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Freitag, 11. Juni 2010

Nachholbedarf und Serviceleistungen

Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals einen Blogeintrag hätte ausfallen lassen müssen, und es tut mir auch für alle Leser leid, welche in der letzten Woche sehnsüchtig auf ein digitales Lebenszeichen von mir gewartet haben. In letzter Zeit passiert einfach nicht mehr soviel spannendes (Sommerloch?) und ich hoffe selbst immer auf einen kleinen Happen japanischer Erlebnisse oder Eigenarten, welche ich hier allen mitteilen kann. Irgendetwas kommt hier nämlich auch nicht rein. Glücklicherweise gibt es ja noch andere Blogschreiber (stehen alle in der kleinen Liste am linken Bildrand), welche auch ab und zu einen Eintrag verfassen.
Wie dem auch sei. Nun geht es aber weiter im Text.

Am Morgen des 01. Juni (Di.) wollte bei meinem japanischen Handy plötzlich nichts mehr gehen und es stellte seine zuverlässige Arbeit auf unbestimmte Zeit ein. Kurz: Es war kaputt. Da ich auf das Ding angewiesen war, suchte ich sofort im Netz nach einem Softbank-Laden in der Nähe des Yotsuya-Campus, und stattete diesem in meiner Freistunde einen kleinen Besuch ab.
Als ich den Angestellten im Laden meines Handys Leiden erklärt habe, konnte ich wieder einmal guten, japanischen Kundenservice hautnah miterleben. Denn während ich mein Unverständnis darüber äußerte, warum das Klapphandy sich nicht mehr regt, schaute mich der Angestellte mit besorgter Mine an und bekundete sein Beileid über die unvermeidlichen Umstände, welche mir nun zugekommen seien. Dann nahm er mein Telefon, ging zum Untersuchen kurz nach aus dem Verkaufsraum nach hinten und kam dann mit seiner Diagnose wieder zu mir zurück. Angeblich sei es ein Wackelkontakt, welcher repariert werden musste.



Links das Alte - rechts das Erstatzhandy. Solche Klapparten sind noch immer der Haupttyp in Japan. Aber mittlerweile kommen auch Schieb-, Dreh- und Tatschmodelle.

Nachdem ich für eine Reparatur eingewilligt habe, bekam ich sofort ein Ersatzhandy und meine Daten wurden auf MicroSD-Karte gespeichert und übertragen. Alles lief schnell und zuverlässig.
Es verging nun eine Woche und ich wurde am 8. Juni (Di.) von Softbank kontaktiert, dass mein Reparaturauftrag erledigt sei und ich den Patienten nun abholen kann. Im Laden angekommen erkannte mich der selbe Angestellte wieder und ich konnte mich an seinen Schalter setzen. Anstelle meines alten Handys bekam ich aber nun ein vollkommen Neues des selben Modells kostenlos. Auf meine Anmerkung: "Das sieht aber neu aus!", meinte der Angestellte nur: "Haben wir selbstverständlich gerne gemacht". Somit hab ich wieder mein alt-neues Handy zurück. Am Ende habe ich dem Verkäufer (bewusst) noch etwas verwirrt, indem ich mich für die schnelle Hilfe etc. bedankt habe. Für ihn war es halt einfach selbstverständlich.

Ist der Service in Japan nun besser? Für alle, welche noch etwas Zeit haben, gibt es noch ein kleines Video von meinem ZDF-Lieblingsjournalisten Gerd Anhalt über die Kundenfreundlichkeit der Japaner (wenn das Video nicht läuft: hier ist der Link).

(NACHTRAG: Das Viedeo wurde leider vom Nutzer entfernt, und kann nun nicht mehr angesehen werden. Seltsamerweise sind aber die anderen Teile der Doku noch anschaubar und können mit einem Klick auf die Links gesehen werden.)

Wem das Video gefallen hat, der kann ja noch die anderen drei Teile über Puppenbestattungen, Schreisumo und Akihabara ansehen. Sehr empfehlenswert.


Soweit von mir.


Sonntag, 4. Oktober 2009

Der Buschfunk ist eröffnet - Handy in Japan

Am Freitag dem 02. Oktober haben wir (Li, Nami und ich) uns nach dem Unterricht mit Mariko und Yuka getroffen. Auf dem Plan stand für Nami die Errichtung eines japanischen Kontos für ihr Stipendium und ein Handykauf für uns Drei an. Da brauchten wir tatkräftige Unterstützung von japanischen Muttersprachlern und Freunden, welche uns netterweise bei den einzelnen Punkten zu Hand gehen konnten.

Zuerst ging es zur nahegelegenen Mitsubishi Bank (ja, es gibt nicht nur Autos mit dem Namen). Dort hat sich Nami mit Yuka an die Eröffnung gemacht, während Liane und ich in ein paar japanische Kinderbücher schmökerten, welche in der Wartezone auslagen. Zeit für Hausaufgaben gab es auch... Dank unserer Freunde wurde das Geschäft ohne große Probleme abgewickelt, und wir konnten uns nun dem Handykauf widmen.

Dazu sind wir nach Shinjuku gefahren. Dort pickten wir uns einen der unzähligen Handyläden heraus und begannen mit der knapp zweistündigen Prozedur. Zuerst musste geklärt werden, dass wir einen günstigen Vertrag von Softbank haben wollten. Diesen benutzen seltsamerweise die meisten Deutschen in Japan. Das Beste an ihm ist, dass man ihm kostenlos im selben Netz telefonieren und SMS schreiben kann. Nachdem wir uns für einen Vertrag (Whiteplan) entschieden haben, kam die Schreibarbeit. Die Mitarbeiterin erklärte noch einmal alle Vertragspunkte in schnellen Japanisch, und ich wurde mir jedem ihrer Sätze glücklicher, das wir Mariko und Yuka dabei hatten. Wir mussten nun unsere Reisepässe und unsere - Achtung, langes Wort - Tôrokugenpyôkisaijikôshômeisho zeigen, welchen wir am 28. September erhalten haben. Dann wurde alles eingescannt, und wir mussten halt noch Standardangaben, wie Adresse, Namen etc. Angeben. Als das geklärt war, gab es nun drei weitere Keitai-Besitzer (Handys) in Japan. Die Handys wurden dann auch schon bei einem kleinen Abendbrot in einer Bürgerbude ausgetestet (nicht Mäc Doof oder B...King, aber vieeeel leckerer).

Ein wichtiger Punkt ist noch zu erwähnen: Als wir den Vertrag abgeschlossen haben, waren einige Vertragspunkte dabei, welche wir bei einer Softbank-Filiale kündigen mussten. Wir wollten ja nicht unbedingt mit den Dingern im Internet surfen, oder so. Das haben wir uns aber für den nächsten Tag aufgehoben.

Am Samstag dem 3. Oktober haben wir uns drei also um 13:00 Uhr vom Wohnheim auf den Weg gemacht. Stefan kam auch mit, da er noch nach Akihabara wollte, um sich ein elektronisches Wörterbuch und ein paar Schuhe zu kaufen. Nami und Liane gingen nach Harayuku um dort die Vertragspunkte zu kündigen und sich nebenbei den Meiji-Schrein anzusehen und ein paar Crepes zu essen. Da ich das schon einmal hinter mir hatte (siehe hier und hier), ging ich mit Stefan mit. In der Elektrostadt Akihabara gab es auch einen Softbank Laden. Damals konnten ich die Stadt aufgrund eines plötlzichen Schneegestöbers nicht richtig genießen. Hier konnte ich nun auch ein paar Bilder knipsen.



Endlich in Akiba (so der Spitzname) angekommen, suchten Stefan und ich einen Softbankladen, einen Wörterbuchladen und ein Schuhgeschäft auf. Bis auf das letzte hatten wir auch alles gefunden und die Vorhaben erledigt. Danach stöberten wir noch durch die unzähligen Geschäfte, in denen Videospiele, japanische Zeichentrickfilme und Comics verkauft wurden. Akiba ist laut und bunt...

Danach ging es nach Hause, wo ich noch etwas gelernt, gegessen und bis zum nächsten Tag geschlafen habe.

Soweit von mir.