test im Grammatikunterricht bekommen. So können wir uns auch besser auf das Lernen für die Endjahresprüfungen konzentrieren, als für einen Lektionstest büffeln zu müssen.

Am Nachmittag des selben Tages war noch eine kleine Befragung unter einigen deutschsprachigen Studenten angesetzt, von der mir Stefan zwei Tage zuvor erzählt hatte. Es wurden mindestens 10 deutsche Muttersprachler gesucht, welche die Aussprache von 30 Japanern bewerten sollten. Gekommen waren neben mir auch Nami, Liane, Sven, Marlene, Christian, Leon sowie noch zwei Bekannte von Sven, welche alle durch Mundpropaganda von der Befragung erfahren haben. Das bewies auch einmal wieder, dass wir uns ja schon ein relativ gutes Informationsnetzwerk in der Sophia aufgebaut haben, oder?
Die Befragung bestand an sich aus dem Anhören von Sätzen am Computer (Bsp.: "Soll ich etwas zur Party mitbringen" oder "Ich fahre am Samstag in die Berge") und der anschließenden Bewertung hinsichtlich der Aussprache, Intonation, Sprachmelodie sowie anderen Dingen.
Dass die leitende Professorin deutsche Phonetik unterrichtet, merkte man an einigen Antwortkategorien. Beispielsweise sollten wir anmerken, ob wir eher die "plosiven" oder die "frikativen" Abweichungen im Bereich der Aussprache der Konsonanten als besonders störend empfanden. Deutsch ist eben auch nur eine Fremdsprache...
Jedenfalls gab es am Ende auch eine kleine Belohung für's Mitmachen, welche wir alle freudig entgegengenommen haben.

Nun steht mir ein Wochenende voller Lernarbeit bevor. Wenn alles gut läuft, und ich noch in sieben Tagen am Leben sein sollte, dann schreibe ich über die Prüfungshöll... äh... woche.


Soweit von mir.


Ach ja... Wer bei "plosiv" und "frikativ" auch nur "Bockwurst mit Fritten" versteht, dem wird noch fix geholfen: Plosiv sind (Explosiv-)Laute wie "t", "k" oder "q"; Frikativ sind Beispielsweise Laute wie "s", "ß", "w" oder "z". Damit hab ich nun auch meine didaktische Pflicht erfüllt. Viel Spaß beim Weitertragen und Angeben.


Samstag, 16. Januar 2010

Wieder eine Woche 'rum...

Tja... Wo fang ich denn heute an...?

Am letzten Sonntag (10. Jan.) feierte Masako zusammen mit einigen anderen Bewohnern aus dem DK Warabi sowie einigen anderen Freunden ihren Geburtstag in der Lounge im Wohnheim. Zum Anlass des Tages gab es am Abend "yakinikku" (kurzum: gebratenes Fleisch), welches zusammen mit einigen Beilagen wie Salat, Gemüse und Meeresgetier auf extra dafür bereitgestellten Platten gebraten wurde.
Nebenbei haben wir Musik vom MP3 Player über die Stereoanlage spielen lassen, welche seit Weihnachten in der Lounge herumsteht. Dummerweise wurden sowohl die zwei Platten, als auch die Anlage an nur eine Steckdose (mit Verteilern) angeschlossen. Somit haben wir nach und nach die Hälfte aller Steckdosen in der Lounge aufgrund von Überlastung außer gefecht gesetzt. Trotzdem waren später am Abend sowohl die Platten als auch die Musik noch richtig heiß geworden.
Da der folgende Tag ein Feiertag war, brachen ein paar Leute nach dem Essen zum Karaoke nach Warabi auf, um die Nacht durchzusingen. Da mir die Müdigkeit die Augenlider schwer werden ließ, habe ich für dieses Mal passen müssen. In den Ferien werde ich mir wahrscheinlich so einen Tag mal leisten...

Wie oben schon kurz erwähnt, war der 11. Januar (Mo.) ein Feiertag in Japan. Damit konnte ich meinen fehlenden Drei-Königs-Feiertag kompensieren. Der einzige Unterschied war der Anlass: Hierzulande wird am zweiten Montag im Januar der sogenannte "seijin no hi" (Tag der Volljährigen) für alle Personen gefeiert, welche an diesem Tag 20 Jahre alt werden, oder in diesem Jahr noch dieses Alter erreichen. Alkohol und Zigaretten sind für diejenigen, welche es nötig hätten, also nicht mehr ein Tabu. Auto kann nun auch gefahren werden.
An diesem Tag ziehen viele Feiernde einen kimono (Frauen) oder einen Anzug (Männer) an, und sind dann somit leicht als solche zu erkennen. Leider habe ich es an diesem Tag nur bis zum Supermarkt geschafft, und konnte leider keine Trachten sehen. Aber so hätte es wohl sein können:

Mädels im Kimono mit Fellbesatz wegen der im Januar noch vorherrschenden Frische (Quelle: Wikipedia).

Ab Dienstag startete dann wieder eine neue Uniwoche. Neben dem normalen Alltag haben wir auch untereinander debattiert (Di.), andere Japaner in Besucherstunden interviewt (Do.) und unsere grauen Zellen in Tests strapaziert (Di., Mi., Do., Fr.).

Am Mittwoch
ging es nach dem Unterrich für mich noch einmal kurz nach Shinjuku. Nami schlug spontan einen Besuch des Rathauses vor, weil sie vermutete, dass man nach dem Regen am Vorabend klare Sicht hätte. Dem war auch so. Leider konnten wir dennoch nicht den Fuji sehen, da wahrscheinlich in seiner Umgebung Massen an Schneewolken ihr Unwesen trieben. Aber nur dort. Keine einzige Flocke landete in meiner Sichtweite.
Irgendwie ironisch, dass man sowohl in Europa als auch in Japan von einem Rekordwinter spricht und man hier in der Kanto-Ebene blausten Himmel über Wochen hinweg hat.

Donnerstag
habe ich nicht nur Japaner über ihre Meinung ausgefragt ("sollen japanische Männer im Haushalt helfen?"); ich habe mich nach dem Unterricht auch selbst ausfragen lassen. Indirekt hab ich zusammen mit Stefan einen Beitrag zum Computerseminar zwischen der MLU Halle-Wittenberg und der Keio-Universität geleistet. Ich musste nur etwas über meine Erfahrungen im Ethikunterricht berichten. Glücklicherweise auf Deutsch.

Das war's auch schon wieder von den interessanten Dingen meines Studentendaseins in dieser Woche. Am Wochenende stehen Hausaufgaben, Zimmer putzen, Wäsche waschen und Vorbereitungen für ein Referat über die Ergebnisse meines Interviews an.
Eine für Erholung eher suboptimal ausgelegte Planung. Tja.


Soweit von mir.


Samstag, 9. Januar 2010

Lebenszeichen - Gedanken über den Unterricht

Tja... Diese Woche hat die Uni am 05. Januar (Di.) wieder ihre Tore geöffnet und ich habe mich wieder in den "fast-nichts-außer-Uni-Modus" versetzt.

Die Ferien waren zwar einigermaßen erholsam, aber auch - meiner Meinung nach - viel zu kurz. Mir ist in der Freizeit aufgefallen, dass ich an den Abenden, an denen ich normalerweise in meinem Zimmer sitze und lerne, oftmals einige Japaner in der Lounge sind, mit denen man sich prima unterhalten kann (Mamiko, Masako, Kazu und noch einige andere). Und das oftmals auch recht lange. In solchen Momenten kann man sein Japanisch auch sehr gut erproben und einige neue Dinge lernen. Solche gemachten Erfahrungen hab ich ebenfalls von einigen ehemaligen Austauschschülern oder -studenten gehört, welche in Gastfamilien waren.

Ironischerweise halten mich nun ausgerechnet die Vor- und Nachbereitungen für die Uni von solchen Dingen ab. Es ist jetzt nicht so, dass ich überhaupt nichts im Unterricht lerne, aber wir sollten ja unser gelerntes Japanisch auch im Alltag anwenden. Aber man kommt halt vor lauter Lernen zu nichts anderem.

Der am Anfang des Semesters von Noguchi-sensei wohlgemeinte Ratschlag ("Wenn ihr noch irgendwie Freizeit haben wollt, dann nehmt NICHT den Intensive-Kurs") scheint sich bewahrheitet zu haben. Dazumal sich auch die Aufwendungen für die Intensive-Kurse im Vergleich zum letzten Jahrgang sogar noch einmal erhöht haben sollen, überlege ich im nächsten Semester lieber den Regular-Kurs zu nehmen, damit ich mir noch für eine außeruniversitäre Aktivität Zeit nehmen kann ohne meinen Terminplaner zu überladen. Auch im Hinblick auf den folgenden Intensive 3 Kurs scheint das schon eine Überlegung wert zu sein. Über diesen Kurs habe ich gehört, dass dieser nämlich recht viel Arbeit umfassen soll und viele Nerven kostet.

Es ist nur noch knapp einen Monat bis zu den Frühlingsferien. Bis dahin gibt es noch einige Unitage mit Tests und die Endprüfungen. Danach kommen jedoch ganze zwei Monate an Freizeit, auf die ich mich schon mit voller Sehnsucht freue.


Soweit von mir. Mal sehen, ob irgendetwas Interessantes in der nächsten Woche geschieht.


Freitag, 18. Dezember 2009

Teuflische Geschichten...

Diese Woche fühlte sich fast wie ein Endspurt vor den Winterferien an, welche am 23. Dezember beginnen werden. Es waren sogar einige interessante - wenn auch anstrengende - Tests dabei. Aber erstmal von Anfang an.

Am Sonntag dem 13. Dezember habe ich mit einigen Asiaten (und Leon) aus dem Wohnheim zu Abend gegessen. Das Wohnheimmanagement hat wahrscheinlich auf Wünsche einiger Gäste eine große Kochplatte besorgt, mit der man direkt auf dem Esstisch seine Mahlzeiten zubereiten kann. Es wurden Tintenfischbällchen, Yakisoba (gebratene Nudeln mit Kohl), sowie eine Mischung aus Okonomiyaki und Monjayaki (nichts Festes und nichts Weiches) zubereitet.
Alle mussten beim Vorbereiten der Zutaten mit anpacken. Mein Teil bestand im Zerkleinern von Kohl und Lauch, sowie dem (unbedachten) Ansäbeln eines Fingernagels meinerseits.

Im Unterricht haben wir von Montag bis Donnerstag (immer in der 2. Stunde) japanische Märchen gelesen. In allen Geschichten haben japanische Teufel (oni) eine mehr oder minder große Rolle gespielt.
In der ersten Geschichte wurden böse Oni mit Bohnen beworfen (schmerzten in den Augen), und somit aus einem Dorf auf die Bergspitzen vertrieben. Als sie dann auch noch von Samurais in den Himmel vertrieben wurden und sogar dort noch mit Flugzeugen verfolgt wurden, fragten sie die japanischen Götter (kami), wo sie denn hingehen könnten, ohne von den Menschen gesehen zu werden. Den oni wurde daraufhin geraten in den Herzen der Menschen zu wohnen, weil sie dort niemand finden kann. Und das taten sie auch.
In der zweiten Geschichte waren verkleidete oni von den gefüllten Teigbällchen in Teufelsform (oni-manju) eines alten Ehepärchens entzückt, welche in der Freizeit gemacht wurden. Das Ehepaar besaß eine Herberge, in die die oni eincheckten und es sich gut gehen ließen. Doch als die Oma zufällig Bohnen hereinbrachte, wurde die Identität der Teufel bekannt. Doch die Oma hat die oni nicht vertrieben, sondern mit ihnen zusammen gefeiert.
Es gab noch weitere Märchen, aber diese Zwei sollten hier genügen.
Am letzten Tag (Do.) sollten wir dann für unseren nächsten Aufsatz eine eigene Geschichte in der Gruppenarbeit entwickeln und dann abgeben. Wir änderten die Geschichte mit der Ameise und der Grille etwas ab, und ließen in ihr einen japanischen Fuchs (kitsune) und einen Waschbären (tanuki) spielen. Die Arbeit ist zurzeit in der Bewertungsphase.

Am 15. Dezember (Di.) habe ich von Lars erfahren, dass eine der beiden Deutsch-Abteilungen der Sophia eine kleine Weihnachtsfeier veranstaltete. Also ging ich, wie auch Nami, Lars, Stefan, Marlene und Christian, zu dem kleinen Feierchen hin.
Es war eine sehr kleine Runde von insgesamt 30 Leuten inklusive den zwei Lehrern. Es wurden die schmalen Schultische zu einer improvisierten Tafel zusammengestellt und mit echten Dresdner und Nürnberger Stollen, sowie Lebkuchen und Gummibären bestückt (Dresdner Stollen war am besten). Um die Tafel herum wurden die Stühle gestellt und jeder nahm Platz.
Ich habe auch einige bekannte Gesichter wiedergesehen. Am meisten war ich überrascht, als ich Kumi traf, welche auch damals auf dem Gasshuku im Februar dabei war. Wir erkannte uns sofort wieder und haben auch gleich etwas geschwätzelt.
War ein sehr netter Nachmittag.

Tja... Am Donnerstag (17.12.) hatte ich mündliche Prüfung und musste den Lehrer bitten, dass er mich aufgrund diverser Schmerzen nach Hause schicken sollte. Danach beschrieb ich noch fix eine Reise, welche ich im Februar 2009 gemacht habe. Welche war es denn wohl...?

Am Freitag (18. Dez.) hab ich mich auf's Wochenende gefreut. Aber wirklich berichtenswert war eine eine Kleinigkeit, welche am frühen am Morgen geschah: Gegen 05:41 Uhr wurde ich wachgerüttelt. Etwas irritiert lag ich in meinem Halbschlaf im Bett und ließ mich zum ersten Mal ca. 10 Sekunden von einem Erdbeben durchschütteln.
Das war nun mein erstes aktiv erlebtes Beben. Im Vergleich zum 22. Okt. (Fr.) war es nun ein wirklich echtes. Am Epizentrum betrug seine Stärke knapp 5 und bei mir im Bett ca. 3 auf der Skala. Trotzdem ist nichts eingestürzt oder umgefallen. Aber das will ich nun auch nicht wirklich.


Soweit von mir.


Ach ja! Übrigens hat das Wohnheimmanagment auch einen kleinen Herd besorgt und in die Küche gestellt. Er wurde auch schon von Nami und Marlene beim Plätzchenbacken eingeweiht.

Freitag, 4. Dezember 2009

Yotsuya - Was darf ich Ihnen empfehlen?

Zurzeit wollen die Lehrer wieder einiges von uns wissen. Und das am besten mit einem Stift auf Papier geschrieben und danach zur Korrektur abgegeben.

In dieser Woche stand am Montag (30. Nov.) ein weiterer Teil unserer Halbjahresprüfung an. Es war der Hörverständnistest, bei dem uns Nagasu-sensei die Aufgaben und ihre Antwortmöglichkeiten vorgelesen hat, bevor sie uns dann die jeweiligen Konversationen dazu von einer CD abgespielt hat.
Für mich war es das erste Mal, dass ich solch eine Prüfungsform gehabt habe. Und nun hat mein Anti-Freund (die Prüfung) eine weitere Facette des Grauens erhalten. Denn die Tücken dieser Tests liegen darin, dass wir unsere Antwortvorgaben (schnell) diktiert bekommen und daher nur flüchtige Notizen machen können. Aber wenn man nicht genau bei der Konversation hinhört, kann man die sich nur in Nuancen unterscheidenden Antworten nicht finden. Echt heimtückisch.
Aber davon abgesehen, muss man sonst nicht allzu viel schreiben. Der Rest des Tests bestand dann größtenteils aus Kreis- und/oder Kreuzemalen (Richtig oder Falsch).

An den nächsten Tagen haben sich die fast schon zur Routine gewordenen Tests und Quizzes fortgesetzt. Mittlerweile haben wir sehr viele Lesevokabeln, sodass wir zwei Quizzes (statt einem) darüber schreiben (als ob es nicht schon genug davon gäbe). Insgesamt werden in 9 von den 10 Unterrichtsstunden, welche wir in der nächsten Woche haben werden, irgendwelche Leistungen von uns abgefragt.

Aber anstatt mich nur über die Arbeit zu beschweren, kann man ihr auch (manchmal) ein paar positive Seiten abgewinnen. Für einen Gruppenvortrag über empfehlenswerte Orte für Austauschstudenten in Yotsuya haben Nami, Marlene (Jurastudentin aus Trier; wohnt auch im DK Warabi) und ich uns am Mittwoch dem 02. Dezember für eine Erkundungstour durch Yotsuya getroffen. Schließlich kennen wir bis auf die Uni auch nicht viel mehr von der Umgebung. Und das schien nicht nur uns so zu gehen, denn in Vorbereitung auf unseren Kurztrip habe ich einige japanische Studenten über ihre Empfehlungen für Yotsuya ausgefragt. Naja... Größtenteils habe ich fragende Gesichter und ein: "Hier gibt es eh nichts interessantes" erhalten. Na toll... Und worüber schreibt man nun?

Als ich Kazu gefragt habe, konnte er mir nach etwas Überlegen einen Ramen-Laden empfehlen, welcher für seine scharfen Gerichte berühmt sein soll. Somit hatten wir wenigstens eine heiße Spur. Und auch Marlene selbst kannte ein Kaffee in der Umgebung, was sie beitragen konnte. Und als ich das von Kazu vorgeschlagene Lokal im Internet suchen wollte, bin ich auf eine Seite gestoßen, welche verschieden Lokalitäten u.a. auch in Yotsuya vorstellt (Bingo!). Somit kamen wir auch schlussendlich auf eine kleine Anzahl an Orten, welche wir für unseren Vortrag verwenden konnten und nur noch abklappern mussten.
Da wir für unseren Vortrag auch ein bebildertes Faltblatt erstellen wollten, habe ich meine Kamera mitgenommen und fleißig drauf los geknipst. Ich habe die Bilder auch schon nachbearbeitet, sodass sie nur noch in das Faltblatt eingefügt werden müssen. Und das sind sie:




Das sind unsere Geschäfte, welche wir empfehlen: Am Anfang war die Bank. Für alle, welche ein japanisches Konto für ihr Stipendium brauchen, ist sie der wichtigste Ort. Danach kommt ein Buchladen, bei dem man seine Bücher erstehen kann, wenn der Universitätseigene Verkäufer keine mehr haben sollte. Als nächstes kommen zwei Restaurants von denen das linke die Empfehlung von Kazu war. Wem der Sinn nach Süßem steht, der kann die zwei folgenden Caffès besuchen. Wer aber lieber Entspannung sucht, der kann entweder in die Jazzbar gehen oder den nahegelegenen Park besuchen.

Jedenfalls habe ich aber nicht nur zum Zwecke der Arbeit geknipst. Ich habe auch zwei weitere Momentaufnahmen machen können, welche ich den geneigten Lesern nicht vorenthalten möchte.


Das ist ein Schnappschuss, den ich auf dem Weg zur Uni in der Bahn gemacht habe. Nachdem ich in einem älteren Beitrag schon etwas über die Rushhour verfasst habe, gibt es nochmal eine kleine Sicht der Dinge von innen. Ich möchte jetzt nicht untertreiben, aber so ganz voll war es noch nicht. Ich hatte nämlich noch die Möglichkeit meine Arme zu bewegen, und meine Kamera zu bedienen.

Ich finde es sinnvoll die Böden innerhalb eines Gebäudes sauber zu halten, aber das Straßenpflaster um das Gebäude herum zu wischen zeugt von dem speziell japanischen Sinn für Sauberkeit. Kein Tag vergeht, an dem ich nicht mindestens 10 Leute sehe, welche Gewege fegen, kehren, mit Wasser abspritzen - oder hier - wischen.

Und das war's leider auch schon vom spaßigen Teil. Der Vortrag ist am 07. November (Mo.) und bis dahin müssen noch ein paar Faltblätter gedruckt und ein Poster erstellt werden.

Am Donnerstag dem 03. Dezember war ein freier Tag, da die Uni zu Ehren des portugiesischen Missionars Francisco de Xavier einen Festtag veranstaltete. Dem Herren mit dem schwer auszusprechenden Namen (besonders für Japaner) verdankt die Sophia nämlich ihre Gründung. Denn der von den Japanern beeindruckte Xavier schlug im 16. Jh. in einem Brief an Rom die Gründung einer Universität in Tokyo vor.
Und ehe man sich versah, kamen im Jahre 1908 auch schon drei Jesuiten nach Tokyo, um eine Uni zu gründen. Und warum braucht man dafür knapp 400 Jahre? Ganz einfach: Die japanische Regierung entschied sich in den 30er Jahren des 17. Jh. unter anderem keine Missionare und Portugiesen mehr in das Land zu lassen (Sakoku: starke Einschränkung der außenpolitischen Handelsbeziehungen). Und das für ganze 200 Jahre. Und somit wurde der Fall erstmal zu den Akten gelegt. Und bis man sich wieder daran erinnert, kann auch wieder etwas Zeit vergehen.


Aber erstmal genug von der (extrem gekürzten) Geschichtsstunde. Ich hätte ja gerne an diesem Tag die Uni besucht, aber gewisse Dinge (wie Lernen) haben halt Vorrang. Und auch das regnerische Wetter lud nicht zum Herumspazieren ein.


Soweit von mir.