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Donnerstag, 29. Juli 2010

Naschkatzen in Shibuya

Kaum haben die Ferien begonnen, schon stapeln sich bei mir die Berichte...

Zuerst habe ich einen unglaublich süßen Geheimtipp für alle Naschkatzen und -kater, welche gerne in Shibuya nach Herzenslust Süßkram schlemmen wollen. Eigentlich kam die Idee von Shu, welche am 27. Juli (Di.) für ihren Geburtstag mich und noch viele andere zum Nachfeiern ins "Sweets Paradise" in Shibuya eingeladen hatte. Gegen 18 Uhr traf sich also eine Gruppe von 10 Leuten vor der Polizeibox in Shibuya und machte sich zum besagten Ort auf.

Shu hat geladen und wir sind gekommen. Wir waren eine illustre Gruppe von neun Ausländern und einer Japanerin. Sechs von uns waren übrigens von der Halle-Uni.

Im Sweets Paradise hatten wir für eineinhalb Stunden ein "all-you-can-eat" Buffet und konnten demzufolge schlemmen, bis die Knöpfe platzten. Es gab neben herzhaften Sachen wie Pasta- und Reisgerichte auch allerlei Sorten Kuchen, Torten, Pudding, Soft- und Wassereis, Limo, Kakao, Obstsalate, Popkorn, Schokolade und vieles mehr.



Diese Leckereien hier sind nur ein Bruchteil des ganzen Buffets. Jedes Stück war so lecker, dass es mir schwer fällt einen Favoriten zu wählen, aber der Omuraisu (linkes Bild) und der Bananenkuchen kommen mit unter die ersten Plätze.

Nachdem die Zeit abgelaufen war, verließen wir mit einer leichten Zuckerüberdosis das Lokal und knipsten noch fix ein paar Purikura in einer nahegelegenen Spielhalle. Leider hatten wir einen Automaten erwischt, welcher einen (unfreiwillig) "verschönert". Daher sieht das Resultat etwas seltsam aus...

Achtung Glubschaugen!

Danach verabschiedeten sich alle vor dem Bahnhof und gingen wieder nach Hause. Für einige von uns war es das wahrscheinlich letzte Mal, dass wir uns in Japan getroffen haben. Dennoch sieht man sich ja irgendwann mal wieder oder hat zumindest die Kontaktdaten ausgetauscht.



Soweit von mir.


Freitag, 19. Februar 2010

Lost in Translation und Singing in Shinjuku

Dem 17. Februar (Mi.) habe ich der Übersetzungsarbeit gewidmet.
Ich hatte nämlich 50 deutsche Sätze für einen Fragebogen über Zeitempfinden und Zeitmanagement japanischer Studenten erstellt, welche möglichst sinngemäß ins Japanische übersetzt werden mussten. Zweck der Arbeit ist eine kleine Erhebung unter den Studenten der Sophia-Universität, welche ich nächstes Semester durchzuführen gedenke.
Ich habe mich also am Abend mit Kazu getroffen, welcher mir dabei geholfen hatte die schon grob von mir übersetzten Phrasen zu überarbeiten. Da er auch relativ gut Deutsch verstand, konnte er auch die ursprünglichen Sätze mit verwenden.
Doch trotz dieser Vorteile, brauchten wir knapp drei Stunden, in denen wir fast alle Sätze eher direkt als sinngemäß entziffert haben. Nach einer kleinen Pause ließ ich Masako probehalber über die Zeilen fliegen, welche gleich den größten Makel der direkten Übersetzung entdeckt hat: Kaum ein Japaner würde die Sätze verstehen oder nachvollziehen können, denn für viele Redewendungen oder Ausdrücke gibt es im Japanischen halt keine Entsprechungen. Ich werde aber noch weitere Probeleser aufsuchen, damit der Fragebogen noch etwas "narrensicherer" wird.

Am Vormittag des 18. Februars (Do.) habe ich Schildkrötes Tank mal wieder gesäubert. Als sie so im Zimmer herumgewuselt ist, habe ich spontan ein kleines Video gedreht.

Nahaufnahme. Das Knarzen kommt übrigens durch die automatische Fokus-Einstellung der Kamera und nicht von Schildkröte. An sich ist sie eher ein ruhiger Zeitgenosse.

Nachmittag habe ich mich zusammen mit Nami nach Shinjuku aufgemacht, wo wir uns dann zusammen mit Shu getroffen haben. Das Dreiergespann ging nach einem kleinen Abendbrot für drei tolle Stunden ins Karaoke nahe der Kabuki-cho, wo wir unsere neuesten japanischen Lieder ausprobieren konnten.

Bunte Bilder im Neonlicht sind meistens im Karaoke-kan zu finden. Das Licht lässt auch alles andere, wie Namis Tuch oder mein T-Shirt, weiß aufleuchten.

Anschließend wurden noch Purikura geknipst und UFO-Picker (Kuscheltier-Greifarm-Automaten) ausprobiert. Danach hieß es wieder Abschied nehmen und nach Hause fahren.

Die Meute des Tages im Purikura-Format.


Soweit von mir.


Freitag, 27. November 2009

Fühlt sich wie das Ende an...


...ist aber nur Halbzeit.

Etwas anders formuliert standen in dieser und der letzten Woche die Mid-Term-Examen an. Also Prüfungen, welche in der Hälfte des Unisemesters stattfinden und in denen der gesamte Unterrichtsstoff zusammengefasst wird, welchen wir bis zu dieser Zeit gehabt haben. Und demzufolge wiegen die Ergebnisse von diesen Examen wesentlich mehr, als die eigentlich quantitativ überlegenen Qizzes.

Doch bevor ich zu den Mid-Terms komme, gehen wir ein kleines bisschen weiter in die Vergangenheit zurück...

Am 19. November (Do.) hatten wir japanische Besucher in unserem Sprachkurs. An diesem Tag war nämlich eine Visitor-Session (zu dt.: eine Unterrichtsstunde mit Besuchern) geplant. Gekommen waren sieben Japaner (2 männlich; 5 weiblich), welche zu Gruppen zugeteilt wurden und in kurzen Abständen wechseln mussten. So konnten wir mit insgesamt 4 Japanern kleine Gesprächs- und Fragerunden durchführen.
Zu Beginn sollten wir in einer fiktiven Videothek den Inhalt eines Films beschreiben, dessen Titel wir vergessen haben. Und der Ladenbesitzer (Japaner) sollte dann den Titel herausfinden. Ich konnte "Lost in Translation" erfolgreich erklären.
Danach unterhielten wir uns frei über das Thema Hochzeit und Familienplanung. Wen und wie will man später heiraten? Wie soll der oder die PartnerIn idealerweise aussehen? Wie lebt die eigene Familie, und will man so auch mit seinem Parter leben? Am interessantesten fand ich, dass die Mädels größtenteils Kerle haben wollten, die nicht wie ihre Väter nur am Wochenende zu sehen sind und sich daher nicht in ihren Häusern auskennen. In einem Beispiel wurde der Vater am Wochenende das dritte Kind in der Familie und ging der Mutter auf die Nerven. Bei der Geschichte mussten alle etwas schmunzeln, aber ich kann nun die Wünsche der Damen nachvollziehen.

Diese und noch einige andere Fragen waren zwar sehr interessant, aber für meinen Geschmack auch etwas zu privat.
Am Ende haben wir noch ein Blatt bekommen, auf den wir dann bis zum nächsten Mal die Zusammenfassung der Stunde schreiben mussten.

Ab dem 22. November (So.) habe ich dann bis Donnerstag (26. Nov.) jeweils für das Quiz (oder den Test) am Folgetag gelernt. Und bis auf den Donnerstag ist auch nichts weiter Spannendes passiert. Es sei denn, jemand hat Interesse an Inhalten von japanischen Vokabel- und Grammatiktests.

Am Donnerstag standen jedenfalls in der zweiten Stunde die mündliche Prüfung und das Schreiben eines Aufsatzes auf dem Prüfungsplan. Wir mussten im Unterrichtsraum an unseren Aufsätzen über sehenswerte "Geheimtipps" in unseren Heimatstädten schreiben, während wir dann nacheinander in einem Nebenraum die mündliche Prüfung hatten.
Mein Aufsatz handelte von der Peissnitzinsel in Halle und dem auf ihr stattfindenden Laternenfest. In der mündlichen Prüfung musste ich die Zubereitung eines Gerichts aus meinem Land erläutern (Milchreis; einfach und lecker) und etwas über meine Familie erzählen.

Abends war dann ein gemeinsames Essengehen mit sechs Deutschen (darunter Stefan, Nami und Liane) und sechs Japanern (größtenteils Mitglieder des Haribo-Zirkels) geplant. Gespeist wurde günstig in einem mexikanischen Restaurant für Tacos, Nachos und sonstigen mexikanischen Speisen. Es wurde bestellt, gegessen und gequasselt, aber Fotos schießen konnte ich leider nicht, weil meine Kamera lieber im Wohnheim liegen bleiben wollte.
Nach dem Essen teilte sich die Meute in eine "wir-singen-jetzt-Karaoke-Gruppe" (Stefan, Christian, Yuuko) und eine "wir-machen-lieber-Purikura-Gruppe" (Nami, Liane, Natsumi, Hitomi und ich) auf.
Für alle, die jetzt vergessen haben sollten, was "Purikura" sein sollte, gibt es eine kleine Auffrischung: Purikura kann man am besten als aufgemotzte Gruppenfotos im Passbildformat (und kleiner) beschreiben. Man geht in dafür überdimensionierte "Passbildautomaten" und lässt sich ablichten. Im Anschluss kann man die geschossenen Bilder nachbearbeiten, indem man sie beispielsweise beschriftet oder mit bunten Bildchen verziert.
Im Endeffekt sieht ein Bild dann ungefähr so aus...


Für alle, die des Lesens japanischer Zeichen nicht mächtig sind, übersetze ich mal die Namen: Ich heiße "Erikku", rechts daneben: "Nami", darunter: "Ri"/"Li" (Liane), unten rechts: Natsu-chan (Natsumi) und links unten: "Hitomi". Ich stehe übrigens nicht aufrecht, da sonst mein Kopf nicht mehr sichtbar gewesen wäre.

Die Fotos kann man sich nach dem Shooting auf das Handy laden. Nebenbei bemerkt ist das Phänomen "Purikura" eine von Mädchen dominierte Freizeitbeschäftigung. Demzufolge sind auch die Gestaltungsmöglichkeiten der Bilder auch nur auf "glitzernd", "zuckersüß" und "knallbunt" beschränkt. Jungs dürfen übrigens nur in Begleitung von mindestens einem weiblichen Wesen diese Fotokabinen betreten.
Naja... Das würde man(n) auch von sich aus nicht alleine machen wollen...

Danach ging es wieder nach Hause.

Am Freitag dem 27. November habe ich mir zum ersten Mal seit meiner Ankunft im September die Haare schneiden lassen. Dazu bin ich zu dem Herrenfrisör auf dem Campus der Sophia-Uni gegangen. Dieser befindet sich im ersten Untergeschoss vom Gebäude 2 und ein normaler Herrenschnitt kostet bei ihm an die 1600 Yen (ca. 12 Euro). Der Schnitt ging recht fix, und ist auch recht ansehnlich. Nun liegen meine Haare nicht mehr so herum, wie man sie noch einen Tag zuvor auf dem Purikura-Bild sehen kann.

Nächste Woche stehen noch ein Referat über die Umgebung der Universität, sowie die Hörverständnisprüfung an. Aber wie die ausgehen, werde ich wahrscheinlich in einem der nächsten Beiträge schreiben können.


Soweit von mir.



Nebenbei bemerkt: Hab' mir ein paar Kakis besorgt. Und nun hab ich eine neue Lieblings-Obstsorte.


Samstag, 14. März 2009

Das war's. Der letzte Tag.

(Donnerstag 12. Februar)

Den letzten Tag verbrachten wir - trotz Sonnenschein - größtenteils karaokesingend in einer Karaokebar in Yokohama. Die lag zwar etwas abgelegen von der großen Hauptstraße und war dementsprechen nicht sooo modern eingerichtet. Dennoch hatten wir eine Menge Spaß beim Singen und Versingen.

Mit dabei war - neben Momoko, Maki, Toru und den obligatorischen vier Deutschen - auch ein neues Gesicht: Keiko. Sie studiert gerade in Deutschland, und ist sozusagen auf "Kurzurlaub" in Japan. Dementsprechen konnte sie auch sehr gut auf deutsch Sprechen

Neben dem Karaoke ging es wieder in ein Game-Center in dem wir uns wieder in einem der unendlich viele Purikura-Automaten ablichten ließen. Auch ein kleines Spielchen an einer der Automaten liessen wir uns nicht entgehen.

Mit heißeren Stimmen machten wir uns in Richtung Shibuya auf. Shu wollte zusammen mit Nami zum tokyoter Bahnhof fahren, um dort einen Beutel abzuholen, den sie nach dem Gasshuku im Zug liegengelassen hat. Nur war der Bahnhof so riesig, dass er zwei von den sogenannten "Missing Points" besaß. Shu und Nami liefen natürlich zu dem anderen und mussten sich dann umständlich zum anderen durchfragen. Die Bahnhöfe haben ja auch ein riesiges Ausmaß in Japan.

Während Nami und Shu im tokyoter Bahnhof herumirrten, war ich mit Annika ein letztes Mal nach Shibuya gefahren. Dort wollte ich in einem internationalen Book Off (Second Hand Laden für Bücher, DVDs und Spiele) das Buch verkaufen, welches ich zur Vorbereitung für den TOEFL Test gekauft habe und es nun nicht mehr brauchte.
Nun eine WARNUNG an alle, die auch etwas in einem Book Off verkaufen wollen: MACHT ES NICHT!!! Das Buch kostete im Laden 4400 Yen. Als ich das Buch verscherbelt habe, bekam ich 30 Yen und einen Gutschein über 50 Yen! Es lohnt sich nicht!
Ansonsten ist der Laden recht gut für einen Einkauf geeignet. Die meisten Sachen kosten dort durchschnittlich 2000 bis 3000 Yen weniger. Wenn man nun eins und eins zusammenzählt, kann man sich deren Reibach vorstellen.

Leicht gefrustet aßen wir noch ein Crepe in der Takeshita Dori und machten uns dann nach Hause zum Kofferpacken und Verabschieden.

Donnerstag, 19. Februar 2009

Bummeln, drehen und spielen in Odaiba

"Auf nach Odaiba", hieß es am heutigen Tag. Nach der mittlerweile zum Standard gewordenen Tour mit der Bahn errichten wir unseren Treffpunkt in Shinbachi, von dort es auch gleich überirdisch in einer vollautomatisch gesteuerten Bahn über die Rainbow Bridge ging (siehe Webcam am unteren Ende der Seite). Die Sonne schien, und brachte das Wasser in der Bucht von Tokyo zum funkeln.
Die "Meute des Tages" mit der Bucht von Tokyo und der Rainbow Bridge im Rücken.

Irgendwo falsch abgebogen? In der Nähe des Einkaufscenters "Dockss" fanden wir die geschrumpfte Version der Statue. Was die allerdings hier zu suchen hatte war mir schleierhaft. Im Hintergrund kann man die Rainbow Bridge sehen, welch sich über die Bucht spannt.

Als wir in Odaiba angekommen waren, wollten wir ersteinmal einige Souvenirs kaufen gehen. Leider erwiesen sich die Preise als sehr gesalzen, dass wir mit den Andenken lieber noch etwas auf eine "günstigere" Gelegenheit warteten. Statt dessen haben wir Mittag in einem Lokal gegessen, in dem man wie in einer japanischen Grundschule zu Mittag essen konnte.

Wie damals: In den Grundschulen wird das Mittagessen im Klassenzimmer gegessen. Während
des Essens können auch die Bänke zusammengeschoben werden, damit man nicht alleine essen muss. Gegessen wurde Boku-Curry, welches dank seiner Schärfe unsere Gesichter etwas rötete. Für mich gab es auch wieder ein paar Extraportionen, da nicht alle ihr Mahl geschafft haben.

Nachdem alle wieder glücklich und satt w
aren, ging es wieder zum Fernsehen. Dieses Mal kam Fuji TV dran, dessen Gebäude eine markante Kugel in seiner Architektur beherbergt.


Die Zentrale des japanischen Fernsehsenders Fuji TV hat eine riesige Kugel, in der eine Ausstellung ist, und aus der man eine wunderbare Aussicht über die Stadt bekommt. Überall im Gebäude kann man sich zu diversen Sendungen, welche bei Fuji TV, laufen informieren. Der kleine blaue Hund ist das Maskottchen des Senders.

Nachdem wir den Sender hinter uns gelassen haben ging es schnurstracks in Richtung des Riesenrades, welches sich in Palette Town* befindet.
* Unterhaltungs- und Einkaufsgebiet auf Odaiba



Rund und Bunt: Als Gruppe von 4 bis 6 Personen kostet eine Tour im Riesenrad 3000 Yen ** . Dafür kann man einen wundervollen Ausblick über den Hafen und die Bucht von Tokyo genießen, und die ankommenden Flugzeuge des nahegelegenen Flughafens landen sehen. Wer besonders mutig ist, der kann in eine vollständig durchsichtige Gondel steigen und auch den Blick nach unten genießen (wer sucht, kann sie im Bild finden). In den Gondeln gibt es Sitzheitzungen, damit man nicht fröstelt. Besonders toll sieht das Rad bei Nacht aus, weil es dann in allen Farben blinkt und schimmert.
** ca. 25 Euro

Für den letzten Punkt auf unserem Tagesplan ging es in ein Gamecenter, wo wir uns in einem Purikura-Fotoautomaten ablichten ließen und ein paar Spiele ausprobierten.

Trommeln und Tanzen: Ich probierte mich an den Taiko-Trommeln und Shu legte eine heiße Sohle bei "Dance Dance Revolution" aufs Parkett.

Erschöpft und mit trägen Beinen ging es dann auch schon wieder zurück ins Wohnheim.