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Freitag, 26. Februar 2010

Ueno und Ikebukuro - Kultur und Sunshine

Eigentlich sollte dieser Eintrag eine Zusammenfassung der Woche sein, aber da bis auf einen Tag nichts weiter Berichtenswertes passiert ist, bleibt es nur beim Montag dem 22. Februar.

An diesem Tag packte mich das Bedürfnis nach Kultur und ich entschied mich eines der vielen Museen im Ueno-Park zu besuchen. Dazumal ich auch mit meinem Studentenausweis der Sophia angeblich kostenlos die Museen dort besuchen kann. Damit ich nicht allein bin, kam Nami sogar spontanerweise mit. Da wir auch schon vor einem Jahr in dieser Umgebung waren, haben wir quasi einige der alten Stationen noch einmal besucht.

Zuerst ging es wieder in die Ameyoko. Dort wollten wir das günstige Lokal aufsuchen, in dem wir damals recht leckeres Futter für günstiges Geld ergattern konnten. Leider konnten wir es nicht mehr finden, und haben uns mit Reisbällchen aus dem Convenience-Store begnügt.

In der Ameyoko kann man billig viel Essen (vor allem Meeresfrüchte) ergattern. Dazwischen gibt es Unmengen an Läden, bei denen man eine gewisse Flohmarktatmosphäre verspürt.

Mit unseren Snacks ausgerüstet ging es nun auf zum Ueno Onshi-Park. Dort besuchten wir zunächst den Benzaiten-Schrein, welcher auf einer Insel direkt im größten See des Parks - dem Shinobazunoike - liegt. Dummerweise habe ich erst im Nachhinein bemerkt, dass man auch mal eine Bild direkt vom Schrein hätte schießen können.

Das Schreingelände war voller Gedenksteine, welche sich aber aufgrund alter und schwer entzifferbarer Kajischrift nicht lesen lassen wollte. Am See gab es eine Menge an Federvieh, welches von einigen Passanten gefüttert wurde.

Auf dem Weg zum Museum machten wir noch kurz davor einen Abstecher zum Toushogu-Schrein, welcher laut Reiseführer voller Sehenswürdigkeiten sein soll.

Das ist der Toushoku-Schrein. Naja... Eher nur ein Bild von ihm, denn der Schrein wurde zur Zeit saniert und daher mit bedruckten Planen verhangen. Zumindest aus der Entfernung konnte man den Schwindel kaum ausmachen.
Vom gerade sanierten Schrein aus liefen wir an einem kleinen Kinderpark vorbei, welcher aber gerade nicht in Betrieb war, und daher eher gruselig als amüsant wirkte. In dessen Näher haben wir auf einem Kinderspielplatz unsere Vorräte verputzt, während wir von hungrigen Tauben belästigt wurden.

Gut gesättigt wollten wir nun eigentlich das tokyoter Nationalmuseum besuchen. Leider machte uns der Montag einen Strich durch die Rechnung, denn an diesem Tag haben alle Museen in der Umgebung (und auch der Zoo) ihren Ruhetag. Auch das Nationalmuseum für Naturwissenschaft hatte dementsprechend geschlossen. Nur der Wal auf dem Außengelände war zu sehen.

Leider waren alle Mussen geschlossen. Aber das hieß nun nicht, dass wir die Hoffnung aufgegeben haben. Man kommt halt später wieder. So eine Walfigur in Originalgröße hat übrigens schon was imposantes.

Vom bisherigen Tag etwas unzufrieden entschieden wir nach einigem Überlegen, noch einen kleinen Abstecher nach Ikebukuro zu machen um das Sunshine-City zu besuchen. Das ist eine mehrstöckige Einkaufsmeile mit einem Aquarium und Planetarium auf dem Dach.
Wir schlenderten durch die Geschäfte und stiegen bis hinauf auf das Dach. Oben angekommen haben wir die Preise für das Aquarium (1800 Yen) und Planetarium (900 Yen) gecheckt. Auch hier entschieden wir uns später und mit einer größeren Personenzahl einen erneuten Besuch zu unternehmen.

Als die Füße langsam schwerer wurden, entschieden wir uns wieder nach Hause zu fahren.

Zum Schluss noch einige Zeilen über die derzeitigen Wetterverhältnisse in der Umgebung.

Am 26. Februar (Do.) unternahm ich eine kleine Radtour zum LaLaGarden um einige Einkäufe zu erledigen. Beim Radeln wurde mir ganz schön warm, denn ich musste mich bei schwül-milden 22°C bewegen. Kurzzeitig kamen auch Erinnerungen an milde Spätsommertage auf, an denen man noch die letze Wärme des ausgehenden Sommers spürt.
Aber das ausgerechnet im Winter!?!

Als ich am 27. Februar (Fr.) meine Wocheneinkäufe erledigen wollte, musste ich das im schwachen Regen erledigen. Aber der Regen verschaffte keine Abkühlung, und der böige Wind fühlte sich sogar recht warm im Gesicht an.

Ich weiß nicht, was mich im Sommer erwarten soll, wenn sich der Frühling schon so früh anmeldet. Letztes Jahr bibberten wir noch zu dieser Zeit.

Bald kommt also der Frühling, was auch Schildkröte zu fühlen scheint. Denn im Vergleich zu den vergangenen Tagen ist sie nun viel aktiver und futtert auch mehr. Sie fängt sogar direkt mit dem Fressen an, wenn ich ihr das Futter gebe. Normalerweise hat sie gewartet, bis ich mal nicht im Zimmer war.


Im Vergleich zu den letzten Tagen frisst sie nun fast doppelt so viel. Sie schnappt sofort nach den kleinen Ringen und knackt sie mit Genuss.


Soweit von mir.



Samstag, 2. Januar 2010

Gut gerutscht - Jahreswechsel in Japan

Neues Jahr - alter Blog. Es kommt mir bei diesem Eintrag vor, als ob ich über eine Woche schreiben würde. Aber es sind nur drei Tage, an denen aber 'ne Menge gemacht wurde. Es wird eine Menge an Lesestoff werden, mit dem ich wahrscheinlich die folgenden, ereignislosen Tage kompensieren werde.

Nun denn...

Der 31. Dezember (Do.); also der letzte Tag des Jahres wird in Japan O-misoka genannt. Weil Leon und ich in unseren allabendlichen Tischtennisspielen den Tischtennisballvorrat im DK Warabi pulverisiert haben, entschieden wir uns an diesem Tag ein paar Ersatzbälle zu besorgen. Aber da uns der "Supermarkt umme Ecke" zu langweilig war, verknüpften wir unsere Pflicht mit einer Tour nach Shibuya. Einerseits, weil wir dank Monatsticket etwas sparen konnten, und andererseits, weil Leon noch nie dagewesen war.

Wir fuhren also mit der Keihin-Tohoku- und der Saikyo-Linie zum besagten Ort und haben uns erst einmal in einem Musikladen aufgetaut (es war bewölkt und kalt). Als sich die Sonne und der Hunger zeigten, entschieden wir uns nach einem günstigen Lokal zu suchen. Da wir aber bei sporadischer Suche keinen Laden finden konnte, welcher Fleischloses für billig Geld verkaufte (Leon ist Vegetarier; ich muss sparen), entschieden wir uns kurzerhand für Reisbällchen und Sushi aus dem Convenient-Store. Das Essen verspeisten wir nach erfolglosem Sitzgelegenheiten-Suchen auf einer Mauer sitzend am Straßenrand in der Nähe des Yoyogi-Parks. Nebenbei knipsten wir auch ein paar Bilder



"Auf der Mauer, auf der Lauer." Da man wahrscheinlich alle Bänke in Shinjuku und Harajuku entfernt zu haben schien, haben wir es uns auf einer Mauer im Sonnenschein bequem gemacht. Dank unserer Größe (Leon: 193cm; ich: 192cm) konnten wir sie auch recht einfach erklimmen. Sehr zum Erstaunen einiger Passanten.

Nachdem wir gesättigt waren, besuchten wir den Yoyogi-Park, welchen ich mir auch schon im Februar mit einigen Freunden angesehen habe.


Innerhalb des Parks wimmelte es nur so von Raben. Anscheinend schienen sie dort ihr Hauptquartier zu haben. Neben dem schwarzen Federvieh flanierten auch eine Menge Besucher auf den Wegen, welche die Sonnenstrahlen, den Springbrunnen und das "zwitschern" der Raben genossen.

Körperlich und seelisch gestärkt machten wir uns nach dem Parkbesuch auf die Suche nach einem Geschäft, welches Tischtennisbälle verkaufte. Da wir nicht genau wussten, wo das nächstbeste Örtchen dafür zu finden war, gingen wir in die Takeshita-Dori (auch ein altbekannter Ort für mich). Und dort fanden wir auch in einem Laden Bälle und ein japanisches Kartenspiel mit dem Namen "Hanafuda", welches ich so gerne spiele. Danach wollte ich noch Leon einen kleinen Schrein zeigen, welchen ich damals mit Nami und Shu zufälligerweise entdeckt haben.

Das ist die Takeshita-Dori, wie man sie im Februar sehen konnte. Ich habe leider kein aktuelles Bild geknipst, aber bis auf die unterschiedliche Ballon-Figur und dem schlechten Wetter sah sie noch genau so aus.

Am besagten Schrein angekommen hatten wir das Glück an einer rituellen Reinigung des Schreingeländes beizuwohnen, welche zum Jahresende an allen Shintoschreinen durchgeführt wird. Ich habe aber aus Respekt keine Fotos geschossen.

Auch ein altes Bild. Bei der Zeremonie waren an die zehn Priester, zwei Schreinjungfrauen und noch ein paar Gehilfen beteiligt. Die Zuschauer wurden bei der Gelegenheit ebenfalls rituell gereinigt. Am interessantesten fand ich das Ritual, bei dem man sich das Böse mit einem Stück Papier von sich abwischen musste. Da wir keine Shintoisten sind haben wir uns aber nicht abgeputzt.

Danach ging es wieder ins Wohnheim in dem ich am Abend zusammen mit Leon, Nami, Alisa [Rus.], sowie mit Tina und Freunden in das neue Jahr feiern wollte.
Zum Abend haben wir uns also in der Lounge versammelt und schauten bis kurz vor Mitternacht eine der berühmtesten Fernsehsendung in Japan. Diese hieß "Kouhaku Uta Gassen", in welcher das rote Team (berühmte weibliche Sänger) gegen das weiße Team (berühmte männliche Sänger) antritt und am Ende der Show (nach 5 Stunden) der Sieger gewählt wird. An diesem Abend waren die Männer die Sieger. Beim Anschauen fühle es sich fast so an wie der Eurovision Song Contest. Nur, dass es nicht so viele Parteien gab. Bei der Abstimmung konnten wir sogar per Fernbedienung mitwählen.

Als es Mitternacht schlug, sahen wir im Fernsehen, wie unendlich viele Menschen an einem Tempel in der Nähe des Tokyo Towers unendlich viele Ballons in den Nachthimmel entließen. Im Gegensatz zu meinem heimatlichen Neujahrsbrauch wird in Japan aber kein Feuerwerk gezündet. Nicht ein einziger Mensch ließ es knallen. Irgendwie schön und schade zugleicht. Kein Rauch, Lärm oder Müll.

Wir stießen noch auf das neue Jahr an und schauten noch etwas Fernsehen, bis einer nach dem anderen ins Bett ging.

Am ersten Januar (Fr.) wollten wir (Leon, Tina, Alisa und ich) es den Japanern gleichtun und den ersten Schreinbesuch des Jahres (Hatsumoude) zum japanischen Neujahr (Shougatsu) zelebrieren. Da der Meiji-Schrein aber allen Anschein überlaufen war, entschieden wir uns zum Schein und zum Tempel in Warabi zu laufen.

Als erstes gingen wir zum Tempel, welchen ich zu meiner Schande auch schon mal etwas früher besucht haben könnte. Dort war es noch nicht so voll. Eher schon idyllisch.

Neujahr am Tempel. Kaum eine Menschenseele war auf dem Tempelgelände zu sehen.

Da der Schrein nicht so weit vom Tempel entfernt war, machten wir auch einen Abstecher dorthin. Aber im Gegensatz zu dem buddhistischen Gegenpart waren hier wesentlich mehr Leute anwesend, welche eine Riesenschlange bildeten (ca. 80 bis 100 Meter) um am Schrein für ein gutes Jahr zu beten. Auf dem Scheingelände konnte man sich auch an einigen Läden Glücksbringer, Essen und sogar Videospiel kaufen. Fast schon wie Flohmarkt.



Eine Menge Leute besuchten den Schrein, auf dessen Gelände man allerhand Dinge erstehen konnte. Unten links sieht man den Wunschhelfer Daruma, dessen rechte Pupille man ausmalen soll, wenn man einen Wunsch hat. Ist der Wunsch erfüllt, kann man auch die zweite Pupille ausmalen. Im Bild daneben sieht man das Okonomiyaki, welches ich mir gegönnt habe, und was himmlisch geschmeckt hat (auch wenn's nicht so aussieht).

Danch machten wir uns wieder auf dem Nachhauseweg, und ließen den ersten Tag des Jahres ruhig und gemütlich ausklingen, indem wir in der Lounge eine sehr bekannte Fernsehserie namens "Sasuke" schauten. In dieser Spielshow versuchen die Teilnehmer einen sehr kräftezehrenden Hindernislauf zu bewältigen, welchen man angeblich nur mit Ninjakräften bewältigen kann. Hier ein Zusammenschnitt des Gewinners von 2006 (welcher aber auch 2010 teilnahm):


Das schlaucht schon beim Zusehen. Dieser fitte Herr mit dem Namen Makoto Nagano, schaffte den Parcour im Jahre 2006. 2010 rutschte er schon in der ersten Runde versehentlich aus, und musste ausscheiden. Aber nächstes Jahr gibt es auch eine neue Chance.

Danach ging es ins Bett.

Am 02. Januar (Sa.) war nichts spannendes passiert. Am Abend gab es wieder ein besonderes Programm im TV zu sehen. Es war ein Kabukistück, welches man zu Neujahr spielt. Somit haben wir auch etwas Kultur zu sehen bekommen. Hier ist etwas Kabuki (Werbefilm für ein Kabukispiel im Kino) für alle, welche es noch nicht kennen sollten:


Die Flöten, Trommeln und verzerrten Gesichter sind das Hauptmerkmal von Kabuki. Streng eingehaltenene Choreografien und schrille Töne gehören auch dazu.

Ab dem 03. Januar (So.) beginnen meine Vorbereitungen für die Uni, welche am 05. wieder weitergeht. Große Pläne sind also an den letzten Tagen der Winterferien nicht gesteckt. Demzufolge auch leider keine nennenswerten Einträge.


Soweit von mir.


Übrigens ist im japanischen Horoskop das Jahr 2010 das Jahr des Tigers. Das merkt man spätestens daran, dass die japanischen Neujahrskarten oftmals mit Tigermotiven bedruckt werden.


Sonntag, 1. November 2009

Gutes altes Asakusa

Eigentlich war am 01. November (Sa.) nichts großartig an Ausflügen geplant, aber spontanerweise hat mich Tina (eine Jurastudentin aus Trier; wohnt auch seit September im DK Warabi) spontan zu einem Kurztrip nach Asakusa überreden können.
Nachdem man sich noch fix ausgehfertig gemacht hat, ging es auch schon zum Bahnhof und dann mit der Keihin-Tohoku-Linie bis nach Ueno, sowie anschließend mit der Metro nach Asakusa.

Mal wieder Asakusa. Aber dieses Mal war die Deko an den Läden an das Herbstthema angelehnt. Aber trotz Herbst, waren es geschätzte 26°C und schwül. Nebenbei war die Herbstdeko nicht die einzige Veränderung. Scheinbar wurde der Tempel renoviert, und daher blickdicht eingerüstet.

Da ich ja schon einmal dort war (siehe hier), wusste ich von den vielen kleinen Souvenierläden, welche sich auf dem Weg zwischen dem großen Tor (kaminarimon) und dem Tempel (sensô-ji) dicht aneinanderdrängen. In einem dieser Läden hoffte ich eine sogenannte manekineko (Geldkatze, auch Winkekatze genannt) zu finden. Ein kleiner Auftrag für eine Freundin sozusagen.
Und wie erhofft wurde man dort überall von diesen weißen Kunstoff- bzw. Keramikkatzen angewunken.



Winkekatzen ohne Ende. Es gab sie in allen Preisklassen. Die handtellergroßen Katzen kosten um die 500 Yen und die Handgroßen schon die 1000 Yen. Hab auch eine für 5000 gesehen. Die Katzen sieht man in Japan in vielen Geschäften, da sie angeblich die Kunden (und auch deren Geld) heranwinken sollen. Es gibt auch ein japanisches Sprichwort, was frei übersetzt soviel wie "Münzen vor die Katzen werfen" bedeutet. Katzen und Geld gehören scheinbar zusammen.

Im Vergleich zu damals machten wir dieses Mal auch einen Abstecher zu dem nahegelegenen Shintô-Schrein in Asakusa. Der ist zwar nicht so groß, wie sein buddhistischer Nachbar, aber trotzdem sehenswert. Als wir auf dem Shreingelände standen sahen wir einige kleine Mädchen in kurzärmligen Kimonos (kosode) und Jungen in hakama (Kimono für Männer). Die kleinen Knirpse kamen in Begleitung ihrer Eltern und Großeltern zu dem Schrein. Warum? Es war der Monat des shichi-go-san (7-5-3 Fest).
An 7-5-3 besuchen alle Kinder, welche 3, 5 oder 7 Jahre alt geworden sind , mit ihren Eltern einen Schrein, um für Glück und Gesundheit in der Zukunft zu beten. Zu diesem Anlass dürfen die Kleinen auch zum ersten Mal die Oben erwähnten Kleidungsstücke tragen. Eigentlich für den 15. November geplant, wird dieser Tag von vielen Familien oftmals auch auf das Wochenende im November verlegt, damit auch die anderen Familienmitglieder mitkommen können.




Das siebte, fünfte und dritte Lebensjahr gilt als besonders unglücklich, und daher wird fleissig für die Kinder gebetet. Gegen eine kleine Spende können die Eltern ihre Kinder rituell reinigen lassen. Es gibt auch viele kleinere Aktivitäten für die Kids. Die ersten vier Zeichen auf dem Schild im linken Bild bedeuten von Oben nach Unten "Sieben", "Fünf", "Drei" und "Besuch" die letzten zwei zusammen bedeuten "Empfang". Im rechten Bild sieht man ein kleines Mädchen neben einer Schreinjungfer (miko).

Danach streiften wir noch ein bisschen durch die Gegend und ich hab mir noch was zum essen geholt. An einer Ecke sahen wir eine kleine Bühne, auf der etwas "kabuki-ähnliches" aufgeführt wurde. Da wir sowohl akustisch, also auch inhaltlich nichts verstanden haben, zogen wir weiter.



Danach sind wir noch zu dem Fluss gelaufen, auf dem ich damals mit den anderen herumgefahren bin. Jedoch wollten wir nicht unbeding fahren, und auch wieder früh nach Hause kommen. Also haben wir noch ein paar Fotos geknipst und sind dann wieder abgedüst.


Sowei von mir.


Übrigens: Das war die (naja...) "Meute des Tages". Links die Tina und auf dem rechten Bild kann man ja denken, wer das ist. Es war windig...


Donnerstag, 5. März 2009

Tokyo Tower - Japan von Oben

(Mittwoch 04. März)
Nach dem Homestay trafen wir uns am Bahnhof in Shibuya, um gemeinsam zum Tokyo Tower zu gehen. Bisher haben wir den 333 Meter hohen Turm schon andauernd auf unseren Ausflügen in der Stadt gesehen, und nun wollten wir ihn endlich auch einmal erklimmen.
Wieder eine illustre Runde in Tokyo unterwegs. Auf den Weg zum Tower machten wir kurz an einem Tempel halt. Dort hab ich zum ersten Mal auch die kleinen Jizo-Statuen gesehen, welche für abgetriebenen Kinder aufgestellt wurden. Diese tragen dann oftmals ein kleines rotes Käppchen oder haben Kinderspielzeug neben sich liegen. Der Tempel ist bekannt für die große Menge dieser Figuren.

Schon mit Tower im Sichtfeld haben wir noch einen Tempel besucht. Derzeit waren auch geraade irgendwelche Bauarbeiten am Tempel, daher der Lärm auf dem Video...


Am Tokyo Tower angekommen haben wir uns zuerst für 820 Yen eine Karte für die Aussichtsplattform in 150 Meter Höhe gekauft. Dort konnte man sich schon einen guten Überblick über die Stadt verschaffen. Naja... Zumindest konnte man erkennen, wie dicht überhaupt das Gebiet bebaut ist. Leider war das Wetter auch nicht so klar, sodass man nicht einmal den Fuji-san gesehen konnte.

Auf 150 Meter und 250 Meter Höhe konnte man die Aussicht über Tokyo genießen. Jedoch musste man 600 Yen draufbezahlen, wenn man auf die 250 Meter Plattform gehen wollte. Im Tower war auch ein Wachsfiguren Museum und diverse andere Attraktionen, für die man wiederum separaten Eintritt bezahlen musste. Eigentlich schon Wucher...



Auf der 150 Meter Plattform waren an einigen Stellen Löcher eingelassen, durch die man nach unten schauen konnte. Ganz Mutige stellten sich auch schon mal drauf oder machten einen kleinen Hopser auf der Sicherheitsglasscheibe.


Nach dem Höhenrausch folgte erstmal das Mittagessen im Gebäude direkt unter dem Tower. Danach machten wir uns auf den Weg zum Palastgarten des Kaiserpalastes.

Uns taten schon die Füße weh und wir wollten nicht mehr das riesige Gebiet durchkämmen. Außerdem hätte man den Palast eh nicht in voller Größe gesehen, da schon einige Meter vorher schon Endstation gewesen wäre, und man nicht weiter käme.


Danach machten wir uns auch wieder auf den Weg nach Hause, um uns von dem anstrengenden und verregneten Tag zu erholen und die Blasen an den Füßen zu kurieren.

Sonntag, 1. März 2009

Bis nach Asakusa und noch vieeel weiter...

(Sonntag 1. März)

Irgendwie scheinen unsere Ausflugsziele, welche mit "A" beginnen, mit einem Regenfluch behaftet zu sein. Es regnete schließlich schon wieder, als wir heute nach Asakusa (gesprochen: "Asacksa") aufbrechen wollten und es regnete auch ab und zu, als wir in Asakusa herumliefen.

Die "MdT" vor dem Eingang zur Straße zum Sensō-ji, dem ältesten buddhistischen Tempel in Tokyo. Links und rechts des Eingangs halten zwei Wächterstatuen wache und in der Mitte hängt eine riesige Laterne.

Zuerst ging es zum Sensō-ji. Doch bevor wir die Haupthalle erreichen konnten mussten wir durch eine lange Straße, an deren Rand sich viele kleine Souvenir- und Ramschläden reihten. Auch die auf der Straße wuselten viele Japaner herum, die ihren Sonntag verbringen wollten.

Andenkenwahn: In diversen Geschäften wurden Fächer, Bilder, Glücksbringer, Ninjaausrüstung und auch Kitsch verkauft. Sogar echte Samuraischwerter standen zum Verkauf. Für den kleinen Hunger und Geldbeutel gab es auch kleine Snacksbuden. Ich probierte Fleischspießchen, Manjū, Amasake und sogar Takoyaki. Manjū sind kleine gebackene Teigbällchen, welche mit roter Bohnenpaste gefüllt sind (lecker und süß). Amasake ist sehr süßer Sake (heiß, süß und lecker). Takoyaki kann man grob als "Tintenfischbällchen" übersetzen. Die Dinger schmecken gar nicht so zäh und auch die Saugnäpfe sind nicht mehr haftend. Aber man kann damit gut den Appetit von Shu und Annika verderben. Hab auch ein kleines Foto geknipst. Das, was wie Holzspäne aussieht, sind Tintenfischraspel und schmecken sehr fischig.


Nachdem sich alle etwas Kleines zum Naschen gegönnt haben, liefen wir bis zur Haupthalle des Tempels. Dort angekommen haben die Japaner wieder kurz vor dem Altar gebetet und die Deutschen haben Fotos geknipst und ein Video gedreht.





Vor der Haupthalle stand noch ein großes Eingangstor wo man unter einer riesigen Laterne durchlaufen musste. Außerdem konnte man sich an einem Sandbecken voller Räucherstäbchen einnebeln lassen, und somit etwas intelligenter werden (Wirksamkeit ist zu bezweifeln). Auch auf dem Gelände zu sehen waren wieder Riesenlatschen. Scheinbar hatte der große Buddha in Kamakura einen noch größeren Bruder, der gerade nicht da war.

Nachdem wir noch eine Weile die restliche Umgebung erkundet haben, knurrte uns auch schon wieder der Magen. Dieses Mal entschieden wir uns für Okonomiyaki. Diese Leckerei bereitet man sich selber an seinem Tisch zu. Dafür ist in der Mitte eine beheizte Platte eingelassen, auf der man dann die Gemüse-Teig Masse braten kann. Hier die Zubereitung:

Zuerst durchmischt man die Masse, welche man zuvor bestellt hat gut mit dem Löffel in der Schüssel durch.

Dann wird es auf die heiße Platte gegeben und von einer Seite angebraten. Dann mit einem Schwung umdrehen und fertig brutzeln lassen. Je nach Bedarf, kann man sein Stückchen auch mit diversen Saucen verfeinern.


Dann nur noch in Stücke teilen, auf die Teller verteilen und genießen. Danach folgte noch eine tokyoter Variante, bei der man die Masse gleich von der Platte isst. Im Video die Masse mit den Shrimps oben drauf...
Nachdem wir fertig gegessen hatten liefen wir zum Wasser und fuhren mit dem Boot zum Hama-Rikyu Park. Auf den Weg dorthin erklärte eine Japanerin einige Sehenswürdigkeiten, an welchen wir vorbeifuhren. Leider auf Japanisch. Unter den Sehenswürdigkeiten war auch die "Fackel" und das Gebäude der Brauereifirma Asahi Bier. Das Gebäude soll an ein Bier mit Schaumkrone im Glas erinnern. Mit etwas Fantasie kann man es auch erkennen.

Im Hama-Rikyu Park konnte man gemütlich durch die Flora streifen, alte Häuser sehen, und einen Blick über die Tokyoter Bucht und die Rainbow Bridge werfen.



Grünzeug: Im Park gab es sogar ein kleines Rapsfeld, durch das man auf kleinen Wegen laufen konnte außerdem konnte man einen Baum sehen, welcher schon 300 Jahre auf der Rinde hatte. Er brauchte auch schon Krücken, um sich noch halten zu können. In der ferne sahen wir schon die Hochhäuser, welche die letzten Ausläufer des Ginza Bezirkes waren... Später liefen wir auch zwischen diesen Giganten hindurch. Fotos können gar nicht beschreiben, wie diese Wolkenkratzer auf einen Wirken. Daher ein Video.



Zum Schluss machten wir noch einen Abstecher zu einer sehr "extravaganten" Uhr, welche von einem Berühmten Zeichentrick-Animationsstudio (Ghibli) entworfen wurde. Kreative Köpfe sind das...

Vor der riesigen Uhr wurde uns auch schon wieder klar, dass wir nach Hause mussten. Zumindest für Annika und mich. Shu und Nami gingen für 2 Tage in eine Gastfamilie (Homestay), und würden erst wieder abends am 2. März im Wohnheim sein.

Morgen ist ein wieder ein freier Tag und ich hab mir einige Dinge für die Uni vorgenommen, welche noch ausstehen. Daher ruht wieder der Blog für den 2. März.