Sonntag, 1. November 2009

Gutes altes Asakusa

Eigentlich war am 01. November (Sa.) nichts großartig an Ausflügen geplant, aber spontanerweise hat mich Tina (eine Jurastudentin aus Trier; wohnt auch seit September im DK Warabi) spontan zu einem Kurztrip nach Asakusa überreden können.
Nachdem man sich noch fix ausgehfertig gemacht hat, ging es auch schon zum Bahnhof und dann mit der Keihin-Tohoku-Linie bis nach Ueno, sowie anschließend mit der Metro nach Asakusa.

Mal wieder Asakusa. Aber dieses Mal war die Deko an den Läden an das Herbstthema angelehnt. Aber trotz Herbst, waren es geschätzte 26°C und schwül. Nebenbei war die Herbstdeko nicht die einzige Veränderung. Scheinbar wurde der Tempel renoviert, und daher blickdicht eingerüstet.

Da ich ja schon einmal dort war (siehe hier), wusste ich von den vielen kleinen Souvenierläden, welche sich auf dem Weg zwischen dem großen Tor (kaminarimon) und dem Tempel (sensô-ji) dicht aneinanderdrängen. In einem dieser Läden hoffte ich eine sogenannte manekineko (Geldkatze, auch Winkekatze genannt) zu finden. Ein kleiner Auftrag für eine Freundin sozusagen.
Und wie erhofft wurde man dort überall von diesen weißen Kunstoff- bzw. Keramikkatzen angewunken.



Winkekatzen ohne Ende. Es gab sie in allen Preisklassen. Die handtellergroßen Katzen kosten um die 500 Yen und die Handgroßen schon die 1000 Yen. Hab auch eine für 5000 gesehen. Die Katzen sieht man in Japan in vielen Geschäften, da sie angeblich die Kunden (und auch deren Geld) heranwinken sollen. Es gibt auch ein japanisches Sprichwort, was frei übersetzt soviel wie "Münzen vor die Katzen werfen" bedeutet. Katzen und Geld gehören scheinbar zusammen.

Im Vergleich zu damals machten wir dieses Mal auch einen Abstecher zu dem nahegelegenen Shintô-Schrein in Asakusa. Der ist zwar nicht so groß, wie sein buddhistischer Nachbar, aber trotzdem sehenswert. Als wir auf dem Shreingelände standen sahen wir einige kleine Mädchen in kurzärmligen Kimonos (kosode) und Jungen in hakama (Kimono für Männer). Die kleinen Knirpse kamen in Begleitung ihrer Eltern und Großeltern zu dem Schrein. Warum? Es war der Monat des shichi-go-san (7-5-3 Fest).
An 7-5-3 besuchen alle Kinder, welche 3, 5 oder 7 Jahre alt geworden sind , mit ihren Eltern einen Schrein, um für Glück und Gesundheit in der Zukunft zu beten. Zu diesem Anlass dürfen die Kleinen auch zum ersten Mal die Oben erwähnten Kleidungsstücke tragen. Eigentlich für den 15. November geplant, wird dieser Tag von vielen Familien oftmals auch auf das Wochenende im November verlegt, damit auch die anderen Familienmitglieder mitkommen können.




Das siebte, fünfte und dritte Lebensjahr gilt als besonders unglücklich, und daher wird fleissig für die Kinder gebetet. Gegen eine kleine Spende können die Eltern ihre Kinder rituell reinigen lassen. Es gibt auch viele kleinere Aktivitäten für die Kids. Die ersten vier Zeichen auf dem Schild im linken Bild bedeuten von Oben nach Unten "Sieben", "Fünf", "Drei" und "Besuch" die letzten zwei zusammen bedeuten "Empfang". Im rechten Bild sieht man ein kleines Mädchen neben einer Schreinjungfer (miko).

Danach streiften wir noch ein bisschen durch die Gegend und ich hab mir noch was zum essen geholt. An einer Ecke sahen wir eine kleine Bühne, auf der etwas "kabuki-ähnliches" aufgeführt wurde. Da wir sowohl akustisch, also auch inhaltlich nichts verstanden haben, zogen wir weiter.



Danach sind wir noch zu dem Fluss gelaufen, auf dem ich damals mit den anderen herumgefahren bin. Jedoch wollten wir nicht unbeding fahren, und auch wieder früh nach Hause kommen. Also haben wir noch ein paar Fotos geknipst und sind dann wieder abgedüst.


Sowei von mir.


Übrigens: Das war die (naja...) "Meute des Tages". Links die Tina und auf dem rechten Bild kann man ja denken, wer das ist. Es war windig...


Sonntag, 25. Oktober 2009

Nochmal in die Vergangenheit - Zeitumstellung

In der Nacht vom Samstag auf Sonntag wurde ja nun die Zeit in Deutschland umgestellt (eine Stunde zurück). Da Japan aber nicht zu den Ländern gehört, welche an diesem Tageslicht- und Stromsparprogramm mitmachen, passiert hier nichts mit den Uhren.
Kurz gesagt: Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und Japan erhöht sich nun von 7 Stunden auf 8 Stunden. Und somit kommen meine Worte bei einem Telefonat oder Chat nach Deutschland nun 8 Stunden aus der "Zukunft" an. Interessante Denkweise, find' ich...

Das wollt ich nur mal loswerden. Ansonsten ist an den letzten zwei Tagen außer Erholen und Lernen nichts weiter gemacht worden.


Soweit von mir.


Freitag, 23. Oktober 2009

Nun offiziell ansässig und doch noch ortsfremd...

Tja...

Wie schon der Titel erahnen lässt, bin ich nun ein offiziell bescheiniger Bewohner von Warabi in der Präfektur Saitama (wenn auch nur zeitlich begrenzt). Am Montag (19. Okt.) konnten Nami, Liane und ich endlich unser richtiges Certificate of Alien Registration in dem Bürgeramt abholen. Nun müssen wir nicht mehr diese vorläufigen Kopien herumtragen, sondern nur noch ein bunt glitzerndes Stück Plastik in Kreditkartengröße mit Passbild und Adressdaten.
Doch als wir das kleine Ding abholen wollten, haben wir uns erst einmal verlaufen, weil wir etwas zu früh abgebogen sind. Und da wir relativ spontan vom Wohnheim losgezogen waren, haben wir uns auch nicht die japansche Bezeichnung von "Bürgeramt" oder einen Plan notiert. So blieb uns nichts anderes übrig, als die Ansässigen nach dem Schrein (Warabi Jinja) zu fragen, der sich in der Nähe des Bürgeramts befindet. So fragten wir nacheinander einen Ladenangestellten, einen Schulhausmeister, zwei Anzugträger und eine Omi nach dem Weg zum Schrein. Den haben wir dann auch gefunden und sind dann auch so zu unserem eigentlichen Ziel gekommen. Ortskundig sind wir also noch nicht einhundertprozentig.

Dienstag und Mittwoch
war nichts interessantes passiert. Unterricht, Quizzes und Co. sind halt nicht sooo erwähnenswert.

Am Donnerstag (21. Okt.)
habe ich mit Nami und Liane wie immer in der Mensa der Sophia gegessen. Mit dabei war auch Sven, welcher aus Köln kommt und zurzeit im DK Warabi wohnt. Da es zur Mittagszeit sehr schwer wird einen Platz zu finden, haben wir zuerst ein paar freie Plätze neben zwei lernenden Japanerinnen mit unseren Taschen besetzt und haben uns dann an die Warteschlangen gestellt. Während des Essens hörte ich die Japanerinnen neben uns ein paar deutsch Worte brabbeln, und als ich kurz auf ihr Blatt geschielt habe, sah ich einen deutschen Text über die Ergebnisse der letzten Bundestagswahl.
Wie sich herausgestellt hat heißen die zwei Shiho und Yuka und studieren deutsche Sprache. Zu ihrem Studium gehört aber auch deutsche Politik, Wirtschaft und Co. Die Zwei essen jeden Donnerstag in der Mensa in der Nähe vom Gebäude 11 auf dem Yotsuya-Campus. Sonst sind sie in der Mensa vom Gebäude 2 zu finden. Gefragt wurde noch nicht, aber ein deutsch-japanisches Spontan-Tandem wäre ideal. Dazumal sich der (deutsch-japanische) Haribo-Zirkel noch nicht bei mir gemeldet hat, und ich endlich auch mal mehr japanische Bekanntschaften an der Sophia schließen möchte. Vielleicht sieht man sich nächsten Donnerstag.

Auf dem Heimweg habe ich in der Nähe des Bahnhofs in Nishikawaguchi einen Bus und ein kleines Zelt vom japanischen Roten Kreuz gefunden. Aus Interesse heraus habe ich meinen Blutspendeausweis gezückt und den netten Leuten gezeigt. Überraschenderweise wurde ich dann mit einem japanisch akzentuiertem "Guten Tag" begrüßt. Die nette Frau war schon einmal vor 17 Jahren in Deutschland gewesen. Aber außer einer Begrüßung ist nicht mehr viel geblieben. In der Hoffnung etwas als Gegenleistung für eine Spende zu bekommen wollte ich mich mal zur Verfügung stellen und mir etwas Saft abzapfen lassen. Nur gab es zwei Problemchen.
Routinemäßig muss vor der Spende ein Formular ausgefüllt werden, bei dem man erklären muss, dass man in letzter Zeit keinen ungeschützten Verkehr, keine tropischen Krankheiten oder keine Schwangerschaft gehabt hat. Leider war dieses Dokument vollkommen auf Japanisch. Da her würde das Ausfüllen zurzeit wahrscheinlich länger als die Spende dauern. Dies hat sich aber aufgrund des zweiten Problems ergeben.
Da ich aus dem Ausland komme muss eine gewisse Zeit im Gastland verstrichen sein, bis man spenden darf. Und diese Wartezeit betrug bei Deutschen ganze sechs Monate. Zurzeit habe ich erst einen Monat von insgesant elf hinter mir. Somit bleibt mir noch etwas Zeit das Formular zu übersetzen. Was bzw. ob es überhaupt noch etwas neben einer kostenlosen medizinischen Untersuchung gibt, habe ich noch nicht gefragt. Mal schauen, wann der Bus wieder da ist.

Am Freitag dem 22. Oktober gab es wahrscheinlich mein erstes Erdbeben in Japan. Als es passierte, habe ich nur eine leichte Vibration im Boden gemerkt, die sich wie Vibrationen von lauter, bassiger Musik aus dem Nebenzimmer angefühlt haben. Nur ohne Musik. Erst als ich von Liane gehört habe, dass sie und ihr halber Japanischkurs ebenfalls diese Vibrationen gespürt haben, sind wir auf ein eventuelles Erdbeben gekommen. Aber mein erstes Erdbeben habe ich mir anders vorgestellt. Aber es soll nun keiner von mir denken, dass ich mir ein zweites Kanto-Erdbeeben wie es im Jahr 1923 wünsche! Ich würde nur mal gerne erfahren, wie es sich anfühlt, wenn die Erde wackelt.


Soweit von mir.


Nebenbei: Ich glaub, ich lass mir die Haare mal noch n Monat wachsen. Da ich hier den doppelten Preis für einen Schnitt bezahlen muss, kann ich auch mal die doppelte Zeit warten.