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Mittwoch, 10. März 2010

Scheinbar und typisch - Gasshuku in Toi

Es ist nun ein ganzes Jahr seit dem letzten Gasshuku vergangen. Da wird es doch allerhöchste Zeit für ein neues! Und hier ist es:

Ich war vom 05. März (Fr.) bis zum 09. März (Di.) auf der Izu-Halbinsel und habe wie auch letztes Jahr an dem dortigen Deutsch-Gasshuku teilgenommen. Organisiert wurde es von den Deutschlehrern Shinichi und Kaisei. Gasshuku kann man quasi als "Trainingslager /-camp" übersetzen und in diesem Falle war es für japanische Deutschlernende (ca. 18 Leute), 2 deutschen Muttersprachlern (Shu und ich), sowie den Tutoren und Lehrern. Insgesamt eine bunte Truppe.

Das ist die Meute des Gasshukus. Leider fehlen auf dem Bild ein paar Leute, da sie entweder die Kameras bedienen mussten, gerade im Onsen waren oder schon wieder gegangen waren, als das Bild gemacht wurde.

Soviel zum Wo, Wann und Wer; nun das Was:

Am 05. März (Fr.) war der Anreisetag. Wie es vorher mit Kaisei abgemacht wurde, wollten wir uns alle in Mishima treffen, um den Rest der Strecke zusammen weiter zu fahren. Ich machte mich gegen 08:45 Uhr in Nishikawaguchi los und fuhr mit der Keihin-Tohoku-Linie bis nach Shinaga und dann mit der Tokaido-Linie über Yokohama und Atami nach Mishima. Dort traf ich dann auch nach einigem Warten auf die anderen Leute, welche mit der Bahn anstelle des Autos oder der Fähre nach Toi kommen wollten. Ab Mishima fuhren wir noch mit einer weiteren Bahn und einem Bus, bis wir schließlich gegen 12-13 Uhr Toi erreichten.

Hier die einzelnen Stationen nach Toi... Draufklicken macht's wie immer größer.

Im Gasthaus wurde die Zeit bis zum Abendessen damit verbracht sich zu entpacken und den Plan für die folgenden Tage zu erstellen. Danach folgte eine Selbstvorstellungsrunde. Jeder schrieb auch seine Ziele für das Gasshuku auf einen Zettel, welcher dann als Erinnerung und Motivationsstütze gut sichtbar im Arbeitszimmer aufgehängt wurde.




Während Kaisei und Shinichi den Plan erstellten und sie die Japaner ihren Sprachleveln in Deutsch zuordneten, schrieben die anderen ihre Ziele auf. Größtenteils wollten die japanischen Teilnehmer ihr Deutsch verbessern und Spaß haben. Ich für meinen Teil konnte schon Deutsch und habe mich daher für "viel Japanisch sprechen" motiviert. Rechts erklärt Kaisei den Plan. Die Arbeits- und Essenszeiten haben sich im Vergleich zum letzten Jahr nicht geändert. Wer also den Arbeitsplan des alten Blogeintrags kennt, der kennt auch den neuen.

Nach dem organisatorischem Trah gab es dann auch endlich das heiß ersehnte Abendessen. Es gab (wie auch im letzten Jahr) Sashimi und viele viele kleine Beilagen. Danach ging es in den Onsen und es wurde noch etwas gefeiert. Gegen 02:00 Uhr machten sich die ersten Leute ins Bett.

Viele kleine Dinge. Das Bild stammt zwar vom letzten Jahr, aber das Essen hat sich nicht geändert. Reis, Fisch und regionales Gemüse gab es morgens, mittags und abends.


Abends kamen dann noch Shuhei, Yasu und Tekkan (die alten Gasshuku-Veteranen) an und brachten leckeren Kuchen für die März-Geburtstagskinder. Leider hatte kein Teilnehmer Geburtstag und der Kuchen wurde für alle aufgeteilt. Aber Geburtstagskuchen schmecken auch ohne ihren eigentlichen Anlass noch sehr lecker.

Es wurde bis spät in die Nacht gefeiert. Und das nicht nur am ersten Tag. Ich machte mich zwar schon oftmals als erster ins Bett (02~03 Uhr), aber andere machten noch munter weiter. Einige hielten wahrscheinlich so lange durch, weil sie zwischendurch ein paar Nickerchen auf den Tatamimatten eingeschoben haben.

Am Samstag (06. März) wurde ich vom Klappern der Fenster und meiner Zähne wach, denn das sonnige Wetter vom Vortag hatte sich nun in eine regnerisch-kalte und stürmisch-graue Wetterlage gewandelt. Aber wir mussten ja nichts draußen unternehmen, denn dieser Tag stand ganz im Zeichen des Unterrichts.



Kein Ausgehwetter. Da das Gasthaus schon einige Jahre auf dem Buckel hat, zog der Wind durch alle Ritzen an den Fenstern. Wenn man also nicht die Klimaanlage aufgedreht hätte, wäre die Nacht sehr kalt geworden. Diese Lektion haben alle gelernt, weil niemand so ein Wetter erwartet hatte.

Es gab drei Lehrer (Shinichi, Kaisei und Jessi), drei Gruppen (Mittelstufe 1 und 2, sowie die Fortgeschrittenen) und drei Unterrichtsstunden. Die Gruppen hatten jeweils immer eine Stunde bei einem Lehrer und Shu und ich mussten im Rotationsprinzip bei allen Lehrer und Gruppen mit dabei sein und unterstützen. Jeder Lehrer hatte seine eigenen Methoden. Shinichi eher klassisch mit Lesetext, Kaisei eher spielerisch und Jessica größtenteils Grammatisch/Theoretisch aber nicht minder spaßig.

Nach dem Unterricht begannen alle mit der Planung ihrer Videoaufführung. Der deutsche Titel des Gasshukus lautete "Die Sache mit der Scheinbarkeit" und daher sollte das Video auch etwas mit "rasshisa und 'possa" ("typisch und scheinbar") zu tun haben.

Abends war dann Spiel und Spaß. Wir sangen deutsche Kinderlieder wie "Hänsel und Gretel" oder "Bruder Jakob" und spielten danach "Wer bin ich". Dann wurde der Projektor angeworfen und wir schauten noch "Chihiros Reise ins Wunderland" und noch ein paar Loriot-Sketche.

Am Sonntag (07. März) war Freizeit angesagt und ein Ausflug mit dem Bus geplant. Leider spielte das Wetter depressiv und es regnete und windete immer noch. Daher ging es für alle, die gehen wollten in eine nahegelegene Goldmine, welche stillgelegt wurde und nun in ein Museum umfunktioniert wurde.


Innerhalb der Mine war die Decke so niedrig, dass sich selbst die Japaner etwas beugen mussten. Für mich war es umso anstrengender mir nicht den Kopf zu stoßen. Überall waren Puppen aufgestellt, welche die damalige Arbeit unter Tage besser darstellen sollten. Auch ein Onsen und ein kleiner Schrein war zu sehen. Die Dinger gibt es wirklich überall.

Nach der Mine gab es auch noch eine Ausstellung rund um das Gold in Japan und man konnte sogar einen echten Goldbarren anheben. Mit einer Kantenlänge von ca. 20cm x 10cm x 5 cm war so ein Teils stolze 12,5 Kilo schwer. Man konnte auch etwas Gold in vorbereiteten Becken gegen eine kleine Gebühr für den Schürfteller (600Yen) selber schürfen, wovon Shuhei und Tekkan auch fleißig Gebrauch gemacht haben.

Goldrausch macht sich breit. In den vorbereiteten Becken konnte man mit etwas Glück ein paar Goldflöckchen ergattern. Leider waren die so schwer zu finden, dass man für drei 1 mm² Flöckchen eine Ewigkeit brauchte. Im folgenden Souvenirladen konnte man übrigens auch etwas mehr Blattgold sogar für weniger Geld kaufen. Das wusste man vorher aber nicht.

Nach dem Abendbrot wurde wieder etwas an den Aufführungen gearbeitet. Danach gab es den obligatorischen Feierabend, wo "Mensch ärgere dich nicht" und "Holzkopf" gespielt wurde. Wer Holzkopf nicht kennen sollte: es ist ein Kartenspiel, bei dem der Verlierer bestraft/bemalt wird. Am Ende sahen die Teilnehmer so aus.


Am Montag (08. März) haben alle in Gruppen an ihrem Aufführungen und Videosketchen gearbeitet. Die Planung und der Dreh haben unerwartet lange gebraucht. Aber es hat sich gelohnt, denn Shinichi schraubte in jeder freien Minute an den Videos und Clips, welche ab und an von Kaisei aufgenommen wurden, um für den Abend eine Oscar-reife Präsentation zu zaubern.


Künstlerisch aktiv war jeder: Kaisei und Shinichi filmten und die anderen standen vor der Kamera und machten ihre Show. In meiner Gruppe waren Kaoru, Tatsuhito und Ryuichi. Der gelbe Stitch war Gastsschauspieler. Da wir lange warten mussten, bis wir dran waren, haben wir eine Menge faxen gemacht.

Hier saß und werkte der Regisseur und Kameramann. Im digitalen Zeitalter wurden die Videos natürlich sofort hochgeladen und nachbearbeitet.

Am Abend schauten wir uns unsere fertigen Werke an und starteten die Abschlussparty. Diese unterschied sich zu den anderen Partys, dass sie noch länger dauerte und einige nur eine Stunde Schlaf ergattern konnte. Andere verschliefen sogar das Frühstück am folgenden Tag.



Party pur. Es wurde gegessen und getrunken, als gäbe es keinen Morgen mehr. Was dann auch wirklich so war, denn fast alle haben ihn verschlafen. Das Video stammt von Kaisei und stammt nicht vom letzten Tag. Soweit ich mich erinnern kann, müsste das der erste Abend gewesen sein.

Als schließlich alle am Abreisetag (Di., 09. März) aufgewacht waren und einigermaßen munter wurden, gab es noch eine Schlussbesprechung über das Gasshuku. Dann wurden noch einige Bilder zur Erinnerung geschossen und man packte seine sieben Sachen für den Aufbruch.



Dann ging es auch schon wieder nach dem Mittagessen nach Hause, wo ich gegen 18:00 Uhr auch schon angekommen war. Am Bahnhof in Nishikawaguchi war es eiskalt und es fiel Schnee. Eine wirklich kalte Begrüßung...

Das Gasshuku wird mir als eines der besten Erlebnisse in Japan in Erinnerung bleiben. Ich habe viele neue und alte Gesichter gesehen und auch neue Freundschaften geschlossen. Im April soll ein kleines Treffen einiger Teilnehmer geplant sein. Ich freue mich schon darauf.


Soweit von mir. Kommentare sind erwünscht.



Mittwoch, 11. März 2009

Gasshuku - Impressionen

(6. März bis 10. März)

Zuerst kann ich nur ein "paar" Bilder hochstellen. Der Text wird aber noch garantiert folgen. Derweil kann es doch auch schon mal spannend sein, zu raten, was die Bilder denn darstellen...

... ab und an werde ich nun einige Bilder kommentieren.

Das ist der Ablaufplan, der im Versammlungsraum hing, als wir angekommen waren. So sieht man auf einen Blick das, was wir gemacht haben.

Tag 1: Ankunft und erste Bekanntschaften

Die gesamte Fahrt zum Gasshuku auf Izu regnete es in Strömen. Da die Scheiben in den Bahnen und Bussen beschlagen waren, haben wir natürlich nicht von der Landschaft sehen können.Shu und Nami haben während der Fahrt etwas gemalt. Insgesamt sind hätten wir mit 2 Bahnen und einem Bus fahren müssen. Aber wir hatten den falschen Bus erwischt und mussten an einer Raststätte auf den nächsten Bus warten. Dort war es wenigstens trocken und warm.


Mit etwas verspätung sind wir Ryokan angekommen, welcher für die kommenden Tage unsere neue Unterkunft gewesen war. Nachdem wir uns kurz entpackt und die Zimmer ausgekundschaftet haben, gab es ein kleines Kennenlernspiel im Gemeinmschaftsraum. Zuerst mussten wir uns gegenseitig nach Namen, Wohnort und Hobbys ausfragen, welche für ein Bingospiel verwendet wurden. Danach saßen wir im Kreis und musste uns nacheinander die Namen der anderen merken und aufsagen (nach dem Ich-packe-meinen-Koffer-Prinzip).

Als sich alle Kennengelernt haben, gab es auch das langersehnte Abendessen. Es gab Fisch (Sashimi) und Reis und noch viele andere, teils unbekannte Nahrungsmittel. Aber der Hunger trieb es rein...

Nach dem Abendbrot wurden noch in einem kurzen Plenum die folgenden Tagesabläufe erläutert und dann gab es auch schon die Willkommensparty. Auch die Onsen wurden schon fleissig ausgetestet.

Dann ging es auch schon ins Bett bzw. den Futon.

Das Wohnheim - echt klein (für mich)

Das erste Bild zeigt den Eingangsbereich. Typisch japanisch ist die Stufe, an der man seine Straßenschuhe gegen die bereitgelegten Hauspantoffeln austauschen muss. Zum Glück hatte ich meine Badelatschen mit eingepackt, da die Pantoffeln alle die Einheitsgröße 38 hatten. Und die passten beim besten Willen nicht an meine 45er Füße.

Der Gemeinschaftsraum war der größte Bereich im Haus. Dort haben wir gegessen und auch diverse Aktivitäten gemacht, wie Spiele spielen oder für Projekte arbeiten oder das allabendliche Feiern. In dem Raum gab es auch eine Bühne mit einem Klavier (im Bild oben links) und eine Karaokeanlage. Den Raum durfte man nur mit Socken oder barfuß betreten. Daher musste man sein Hausschuhe vor der Tür abstreifen, was ich auch schon mal vergessen habe.

Dies ist eine kleine Fernsehecke im Eingangsbereich des Hauses. Dort gab es einen Fernseher und ein paar gemütliche Sofas. Ein Gefühl von Luxus hat uns der Massagestuhl und der beheizte Teppich gegeben.

Jedes Zimmer im Ryokan unterschied sich geringfügig in seiner Ausstattung. von den anderen Das ist unser Zimmer. Ich teilte es mir zusammen mit vier weiteren Japanern. Zum Schlafen wurde der Tisch und der Kotatsu (beheizter Tisch zum wärmen der Beine) zur Seite geräumt und die Futons wurden ausgerollt. Da wir zu faul waren die Futons jeden Morgen wieder wegzuräumen, lagen sie - einmal ausgerollt - für den Rest des Aufenthaltes auf dem Boden. Das rechte Bild ist die Waschecke zum Zähneputzen (nur kaltes Wasser).

Das ist das Klo, welches zu unserem Zimmer gehörte. Man sieht, dass es sowohl kein Hightech-, als auch Steinzeitklo ist. Wenn man das Klo betritt, sollte man aufpassen, dass man seine Hausschuhe gegen die Toilettenlatschen austauscht (die grünen Dinger rechts). Sobald man das Klo wieder verlässt, muss man aufpassen, dass man nicht mit den grünen Latschen wieder im Haus rumläuft, sondern sie wieder gegen die Hausschuhe tauscht.


Tag 2: Lehrer spielen und Spaß am Meer (und danach)




Heute sollten wir unsere Fähigkeiten als deutsche Muttersprachler unter Beweis stellen, und den Japanern in spielerischer Art und Weise etwas deutsch beibringen. Dazu spielten wir in verschiedenen Leistungsgruppen u.A. "Ich packe meinen Koffer", "Wer bin ich" oder "Fruit Basket". Auch Bilder von den eigenen Lieblingssachen mussten gemalt werden und auf deutsch Erklärt werden, worum es sich handelt.

Das ist der namenslose Hund, welcher vor dem Ryokan war. Er war sehr zutraulich und liess sich gerne streicheln. Da er scheinbar sein Winterfell verlor, hat er dabei gehaart.

Nach drei "Unterrichtstunden" hatten wir Freizeit und gingen an den Strand. Dort spielten wir Fußball, machten Gruppenfotos und sammelten Muscheln, während die Sonne unterging.








Am Abend war dann noch "Spiel und Spaß" angesetzt. Wir sangen deutsche Lieder und spielten stille Post. Oben auf den Bild hält Akira den Liedtext von "Heut kommt der Hans vorbei". Im Video unten singen wir das Lied "Das Orchester", was ein mehrstimmiger Rundgesang ist.



Stille Post mit deutschen Begriffen und japanischen "Postmännern" erwies sich als sehr unterhaltsam.

Das Essen - echt fischig

Im Ryokan gab es jeden Tag Frühstück, Mittag und Abendessen. Und alles war typisch japanisch. Das hieß: Fisch und Reis zum Frühstück, Fisch und Reis zum Mittag und Fisch und Reis zum Abendbrot. Wenn es mal kein Fisch war, dann zumindest Meeresfrüchte wie Oktopus, Kalmar, Garnelen oder Muscheln. Zu trinken gab es grünen, japanischen Tee (bitter).

Jeder musste beim Decken des Tisches mithelfen. Es gab viele Schalen und Tellerchen, welche mit den diversen Nahrungsmitteln bestückt waren. Oftmals nur kleine Portionen. So kam es größtenteils vor, dass man bis zu acht oder neun verschiedene Teller vor sich stehen hatte. Ausserdem sollte man versuchen mit Allem ungefähr gleichzeitig fertig zu werden.



Wie gesagt: es gab vieeel Fisch.

Mein Essplatz vorher und nachher. Wer genau hinschaut, sieht im Bild rechts, dass sich ein paar Schalen und Teller hinzugefügt haben. Die anderen hatten weniger Hunger, oder keinen Appetit auf exotische Meeresfrüchte, sodass ich ein paar Extraportionen bekommen habe.


Tag 3: Ausflug ins (Türkis-)Blaue

Heute stand eine kleine Bootstour. Doch davor gab es erst eine klein Spritztour mit dem Bus.
Beim Warten auf ihn haben alle ein paar Faxen gemacht, um sich die Zeit zu vertreiben.


An unserem Ziel angekommen konnten wir gleich in das Boot steigen und fuhren durch das wunderbar türkisgrüne Wasser. Wäre es nich nicht so kalt gewesen, hätte man sich echt zusammenreißen müssen, nicht ins Wasser hopsen zu wollen. Da auch die Sonne schien fühlte man sich schon fast wie auf einer Kreuzfahrt.

Fotos wurden auch wieder reichlich geknipst, und statt des üblichen "Peace-"Zeichens hab ich mal was anderes probiert.

Nachdem wir eine Weile draußen herumgeschippert sind, fuhr das Boot in eine kleine Höhle hinein. Man war von Felswänden umgeben, und das Wasser strahlte, da es das Licht von Außen hineinleitete. Als das Boot in der Höhle wenden wollte, klang es so, als seien wir mehrmals auf Grund gelaufen zu sein. Aber der Motor machte die kratzenden Geräusche und nicht das Kiel auf dem Grund... Gottseidank. War ja auch zu kalt zum Schwimmen.




Nachdem wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, gab es eine Runde Eis für alle. Die Sorte war jedoch etwas Gewöhnungsbedürftig. Aloe-Vanille-Eis mit einem Streifen Aloe. Das Eis war überraschenderweise lecker, nur das Stück Pflanze dazu war bitter. Hab's aber trotzdem gegessen.
Tekkan hatte seine Brille mitgebracht, die von jedem bei einem kleinen Fotoshoot aufgesetzt wurde. Einigen stand sie recht gut; andere hatten mit ihr plötzlich Fliegenaugen bekommen.


Die letzte Tat in der Bucht war eine kleine Klettertour bis zu einem Aussichtspunkt, auf dem man tolle Fotos vom Wasser und der Umgebung knipsen konnte. Wahrscheinlich aus Herdentrieb oder Abenteuerlust haben alle den schwierigsten Weg hinauf genommen, obwohl man auch sehr bequem per Wanderweg hinaufkam.



Nachdem alle wieder heil hinabgestiegen waren, ging es wieder zum Bus. Der fuhr aber noch nicht zum Ryokan, sondern machte noch einmal Halt an einer Art "Lover's Point". Allein schon der Fußmarsch von der Haltestelle bis zum Aussichtspunkt erinnerte ein bisschen an die Hiking-Tour durch die Berge von Kamakura, aber man musste die Zähne zusammenbeißen und durchhalten. Endlich angekommen haben alle die Aussicht genossen, sich ausgeruht und die obligatorischen Gruppenbilder geschossen. Diese Mal Jungen und Mädels einzeln.


An dem Aussichtspunkt gab es eine Glocke, die Pärchen zusammen läuten sollten, um Glück in der Liebe zu bekommen. Je nachdem wie oft, gab es unterschieldliche "Liebes-Level". Aus unserer Gruppe hat sich keiner Getraut.

Mit schweren Füßen und leichten Mägen machten wir uns wieder auf den Heimweg.

Der Onsen - echt grottig

Für alle die es nicht wissen, was ein Onsen ist: Typisch japanisch, für Baden in der Gemeinschaft geeignet, nackt und sauheiß. Man zieht sich im Vorraum aus und geht dann durch die Schiebetür in das eigentliche Bad. Bevor man nun in das Becken steigt, muss man sich auf einem kleinen Hocker vor einem Spiegel blank putzen und muss dann splitterfasernackt ins ca. 48°C warme Wasser hüpfen. Dann hieß es entspannen... Jedenfalls so gut man in der Hitze konnte. Das Wasser eines Onsen stammt meist aus einer vulkanischen Quelle und ist daher immer so warm.

In dem Gasthaus gab es zwei getrennte Onsen. Einmal für die Jungen (linke Bilderreihe) und einmal für die Mädels (rechte Bilderreihe), welche ich für Dokumentationszwecke einmal abgelichtet habe. Und bevor sich jetzt jemand fragt, was ein Kerl in dem Mädelsbad mit ner Kamera macht: Nix Verbotenes! Die Bäder wurden nämlich einmal getauscht. Normalerweise bekam die größte Gruppe auch das größte Bad (Männer). Da aber dieses Mal gleichviele Mädels wie Jungens da waren, wurde nach zwei Tagen das Bad getauscht. So kam jeder in den Genuss auch mal "die andere Seite" zu sehen.

Die beiden Bäder haben sich auch in gewissen Punkten unterschieden: Das Männerbad war größer und das Wasser war heißer. Dafür war im Frauenbad der Vorraum mindestens 3mal so gr0ß und hatte mehr Spiegel.
Übrigens waren beide Bäder zwar sichttechnisch voneinander Abgegrenzt, jedoch nicht akustisch. Daher hat man auch ab und zu gemerkt, wann die Mädels baden waren. Stille genießer sind sie jedenfalls nicht.



Der Onsen wurde jeden Abend fleissig genutzt. Meistens nach dem Abendessen und vor der allabendlichen Fete. Um ungestört im Becken planschen zu können, sollte man während der Party oder spät abends gehen.

Tag 4: Video und Fete

Tag 5: Abschied und Abreise

Die Meute im Detail