Freitag, 25. September 2009

Orientation, Placement und Welcome Party - Papierkrieg

Am Donnerstag den 24. September begann für uns der erste offizielle Gang zur Universität. Aber da der richtige Unterricht erst am 1. Oktober startet, mussten wir vorläufig nur zu der Einführungsveranstaltung kurz: Orientation.

Da wir (Liane, Nami und Ich) aber etwas früher da waren, durchstreiften wir noch den Campus und besichtigten die Orte, welche wir damals mit Stefan nur im verschlossenen Zustand erlebt haben. Wir haben den Shop der Universität gesehen, in dem es, angefangen bei Büchern über Schreibkram, Klamotten und Snacks alles gab, was das Studentenherz begehrt. Wir besuchten die Mensa und genossen die (für japanische Verhältnisse) günstigen Nudelsuppen. Außerdem gingen wir in das Overseas Liaison Center und übergaben unsere kleinen Mitbringsel aus Deutschland (Haribo und Hallorenkugeln). Dies sollte eine kleine Geste dafür sein, dass wir quasi „auf gute Zusammenarbeit“ aus sind und in „friedlicher Absicht“ kommen. Das Liaison Center ist sozusagen unsere erste Anlaufstelle in fast allen Dingen und Fragen.

Gegen 14:00 Uhr begann nun die zweistündige Orientation, in der uns etwas über die Uni, die Fakultät, die wichtigsten Büros und Orte, sowie über den katholischen Dienst und dem GL.Net (treffen von Studenten aus dem In-und Ausland an der Sophia) gesagt wurde. Auch über die wichtigsten Termine und Anmeldeprozeduren wurde berichtet.

Überladen mit Informationen in Papierform, welche wir alle in einen Beutel mit Sophia-Motiv stopften, wurden dann alle noch in Dreier- und Vierergruppen zu den Monitorstudenten zugewiesen, welche uns helfen sollten uns auf den Campus, und in einigen anderen Dingen zurechtzufinden. Ich kam zusammen mit Liane und einer Spanierin an eine Studentin namens Sayuri. Nami bekam einen anderen Monitor zugeteilt. Sie kam dann aber nach 5 Minuten zu uns, weil sich ihre Gruppe schon voneinander getrennt hat. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten entschieden wir uns am nahegelegenen Bahnhof das Monatsticket für die Bahn zu holen. Mit dieser Karte kann man seinen täglichen Pendelweg vom Wohnheim zur Uni und zurück für 6 Monate vergünstigt nutzen. So oft man will. Da wir nun unseren Studentenausweis hatten, war dies kein Problem mehr. Nach einer kurzen Weile waren Nami und ich stolze Besitzer einer Monatskarte und fuhren, nachdem wir uns von Sayuri verabschiedet haben, zusammen mit Liane wieder zum Wohnheim. Da lernten wir noch etwas für den Placementtest am 25. September, welcher darüber entscheiden sollte, welche Kurse wir besuchen dürfen (für mich: Japanisch Intensiv 1,2 oder 3).

Nach einer (für mich) zu kurzen Nacht von 6 Stunden ging es wieder Richtung Campus. Wir machten uns auch etwas früher los, damit wir nicht zu spät kommen, wenn sich jemand ausgerechnet an diesem Tag vor die Gleise werfen sollte. Ist aber nichts passiert. Jedoch kamen wir zum ersten Mal in die berüchtigte Rushhour in Tokyo. Diese ist ihren eigenen Bericht wert und soll hier später berichtet werden.

Wir drei vor dem Test. Die Palette an Emotione reichte von Gelassenheit bis zu Verzweifelung und Panik.

Etwas zerknittert kamen wir also in der Uni an, und warteten auf den Beginn des Tests um 10:00 Uhr. Es wurde geschrieben, wie bestimmte Schriftzeichen gelesen werden. Die richtige Grammatik musste gefunden und angewendet werden. Und es musste ein japanischer Text jeweils gelesen und geschrieben werden. Alles mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad. Nach zweieinhalb Stunden konnte auch ich den Prüfungsraum verlassen und warte zusammen mit Li(ane) und Nami auf die Welcome Party für die Studenten aus dem Ausland.




Leider sind dies die einzigen Bilder des Abends, da meine Kameraakkus verhungert waren. Nun laden sie in der Steckdose, um solche Fauxpas nicht noch mal zu machen.

Diese begann 14:30 Uhr und es wurde viel gequasselt und gegessen (war kostenlos). Drei Leute aus dem Karateclub sind ein bisschen herumgehüpft und haben ihr Können zur Schau gestellt und es wurde ein Spiel gespielt, bei dem man sein Gegenüber dazu bringen musste ein bestimmtes Wort zu sagen, was man am Beginn der Feier bekommen hat. Hat man es geschafft, so musste er sich wie bei einer Polonaise hinter einen selbst einreihen. So wurden lange Schlangen gebildet.

Ich habe auch Sayuri und weitere Japaner getroffen, mit denen ich auf Englisch, Japanisch und sogar auf Deutsch reden konnte. Viele Namen sind mir aber entfallen und Fotos konnte ich leider auch nicht mehr machen, da nach 2 Aufnahmen meine Akkus alle waren, und auch Namis Kamera nicht mehr lebte.

Nach zweieinhalb Stunden war die Party vorbei und mit einigen Bekanntschaften mehr ging es wieder gen Saitama.

Soweit von mir.

Dienstag, 22. September 2009

Wiedersehen macht Freude - Abschied fällt schwer

Am Montag dem 21. September war ich zusammen mit Nami und Shu zu einer Abschiedsfeier und zu einem Geburtstag eingeladen worden. Das Geburtstagskind hieß Shuuhei und war damals im Februar auch auf dem Gasshuku für Deutsch lernende Japaner, bei dem ich auch mitgemacht habe (hier der Beweis). Er hat eine Arbeit in Hong Kong bekommen, und arbeitet nun für ein Jahr dort (daher auch die Abschiedsfeier).

Initiiert wurde die ganze Veranstaltung von Tekkan (auch vom Gasshuku), der mit uns allen zum Tokyo Tower bei Nacht wollte, damit wir auf der Spitze für den doppelten Anlass anstoßen. Leider war an diesem Tag ein Feiertag, und daher wollte scheinbar halb Tokyo den Tower erklimmen. So mussten wir uns geschlagen geben, und haben nur ein Bild mit dem Tower im Hintergrund geknipst.


Dieses.Mal der Tokyo-Tower bei Nacht. Anscheinend ist er auch bei den Japanern ein sehr beliebtes Ziel. Aber nur, wenn man Frei hat. Auf den Gruppenbild (v.l.n.r.:) Mio, Kousuke, Yasu, Kaisei, Shuuhei, Nami, Tekkan und meine Wenigkeit. Shu knipst das Bild.


Als wir damit fertig waren, ging es in ein Restaurant. Das besondere daran war, dass es deutsches Essen gab. So wurden uns zu Musik von Schnappi, DJ Ötzi und Co. Würstchen, Brot und Bier kredenzt. Es wurden immer 2-3 Teller in die Mitte des Tisches gestellt, von denen sich alle bedienen konnten. Shuuhei hatte einen Liter Bier bekommen, was nach einer Weile seinen Kopf sehr rot werden ließ.


Später kamen noch Ryuichi und Makiko dazu, und genossen die deutsche Hausmannskost.

Nachdem alle satt waren beendeten wir den Abend mit Karaokesingen, bei dem jeder ein paar Songs geschmettert hat. Ich hab mich noch nicht an meine japanischen Lieblingslieder getraut, da ich noch etwas Übung brauche.


Es war ein toller Abend und es war schön wieder jemanden zu treffen, den man schon seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen hat.

Sonntag, 20. September 2009

Sonntags in der Uni

Etwas besser genächtig habe ich mich heute am 20. September aus dem Bett erhoben und zusammen mit Nami in der Wohnheimküche mein Frühstück gemümmelt und Fernsehen geschaut. Danach ging es zusammen mit Liane und Stefan die Gegend erkunden. Obwohl die Gegend um den Bahnhof nur so vor Spielhallen und Hostessenclubs strotzt, ist es in der Wohngegend recht wohnlich und ruhig. Leider hab ich die Kamera nicht dabei gehabt, und konnte so nicht den Supermarkt, die Post und die Golfanlage fotografieren, welche wir auf dem Weg gesehen haben.
Nachdem wir den Supermarkt unsicher gemacht haben, wollten wir uns von Stefan den Campus der Sophia-Uni zeigen lassen. Dazu sind wir nach einem kleinen Abstecher ins Wohnheim, bei dem ich auch meine Kamera geholt habe zum Bahnhof in Nishi-Kawaguchi gelaufen. Nebenbei hab ich auch ein paar Impressionen eingefangen.
Man sieht die Gr
undschule, in der auch Sonntags die Kinder herumwuseln, die unzähligen Spielplätze und die "belebtere" Bahnhofsgegend.

Als wir dann mit der Bahn nach Yotsuya gefahren sind und den dortigen Bahnhof verlassen hatten, sahen wir gleich die Universität, welche für die kommenden Monate unser Ort des Wissenserwerbs sein wird: Die Sophia-Universität. Das Gebäude ist aber mit dem japanischen Namen der Uni beschriftet: Jōchi Daigaku. Auf dem campus zeigte uns Stefan die einzelnen Gebäude und stellte uns die wichtigsten Plätze vor, mit denen wir es zukünftig zu tun haben werden. Wir sahen unter Anderen die Bibliothek von Außen und die Mensa mit schönem Ausblick.










Nach einer kleinen Spritztour in der Umgebung und einem Mittagessen (Ramen) fuhren wir nach Ochanomizu. Dort gibt es aufgrund einer nahegelegenen Musikschule viele Instrumentengeschäfte, in denen Nami nach einer günstigen Gitarre Ausschau gehalten hat.

Noch ohne Gitarre, aber mit schweren Füßen ging es jedoch wieder zurück...


Nun noch eine kleine Sache im Bezug auf meine Einträge: Künftig werden nun Sammeleinträge geschrieben in denen ich mehrere Tage zusammenfassen werde. Das mache ich daher, weil ich für einen Einstufungstest am kommenden Freitag lernen muss, und somit weniger Zeit haben werde etwas zu tippen. Auch an den Unitagen werde ich mehr lernen müssen.
Dennoch werde ich mir weiterhin Mühe geben etwas über meine Erlebnisse zu berichten. Wenn nun auch nicht mehr täglich...


Soweit von mir.