Sonntag, 18. Juli 2010

Der Endspurt aller Endspurte

Zurzeit sitze ich hier in meinem Zimmer mit (gottseidank) laufender Klimaanlage und habe mal die Bücher zur Seite gelegt, um wenigstens ein kleines Lebenszeichen von mir zu geben.

Nächste Woche beginnen die Endjahresprüfungen. Am 23. und 26. Juni will Japanisch abgefragt werden und am 27. muss ich für einen Soziologiekurs schwitzen. Im anderen Kurs gibt es nur ein Essay, aber da es relativ lang ist, muss ich es schon im Vorraus schreiben. Damit habe ich mich auch schon den Großteil des Wochenendes herumgeschlagen...

Da es nun auch bald wieder in die Heimat geht, stehen schon die ersten Abreisevorbereitungen an. In diesem Sinne: Wo bekomme ich ein Paket her? Was sollte/kann/darf rein? Was soll draufstehen und wie viel soll es kosten? Nur einige der Fragen, welche mich bei dieser Thematik beschäftigen. Von diversen Dingen, welche ab- oder umgemeldet werden müssen ganz zu schweigen.

Nach den Prüfungen stehen übrigens noch einige Unternehmungen auf meiner Liste, um die letzten Tage in Japan noch einmal etwas abzurunden. Darüber werde ich natürlich auch schreiben, aber bis dahin muss erst einmal dieser kleine Eintrag reichen.


Soweit von mir.


Samstag, 10. Juli 2010

JLPT und Sommerdusche

Am Sonntag dem 04. Juli war für mich schon das Wochenende vorbei. Vor einer Weile habe ich mich nämlich für den Japanese Language Profiency Test (kurz: JLPT) angemeldet und nun stand der große Tag bevor.

Der JLPT ist ein Test, um sich sein Sprachlevel in Sachen Japanisch bescheinigen zu lassen. Sollte man diesen nämlich bestehen, so erhält man eine lebenslang gültige Bescheinigung seiner Sprachfähigkeiten. Man wird also nach Bestehen einer der fünf Niveaus ironischerweise nie wieder schlechter oder vergisst etwas.
Ich hatte mir den N2 vorgenommen, welcher nach dem N1 der zweitschwierigste Test sein soll. N2 bescheinigt quasi das Verstehen und das Verstehenwerden in Alltagssituationen ohne Wörterbuch. Je nach Japaner klappt das bei mir auch manchmal.
Getestet wurden Kanji, Grammatik, Leseverständnis und Hörverständnis, was alles im Multiple Choice Format abgehakt werden muss. Wenn also man nichts weiß, oder wegen der sehr knappen Zeit nicht zu lange raten möchte, kann man also Lotto spielen.
Ich gab mein Bestes und auch Nami und Marlene, welche ebenfalls den Test absolvierten, rätselten sich durch die knapp 100 Fragen. Wie es ausgehen wird, erfahren wir aber erst im September, wenn die Ergebnisse vorliegen.

Nach dem Test regnete es auf dem Nachhauseweg in Strömen und wir hatten keine Schirme dabei. Glücklicherweise kühlt sich die Luft nicht so sehr in der Regenzweit auch bei einem Schauer nicht allzu sehr ab, sodass wir einen warmen Sommerregen erleben durften. Klitschnass habe ich dann im Wohnheim meine Sachen und Schuhe trocknen müssen und konnte danach noch meinen restlich Sonntag mit Ausruhen und dem Lernen für das Quiz am nächsten Tag verbringen.

Nach so viel Text zwei kleine Bilder:

Das ist das Tanabata-Fest! Naja... Nicht so, wie ich es erlebt habe, aber so wie man es hierzulande an einigen Orten feiert. (Copyright: links ©Yasufumi Nishi/© JNTO; rechts: © Y.Shimizu/© JNTO)

Tanabata ("der siebte Abend") beginnt normalerweise am 07. Juli (2010: Sa.) jeden Jahres, kann aber auch erst einen Monat später stattfinden. An diesem Tag treffen sich die zwei Sterne Wega und Altair am Himmel, welche nach alter chinesischer Überlieferung ein Liebespaar darstellen, das das ganze restliche Jahr über durch die Milchstraße getrennt ist.
Das linke Bild ist die typische Tanabata-Dekoration von einem Fest in Sendai in der Präfektur Miyagi. Dort soll das Tanabata am größten sein.
Zu dem Fest hängt man seine auf Zettel geschriebenen Wünsche an einem bunt geschmückten Bambuszweig (rechtes Bild), und hofft, dass sie in Erfüllung gehen.

Der Grund dafür, dass ich wieder andere Bilder verwenden musste, war folgender: Am besagten Tag regnete es in Strömen und anscheinend wird das Fest eh nicht so im großen Rahmen in meiner Umgebung gefeiert. Ebenso kannten die Japaner in unserem Wohnheim keinen Ort, wo ich Tanabata bestaunen konnte ohne in Schulen einbrechen zu müssen. Ich konnte also keine eigenen Erfahrungen sammeln.

Bald beginnen die Prüfungen und ich bin auch schon fleißig dabei, diverse Essays und Reaction Papers für die beiden Soziologiekurse zu schreiben. Am 30 Juli schreibe ich übrigens meine letzte Prüfung in diesem Semester...

Das Wetter ist weiterhin sommerlich heiß und schwül.


Soweit von mir.


Freitag, 2. Juli 2010

Schulexkursion zum Yasukuni

Die Woche war heiß! Und schwül! Und noch heißer!!! Aber anscheinend war (beziehungsweise wird) das nicht nur in Japan so sein. Andere Fleckchen auf der großen Erde scheinen auch einen heißen Sommer zu erleben.

Das berichtenswerte Highlight der letzten Woche war eine Gruppenexkursion zum Yasukuni Schrein in Idabashi am 30. Juni (Mi.) im Rahmen eines meiner Soziologiekurse der Sophia. Der Schrein wurde zum Verehren der in diversen Kriegen gefallenen Krieger und Soldaten erbaut (ebenso auch Pferde, Hunde und Brieftauben) und gerät oftmals in Kritik ausländischer Medien, da in ihm ebenfalls auch ehemalige, zum Tode verurteilte Kriegsverbrecher verzeichnet sind.
Trotz der Brisanz der Anlage ist das Gelände um und im Schrein sehenswert. Als ich dort war, hingen überall Gerüste mit Glühbirnen für Laternen. Wahrscheinlich Vorbereitungen für das kommende Mitama-Fest, welches in einigen Tagen beginnt.
Wer etwas mehr über den Schrein erfahren will, der kann sich ja hier (Link) erkundigen.

Leider hatte ich keine Kamera dabei. Daher ein kleines Bild der Japan Photo Library. Vor dem Schrein stehen drei große toorii (Torbögen), von dem das kleinste auch im Bild zu sehen ist. Die beiden anderen sind jeweils das allergrößte von Japan, sowie das größte toorii Japans aus Bronze. Bild: ©Yasufumi Nishi/© JNTO

Das eigentliche Ziel der Exkursion war jedoch das Yushukan-Museum auf dem Schreingelände, in dem man etwas über die Kriegsgeschichte Japans (aus mehr oder minder konservativ-nationalistischer Sicht) erfahren konnte. Im Museum wurde auch ein Film mit dem Titel "Mitama wo tsugu mono" ("Nachfolger der heiligen Seelen") gespielt. Zu sehen gab es die verschiedensten Relikte aus Kriegen und Kämpfen. Darunter auch ein Suisei Bomber, wie er bei den Kamikazeeinsätzen im 2. Weltkrieg verwendet wurde. Weitere Kommentare über die Inhalte des Museums lasse ich hier mal sein. Was man mal bei einem Besuch jedenfalls beachten sollte, wäre die Wortwahl einiger Erklärungen oder die Darstellungen einiger Ereignisse. Jeder sollte sich aber sein eigenes Bild machen.

Nach ungefähr 4 bis 5 Stunden waren wir auch wieder fertig, und machten uns in der Schwüle des Tages wieder auf dem Nachhauseweg. Nun muss ein dreiseitiger Bericht über das Erlebte abgefasst werden, was nicht mehr ganz so interessant ist.


Soweit von mir.